Landkreis Augsburg (abay) - Kaum ein anderes Thema hat sich im vergangenen Jahr so hartnäckig in den Medien gehalten wie die Warnung vor der sogenannten Schweinegrippe. Doch den vielen Warnungen folgte wenig wirklich Alarmierendes. Fest steht: Es gab und gibt die Neue Grippe tatsächlich - auch im Augsbuger Land. Doch eine übliche Grippe verläuft bei manchem schlimmer, oder die Schweinegrippe wird gar nicht als solche Besonderheit erkannt.

"Die Zahl der Erkrankungen ist rückläufig", teilte Dr. Kaja Hoerter vom Gesundheitsamt des Landkreises Augsburg dazu mit. Während es vor einigen Wochen noch rund 500 Menschen im Landkreis erwischt hatte, erkrankten am Jahresende im Landkreis pro Woche lediglich ein bis drei Menschen neu.
Ein Grund dafür sei, dass das Wetter günstig für einen milden Verlauf der Epidemie gewesen sei, so Dr. Hoerter. Aber die Welle sei auch "durch das rechtzeitige Impfen abgeflacht" worden. Dies habe dazu beigetragen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet hat. Rund 100 Menschen haben sich in den vergangenen Monaten im Gesundheitsamt impfen lassen.
Auch wenn es so aussieht, als sei die Verbreitung der Grippe überall bereits eingedämmt, rät Dr. Hoerter vor allem Kindern, jungen Erwachsenen, chronisch Kranken (Asthma- und Lungenkranke, Herz- und Kreislaufpatienten und Immungeschwächte) und Schwangeren, sich noch impfen zu lassen. Denn eine zweite Welle im Januar und Februar sei durchaus noch möglich.
Verlauf ist nicht schlimmer als die normale Grippe
Anhaltspunkte gäben hier die Zahlen aus Australien: "Hier hat die Schweinegrippe die saisonale Grippe ersetzt." Das sei aber nicht unbedingt negativ. "Die Neue Grippe verläuft nicht schlimmer als die normale Grippe, und es gibt weniger Todesfälle."
Auch Dr. Jakob Berger, der Sprecher der Allgemeinärzte im Landkreis, sieht im H1N1-Virus keine größere Gefahr. "Die Schweinegrippe unterscheidet sich kaum von der normalen Grippe und wird auch genauso therapiert", sagt Dr. Berger aus Herbertshofen. Die anfängliche Hysterie sei vor allem auf Panikmache der Pharmaindustrie in den Medien zurückzuführen.
Trotzdem verteufelt der Arzt die Impfung nicht. Außerdem: "Der Impfstoff wird allgemein gut vertragen und ist nicht gefährlich", so Dr. Berger. Gegen die normale Grippe könne man sich ja auch impfen lassen. "In dem Impfstoff ist der gleiche Wirkverstärker drin wie bei der Schweinegrippe-Impfung." Auch er selbst sei geimpft. In seiner Praxis habe er die Impfung 80- bis 90-mal durchgeführt. "Ich hätte erwartet, dass sich mehr Leute impfen lassen." Auch Dr. Berger hält eine zweite Schweinegrippewelle für möglich. Der Allgemeinarzt glaubt aber, dass es sich bei neuen Erkrankungen vor allem um normale Grippefälle handeln werde.
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