Langerringen/Ettringen l liwe, tial Die seit 1897 in Ettringen ansässige Papierfabrik Lang Papier plant den Bau eines neuen Heizkraftwerks, das die Fabrik mit Dampf und Strom versorgen soll. Die mit Gas und einer breiten Palette verschiedener Brennstoffe und Abfälle betriebene Anlage soll spätestens 2011 in Betrieb gehen. Werksleitung und Projektteam informierten jetzt in Versammlungen in Ettringen und Langerringen Bürger über den Stand des Verfahrens.
In der Nachbarschaft des Werks sprechen einige von einer Müllverbrennungsanlage. Denn auch Abfälle, die nicht im Werk anfallen, sollen verbrannt werden. Genannt wurden vom Unternehmen unter anderem Kunststoffe und weitere Abfälle aus Industrie, Gewerbe und Haushalten.
Die Papierfabrik hat ihr Vorhaben bereits im Sommer vergangenen Jahres angekündigt (wir berichteten am 27. Juni 2007). Jetzt liegen die Pläne im Landkreis Unterallgäu öffentlich aus.
Lang Papier produziert in Ettringen jährlich etwa 575 000 Tonnen Druckpapier. Für die Herstellung und insbesondere für den Trocknungsprozess werden große Mengen Dampf benötigt. Strom kann extern eingekauft, Dampf dagegen muss vor Ort erzeugt werden.
Im Moment wird dieser Dampf bei Lang Papier von zwei Kraftwerken erzeugt, von denen das eine mit Schweröl und das andere mit Gas betrieben wird.
Die neue Anlage soll die Fabrik mit dem benötigten Dampf versorgen und zusätzlich etwa die Hälfte des notwendigen elektrischen Stroms erzeugen, wurde in einer Pressemitteilung des Unternehmens erklärt.
Genehmigungsverfahren ist angelaufen
Werksleiter Dr. Thomas Krauthauf: "Wir haben verschiedene Konzepte genau geprüft, um eine moderne, effiziente und zukunftsfähige Lösung für unsere Energieversorgung zu finden. Unsere Wahl fiel auf eine Anlage, die mit einem Mix aus Gas, Ersatzbrennstoffen und eigenen Reststoffen aus der Produktion betrieben wird. Mit dieser Lösung sichern wir die Zukunftsfähigkeit der Papierfabrik an diesem Standort und letztlich auch die Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter." Der Hauptanteil der Brennstoffe werde Gas sein, an zweiter Stelle stehen Reststoffe aus der Produktion. Bisher werden diese Reststoffe extern weiterverwertet - zum Beispiel bei der Herstellung von Ziegeln. Ab 2011 sollen diese Reststoffe teilweise in dem geplanten neuen Kraftwerk verbrannt werden.
Hinzu kommen Ersatzbrennstoffe, die einen bestimmten Mindestheizwert haben müssen und genauestens kontrolliert werden - sie werden von extern angeliefert. Gas wird wie bisher zugekauft. Nach Gutachten bestünden laut des Werksleiters keine Anhaltspunkte dafür, dass durch die Verbrennungsanlage schädliche Umwelteinwirkungen und sonstige Gefahren für die Allgemeinheit und die Nachbarschaft hervorgerufen werden könnten. Für das Heizkraftwerk läuft das Genehmigungsverfahren. Die Pläne liegen unter anderem in den Rathäusern von Ettringen und Türkheim aus.
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