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17. Juni 2008 19:25 Uhr

Palästina und Israel im Mittelpunkt

Schwabmünchen (ik) - "Palästinensische Begegnungen" - so war der Abend umschrieben, den der Verein Solidarität Eine Welt (Weltladen) und die Pfarrgemeinde St. Michael veranstalteten. Über 80 Personen waren im katholischen Pfarrzentrum zusammengekommen, um Faten Mukarker, eine christliche Palästinenserin aus Beit Jala (Bethlehem), zu hören.

Viele Zuhörer kannten die Referentin von einer Israel-Palästina-Reise und Stadtpfarrer Klaus Ammich freute sich über das Wiedersehen. Durch das Programm führte Gebhard Dischler vom Weltladen Schwabmünchen.

"Duft der Freiheit" erfasste sie, als sie aus dem Flugzeug stieg

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Faten Mukarker berichtete von den Demütigungen, die sie ertragen habe, um Palästina verlassen zu dürfen und von dem "Duft der Freiheit", der sie erfasste, als sie in Frankfurt aus dem Flugzeug stieg.

Palästina und Israel hätten zusammen die Größe von Hessen. Bei der jetzigen Veranstaltung wurde unter anderem auch ein Film über Bethlehem vorgeführt. Er zeigte Christen und Muslime in der Gebetskirche, die Mauer mitten durch das Stadtgebiet, Check-Points und berichtete von Jugendlichen (60 Prozent der Bevölkerung unter 25 Jahre), Arbeitslosen (50 Prozent) und dem Ausbleiben von Touristen und Pilgern seit dem Mauerbau.

Mit 20 Jahren von der Mutter verheiratet

Anschließend erzählte Faten Mukarker, sie sei als wenige Monate altes Baby mit ihren Eltern nach Deutschland ausgewandert. Sie habe in zwei Welten gelebt: in der Wohnung in der Sprache und Traditionen der Heimat, an der Haustüre begann Deutschland.

Mit 20 Jahren sei sie während eines Urlaubs in der Heimat von ihrer Mutter mit einem Palästinenser verheiratet worden. Ihre Ehe dauere jetzt 32 Jahre, sie habe vier Kinder und eine Enkelin. Wie 80 Prozent der Christen im Heiligen Land gehöre sie der griechisch-orthodoxen Religion an und lebe wie alle anderen Palästinenser in einer Großfamilie.

In ihrem geschichtlichen Rückblick stellte sie fest, dass Jahrhunderte lang Juden und Araber friedlich neben einander gelebt hätten. Als Grund für die Feindschaft sehe sie zunächst nicht Antisemitismus sondern Zionismus und in der Folge Einwanderungen aus Russland und im Dritten Reich aus Deutschland. Aufgrund der Landverteilung durch die Briten entstanden vor 60 Jahren 69 Flüchtlingslager, 500 Dörfer seien vernichtet worden, aus Bauern wurden Bettler. Dann hätten Israelis Siedlungen gebaut und diese mit Straßen verbunden, die die Palästinenser nicht benutzen dürfen.

Auf beiden Seiten sind Unschuldige gestorben

Zur Zeit bestehe Krieg zwischen denjenigen, die Frieden wollen und denen, die keinen wollen. Auf beiden Seiten seien Unschuldige gestorben. An den Checkpoints stünden 18-jährige Soldaten mit Waffen, die ihre Macht ausnützen und die Menschen schikanieren würden. Selbst das Wasser sei ungerecht verteilt. Faten Mukarker forderte: Die international als illegal angesehene Mauer müsse verschwinden. Sie kämpfe darum, dass ihre Enkelin und alle anderen Jugendlichen in Palästina nicht mehr wie in einem Gefängnis leben müssen.

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