Hilfen für Eltern und Kinder: Darum ging es beim Generationengespräch in Königsbrunn. Immer häufiger und anhaltender muss das Amt für Jugend und Familie Unterstützung und Hilfen bieten. Das stellt sich die Frage: Kann sich der Staat das leisten? Von Andrea Collisi
Umstellung auf die Elternrolle fällt vielen schwer
"Ja", betonte die Sozialpädagogin, die seit dreißig Jahren in dem Beruf tätig ist und jahrelang auch für Königsbrunn zuständig war. Die Umstellung vom Leben als Paar zur Elternrolle falle einigen sehr schwer, berichtete sie, heutzutage käme noch hoher Druck durch den Beruf dazu. "Würden Sie einem jungen Paar einen Kinderwunsch eher abraten?", wollte Friedrich wissen. Brigitte Maly-Motta verneinte.
Sie wäge immer mit den Betroffenen deren Lage ab und gebe Empfehlungen, aber zu einer Entscheidung raten könne man in diesem ganz privaten Punkt nicht. Wichtig sei, mit Hilfsangeboten rechtzeitig zur Stelle sein, damit man später nicht radikal die Notbremse ziehen müsse. Bayern biete da viele Möglichkeiten.
Königsbrunn - mit hohem Anteil von Alleinerziehenden durchaus ein schwieriges Pflaster - habe die Infrastruktur durch Krippen und Horte hervorragend ausgebaut, bemerkte sie. Maly-Motta sieht hier auch eine Chance für Mütter, die berufstätig sein wollen. Ihrer Meinung nach sei bei Aufmerksamkeit und Zuwendung für Kinder nicht die Zeitdauer, sondern die Qualität entscheidend.
Sie betonte, das Jugendamt greife nicht erst ein, wenn Kinder oder Jugendliche in Obhut genommen werden müssten - wie das oft in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Man biete bei sich abzeichnenden Problemen schon früh Unterstützung durch einen Erziehungsbeistand oder ambulante Hilfe an, betonte die Sozialpädagogin. Ziel sei dabei immer, die Eltern zu unterstützen - und nicht, ihnen die Kinder wegzunehmen.
Brigitte Maly-Motta berichtete auf Nachfragen von Achim Friedrich auch über ihre Kindheit. Sie ist im Nürnberger Süden groß geworden und habe eine schöne Kindheit gehabt. Als "ein braves Kind" habe sie viel mit ihrer Puppenküche gespielt. Später sei sie aber eine "anstrengende Pubertierende" geworden, berichtete sie, und habe gegen die Vorstellung der Eltern, die sie gern in der Nürnberger Stadtverwaltung gesehen hätten, Erzieherin gelernt und Sozialpädagogik studiert.
Omas Küche schmeckt ihr noch immer am besten
Stärkste Bezugsperson sei für sie die Großmutter gewesen, die anfangs mehrere Jahre in der Familie lebte. Später waren die Besuche bei der Oma auf dem Land für sie in den Ferien sehr wichtig. Ihr Lieblingsessen sei deshalb immer noch "alles, was die Oma kochte" - von Königsberger Klopsen bis hin zu den ostpreußischen Süßspeisen. Zur Mutterrolle gehört für Brigitte Maly-Motta eine hohe Verantwortung, aber auch häufig wechselnde Gefühle - von großartigem Glück bis zu heftigen, auch schmerzhaften Momenten. Den Kindern und Jugendlichen von heute wünscht sie, dass sie ihren ganz persönlichen Weg finden und leben können. So habe sie auch ihren Sohn und ihre Tochter erzogen.
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