Freitag, 24. November 2017

09. August 2014 00:33 Uhr

100 Tageim Amt

Neues Büro, alte Projekte, Perspektiven

Als Bürgermeister sieht Franz Feigl seine Heimatstadt seit dem 1. Mai mit neuen Augen – nicht nur, weil er viel mit dem Fahrrad unterwegs ist

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Der 44-jährige Franz Feigl (CSU) ist seit Anfang Mai 2014 1. Bürgermeister der Stadt Königsbrunn. Hier in seinem Büro im Rathaus, das er neu gestalten ließ.
Foto: Hermann Schmid

Noch keine hundert Tage im Amt und schon ein neu gestaltetes Büro – das könnte manchem Stadtoberhaupt schlecht ausgelegt werden. Für Bürgermeister Franz Feigl war diese Veränderung im Rathaus einfach überfällig. Schreibtisch und Stühle stammten noch aus dem Jahr 1967, als Fritz Wohlfarth das Bürgermeisterbüro im zur Stadterhebung gebauten Rathaus einrichten ließ, sind somit älter als der 44-jährige Feigl. Sie wandern jetzt ins Lechfeldmuseum.

Auch die Verkleidung der Wände und Schränke in Eichenholz ließ Feigl entfernen. „Das dunkle Büro hat mich gestresst“, stellt er fest. „Mein Büro muss hell und praktisch sein“, begründet er die Neugestaltung, die etwas über 20000 Euro kostet, „es muss für mich als Arbeitsraum funktionieren“.

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Und Arbeit hat der neue Bürgermeister zuhauf. Vom ersten Arbeitstag im Rathaus an muss er aktuelle Projekte der Stadt bearbeiten – sein Vorgänger Ludwig Fröhlich und der alte Stadtrat haben einiges hinterlassen (siehe Infokasten).

„Er übernimmt ein Amt mit vielen offenen Baustellen“, stellt Jürgen Raab, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, fest. „Er hat zurzeit einen Wust von Entscheidungen zu treffen“, so Alexander Leupolz (CSU) und meint, Feigl tue dies „konsequent und kompetent“.

Feigl agiere dabei ruhig, etwas vorsichtig, findet Florian Kubsch (SPD), und sei betont sachlich in den Besprechungen mit den Fraktionsvorsitzenden. Dass der Bürgermeister die Fraktionen jetzt öfter und früher über Entwicklungen informiert, findet Alwin Jung (Grüne) bemerkenswert. Und Peter Sommer (Bürgerbewegung Königsbrunn) fällt dabei auf: „Er macht es sich nicht leicht.“

Seit dem ersten Tag im Amt kommen auch Bürger mit Anfragen und Bitten auf Feigl zu. Um all dies zu bewältigen, hat er sich einen straffen Zeitplan auferlegt – für Mitarbeiter in der Stadtverwaltung und auch für manche Bürger eine Umstellung. Neben aktuellen Bauprojekten muss Feigl auch Entscheidungen für die Entwicklung der Stadt vorbereiten – und bei all dem die finanziellen Möglichkeiten Königsbrunns nicht aus den Augen verlieren. Mit den laufenden Bauten wird die Verschuldung der Stadt zunehmen. Erfreut ist Feigl von dieser Perspektive nicht, aber er sieht sich in der Pflicht, einmal getroffene Entscheidungen auch umzusetzen.

Zudem sind jetzt mehrere Bebauungspläne aufzustellen, mit denen Weichen für die Entwicklung der Stadt gestellt werden – und bei Zentrum und Straßenbahn stehen just in diesen Monaten Entscheidungen an, die Königsbrunn auf Jahrzehnte hinaus prägen werden.

Feigl ist nicht in die Kommunalpolitik gegangen, um eigene Projekte oder ein festgezurrtes CSU-Programm für Königsbrunn umzusetzen. „Ich nehme Anregungen gerne auf, egal aus welcher Ecke“, sagt er über seine Zusammenarbeit mit dem Stadtrat. Das Amt des CSU-Ortsvorsitzenden will er in absehbarer Zeit abgeben. Vom Naturell her sei er ein „Harmonie anstrebender Mensch“, stellt er fest, bei Sachfragen im Rat seien ja selten Grundhaltungen entscheidend. Die von Franz Feigl blitzen aber immer mal wieder auf. Der 44-Jährige, der vor einigen Jahren Wohnhaus und Garten mit viel Eigenarbeit erstellt hat, steht für praxisnahe Entscheidungen, die Bürgern Freiräume lassen.

Ein Teil der Bevölkerung fühlt sich mit der „Kleinstadt“ wohl

Was hat ihn in seinen ersten 100 Tagen im Amt am meisten beeindruckt? Franz Feigl, der als Bürgermeister viele Termine in der Stadt mit dem Rad ansteuert, hat darauf eine sehr reflektierende Antwort: „Der Wandel Königsbrunns vom ehemaligen Dorf, beziehungsweise Kleinstadt, zur siebtgrößten Stadt in Schwaben mit fast 30000 Einwohnern ist im Denken der Menschen, in der städtebaulichen Situation und in den Strukturen der Stadtverwaltung noch nicht abgeschlossen.“

Das sei für ihn überraschend, obwohl er doch seit der Geburt – mit kurzen Ausnahmen – in Königsbrunn gelebt hat. Dorf und Klein-stadt merkt er als Bürgermeister etwa daran, dass sich ein Teil der Bewohner in der Stadt sehr engagiere, auch untereinander vernetzt sei, mitreden und mitbestimmen wolle. Für einen mindestens ebenso großen Teil der Bevölkerung aber sei Königsbrunn ein Wohnort mit vielen Vorteilen, zu dem sie aber wenig Bindung haben.

Als Bürgermeister will Feigl manches aus der kleinen Stadt bewahren, Königsbrunn aber auch auf Erfordernisse einer weit größeren Kommune einstellen. Er sieht dafür viele kleine Stellschrauben, an denen er mit Rat und Stadtverwaltung drehen kann. Als ein Beispiel nennt er das Thema Parkplätze.

Bisher ist man in Königsbrunn gewohnt, überall kostenfrei parken zu können. Dies möchte er grundsätzlich erhalten, auch wenn es nicht einfach ist. „Immerhin haben wir Baulandpreise, die ja nicht mehr kleinstädtisch sind“, stellt er fest.

Das trifft ganz besonders auf das Zentrum zu, in dem allmählich die ersten Neubauprojekte absehbar sind. Auch hier haben die Vorgänger in Stadtspitze und Rat mit einem städtebaulichen Wettbewerb und darauf basierenden Bebauungsplänen einiges vorgegeben. Bürgermeister und Stadtrat haben dennoch Spielraum – und nutzen ihn. Damit Gewerbe hier Perspektiven hat, hält Feigl es für wichtig, das Zentrum zu beleben. Deshalb regte er jüngst an, die Bedingungen für Wohnbau zu erleichtern. Darüber wird der Rat noch entscheiden. Hier hat Franz Feigl klare Vorstellungen. Das künftige Stadtzentrum, so betont er, sei im Rathaus „Chefsache“. »Region Augsburg Seite 29

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