Die Pläne der Papierfabrik Lang zur Müllverbrennung im Heizkraftwerk Ettringen (Landkreis Unterallgäu) beschäftigen seit einigen Monaten auch in Obermeitingen viele Bürger. Einige Besorgte haben nun einen Informationsabend im Bürgerhaus Obermeitingen organisiert - und schließlich selbst eine Bürgerinitiative für Obermeitingen gegründet.

Der Vorsitzender der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal", Dr. Hermann Fischer, und sein Stellvertreter, Erhard Weber, referierten über den aktuellen Stand. Die Initiative sieht sich jetzt in der Bekanntgabe, Lang wolle ein neues Konzept vorlegen, in ihren Gegenargumenten bestätigt.
Die gesamte Müllverbrennungsanlage hält Fischer für unverantwortlich, da vor allem die benötigten Müllbrennstoffe überhaupt nicht vorhanden seien. Der Müll müsse in großem Umfang sehr kostenintensiv aus dem Ausland importiert werden. Das würde Deutschland zum Müllimport-Weltmeister machen, so Fischer. Zu bedenken gab Fischer auch: "Wo etwas verbrannt wird, entsteht irgendwann Restmüll. Wo soll der hin? Wer bezahlt das?"
Die Bürgerinitiative hält zudem die beantragte Filteranlage für "völlig unzureichend", zumal dann die geplante Müllverbrennungsanlage in Ettringen die zweitgrößte in Bayern wäre, hieß es. Fischer kritisierte das von Lang Papier geplante Heizkraftwerk wegen des einfachen Filters, der in keiner Weise den technischen Möglichkeiten der jetzigen Zeit entspreche.
Große Probleme sieht Fischer bei der Verbrennung von Ersatzbrennstoffen (EBS), die in einem hohen Prozentsatz mit eingefahren werden könnten. Der Ausstoß bekannter Stoffe wie Dioxin, Quecksilber, Schwermetalle und Feinstaub erzeugen allein schon gesundheitliche Gefahren.
Der größte Teil der Schadstoffe, die bei der Verbrennung von Ersatzbrennstoffen entstehen, seien wissenschaftlich noch gar nicht erfasst beziehungsweise nachweisbar. "Eine derartige Anlage ist eine nicht zumutbare Beeinträchtigung der Lebensqualität für unsere Bürger", so Fischer.
Dem Stand der Technik entspräche eine achtstufige Rauchgasreinigungsanlage, bestehend unter anderem aus einem Elektrofilter, einer zweistufigen Rauchgasnasswäsche, einer Entstickungsanlage sowie einem Aktivkohlefilter. Geplant sei jedoch nur eine einstufige Filteranlage, die mit der achtstufigen nicht mithalten kann, so Fischer. In puncto Sicherheit sieht er ein großes Gefahrenpotenzial durch Störungen und Ausfälle der Anlage.
Zum Schluss seines Vortrages schlug der Redner etwas versöhnlichere Töne an. "Wir verstehen, dass der Unternehmer möglichst wirtschaftlich investieren will und muss. Aber nicht auf Kosten der Gesundheit der dort lebenden Familien mit ihren Kindern."
Die Bürgerinitiative habe nichts gegen das Heizkraftwerk einzuwenden, "wenn die lebensbejahenden Grundlagen dafür geschaffen werden." Der Sinn der Bemühungen der Bürgerinitiative "Gesundes Wertachtal" wäre verfehlt, "wenn wir nicht darauf bestehen würden, dass für die EBS-Verbrennung ein neues Konzept vorgelegt wird."
Die Bürgerinitiative werde deshalb die neuen Planungen ebenso kritisch verfolgen wie bisher und die Entwicklung bis zum neuen Erörterungstermin Ende des Jahres wachsam verfolgen, sagte Fischer.
Am Rande des Informationsabends in Obermeitingen wurde von Christa Maßing und Andrea Pfänder-Rid schließlich noch die "Bürgerinitiative Obermeitingen" gegründet.
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