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24. September 2008 20:05 Uhr

Schüler erfinden Partei: und schon im Landtag

Ob das Interesse an der Politik unter seinen Mitschülern gestiegen ist, kann Jonathan Langefeld nicht genau sagen. Jedenfalls war es schon nicht gering, als die damalige 10B am Leonhard-Wagner-Gymnasium in Schwabmünchen im Juni einen Vorschlag ihres Sozialkundelehrers Fritz Multus aufgriff und eine Partei gründete.

Schwabmünchen/München (pit) - Ob das Interesse an der Politik unter seinen Mitschülern gestiegen ist, kann Jonathan Langefeld nicht genau sagen. Jedenfalls war es schon nicht gering, als die damalige 10B am Leonhard-Wagner-Gymnasium in Schwabmünchen im Juni einen Vorschlag ihres Sozialkundelehrers Fritz Multus aufgriff und eine Partei gründete: mit eigenem Parteiprogramm, Internetauftritt, Wahlwerbesendung und einem fiktiven Fernsehinterview. Freilich war das alles nicht offiziell gemeint, diente vorerst nur der internen Präsentation im Sozialkundeunterricht und auf einer Homepage der Klasse, aber es ging doch um ernst gemeinte Anliegen und Inhalte.

Den Lohn der Arbeit formulierte Jonathan Langefeld kurz vor der Abfahrt gestern zum Landtag nach München so: "Wir dürfen jetzt ein paar Fraktionsvorsitzenden die Hand schütteln."

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Der 17-Jährige ist einer von 26 Schülern des Leonhard-Wagner-Gymnasiums, welche Landtagspräsident Alois Glück in München empfing, um ihnen das Parlament zu zeigen und ihnen zu ihrer schulischen Arbeit zu gratulieren. Diese hatte die Klasse nämlich im Juli bei einem Wettbewerb der Landeszentrale für politische Bildung eingereicht und wurde dafür gestern zusammen mit Arbeiten zweier anderer Schulen aus Ingolstadt und Nürnberg ausgezeichnet.

Bei ihrer Vorstellung im Landtag übernahm der Augsburger SPD-Abgeordnete Dr. Linus Förster die Patenschaft über die Gymnasiasten aus dem Raum Schwabmünchen: "Eigentlich sollten sie nur ein Thema behandeln. Aber sie haben gleich mehrere aufgearbeitet und konsequenterweise schufen sie auch noch gleich eine eigene Partei dazu. Das ist das Witzige an dieser Arbeit."

Genau dokumentiert worden war die Arbeit der 10B von ihrem Sozialkundelehrer: Er hob dabei unter anderem die Detailarbeit einiger besonders engagierter Schüler hervor: Sonja Nissen und Dennis Stöberl aus Wehringen sowie Sarah Scholz aus Schwabmünchen, die gestern vor Politikern und Medienvertretern in München die Parteigründung vorstellten. Auch Jonathan Langefeld, Moritz Schelter, Marco Korkisch sowie Sina Samper aus Bobingen gehören zu den besonders stark am Projekt Beteiligten.

Ihr Fazit einer - nicht repräsentativen - Meinungsumfrage in einer Kollegstufenklasse: Mit 65 Prozent sei der Anteil derer, die am Sonntag ganz sicher erstmals den Landtag wählen wollen, gar nicht schlecht.

Unter den Themen, die Kollegstufenschülern in Schwabmünchen besonders am Herzen liegen, ragt demnach eines ganz besonders heraus (Anteil rund 40%): die Abschaffung der Studiengebühren.

Es folgen mit deutlichem Abstand der Ruf nach mehr Studien- und Ausbildungsangeboten sowie das Interesse an alternativen Energiequellen.

Das schlägt sich natürlich im Wahlprogramm der "Next Generation" nieder: Weitere Themen darin sind "Soziale Sicherung und Staatsverschuldung" sowie die Forderung zur Computer-Ausstattung der Schulen: "PC für jeden Schüler".

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