Es hatte in kurzes Dasein, das Schild am Kneippbecken in Schwabmünchen. Es sollte die Sperrzeiten an der Wassertretstelle regeln: Doch das ging den Anwohnern zu weit. Von Nadine Pflaum

Es hatte ein kurzes Dasein, das Schild am Kneippbecken im Schwabmünchner Luitpoldpark. Erst vor kurzem hatte es die Stadt aufgestellt, am Mittwochnachmittag nun wieder entfernt.
Es sollte eigentlich die Sperrzeiten an der Wassertretstelle regeln: Vor 10 Uhr und nach 20 Uhr war das Kneippen tabu, ebenso von 12 bis 14 Uhr. Eine Anliegerin hatte sich beschwert und ihren Anwalt eingeschaltet. Ihr ging es zu laut am Becken zu, von "bestimmungswidriger Nutzung" als Freibad war die Rede.
Das Schild stieß jedoch den anderen Anwohnern des Luitpoldparks sauer auf. Denn auf ihm war zu lesen, dass die Ruhezeiten "im Interesse der Anlieger" eingehalten werden sollten. Dabei sei das Schild doch nur im Interesse eines Anliegers, beschwerten sie sich.
Die Gruppe von Anwohnern setzte sich daher paradoxerweise für Ruhestörung und gegen die auf dem Schild angegebenen Sperrzeiten ein. Mit Erfolg. Die Stadt hat das Schild nun abgebaut. Müller: "Der Versuch, Frieden zu stiften, ist gescheitert."
"Wir haben versucht einen Kompromiss zu finden", sagt Schwabmünchens Bürgermeister Lorenz Müller. Aber da die Beschwerden auf beiden Seiten geblieben seien, habe die Verwaltung das Schild wieder abgebaut. "Der Versuch, Frieden zu stiften, ist gescheitert", sagt Müller leicht resigniert.
Die Stadt werde nun keine weiteren Schritte unternehmen, hofft aber, dass Frieden am Kneippbecken im Luitpoldpark einkehrt.
"Wir sind sehr zufrieden, dass das Schild weg ist", sagt hingegen Peter Weimeir, dessen Eltern in der Nähe des Beckens wohnen. Die missverständliche Aufschrift sei nun entfernt. Inzwischen interessieren sich sogar Radio- und Fernsehsender für den Schilderstreit in Schwabmünchen. Von Nadine Pflaum
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