Haunstetten In einer Wärmestube lernten sich Roswitha Kugelmann und Mike Rühl vor 16 Jahren kennen. Kugelmann arbeitete ehrenamtlich bei der Essensausgabe, Rühl war obdachlos. Seit zehn Jahren sind die beiden nun Vorsitzende des Vereins contact, dessen Ziel es ist, Menschen in Not zu helfen.

Mittlerweile gehören dem Verein zwei Läden in Haunstetten, in denen Kunden aus allen Schichten Produkte zu erschwinglichen Preisen kaufen können.
Zur Jubiläumsfeier kamen rund 50 Besucher ins soziale Zentrum, darunter auch der Augsburger Sozialreferent Max Weinkamm. Kugelmann führte die Gäste durch den Laden, die Werkstätten und das Lager und erzählte kleine Anekdoten aus den vergangenen Jahren. "Anfangs war ich noch etwas blauäugig, bis ich merkte, wie hautnah wir am Geschehen dabei sind." Viele Menschen mit bewegendem Schicksal habe sie im Lauf der Jahre kennengelernt. Erst im Oktober letzten Jahres zog contact von der Friedberger Straße nach Haunstetten. Ohne die Hilfe von "ganz oben" hätte es nicht funktioniert, sagt Kugelmann.
Die Geschäfte liefen auch am neuen Standort gut. Die Vorsitzenden sind stolz auf das bisher Geleistete und auf das Team. Den Mitarbeitern bereitet es jedes Mal wieder Glücksgefühle, wenn sie Menschen in Not helfen können.
Unlängst konnten sie einem 18-jährigen Studenten helfen, der in einer komplett leeren Wohnung stand und kein Geld für die Einrichtung hatte. "Wir haben ihm ein Bett, einen Tisch, Stühle und Schränke zur Verfügung gestellt, die er vorübergehend verwenden kann", berichtete die Vorsitzende. Aber nicht nur mit Ware hilft contact den Bedürftigen. "Es gibt viel Armut und Einsamkeit in Augsburg", so die 56-Jährige.
Viele Menschen kämen einfach nur auf einen Kaffee ins soziale Zentrum, um sich einmal auszusprechen. "Manchmal kommen Mütter zu uns, deren Kinder an der Nadel hängen, oder Jugendliche, deren Eltern alkoholabhängig sind", sagt Rühl. Oft helfe es, einfach über seine Probleme zu sprechen, weiß Rühl: "Was wir unseren Besuchern geben, bekommen wir durch Dankbarkeit wieder zurück."
Gemeinsames Stricken geplant
Doch die Arbeit im sozialen Zentrum kann auch sehr traurig sein. Mancher Mitarbeiter habe selbst ein Alkohol- oder Drogenproblem. "Ein Teammitglied zu verlieren, schlaucht ganz schön", erzählt Kugelmann. In Zukunft plant der Verein ein Programm für Senioren, bei dem gemeinsam gestrickt werden kann. "Sie sollen nicht allein sein."
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