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21. März 2010 19:25 Uhr

Landkreis Augsburg

Sozialverbänden gehen die Zivis aus

Ratlosigkeit bei den Sozialverbänden im Landkreis: Der Plan der Bundesregierung, den Zivildienst schon ab dem 1. August und nicht erst ab dem 1. Januar 2011 auf sechs Monate zu beschränken, war ein Schock. Gerade bei den größeren Verbänden werden Zivildienstleistende gebraucht.

Bevor sie im aktiven Dienst mithelfen können, lernen die jungen Männer in einem vierwöchigen Kurs, welche Manöver mit einem Sanitätsauto machbar sind. Außerdem können sie sich zum Rettungssanitäter ausbilden lassen. "Insgesamt fehlen die Zivis zweieinhalb Monate", erklärt Rettungsdienstleiter Manfred Rupprecht. Durch den verkürzten Dienst könnten die Retter fast ein halbes Jahr ganz ohne Helfer dastehen. Schon beim bisherigen System fällt es schwer, alle Stellen zu besetzen. "Die meisten jungen Leute kommen zwischen Juni und August zu uns. Der Anteil derer, die im Herbst einsteigen, ist verschwindend gering", sagt Rupprecht.

Er hofft, dass die Zivis, ähnlich wie Wehrdienstleistende, die Möglichkeit bekommen, freiwillig einige Monate an den Pflichtdienst anzuhängen. Damit wäre aus Rupprechts Sicht beiden Seiten geholfen. Die Sozialdienste können länger auf ihre qualifizierten Helfer bauen, die jungen Leute könnten die Wartezeit auf den Studien- oder Arbeitsbeginn sinnvoll überbrücken.

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Harald Eckart, Personalleiter beim Diakonischen Werk der evangelischen Kirche, kennt diese Sorgen. Die Diakonie bietet 29 Zivistellen an. Eckart sieht die Regierungspläne als weiteren Schritt in der Kürzung des Zivildienstes. Rein betriebswirtschaftlich betrachtet sei die Grenze des Erträglichen erreicht. Auf Zivis verzichten möchten Eckart und die anderen Verantwortlichen trotzdem nicht: "Der Zivildienst gibt jungen Menschen Einblick in einen Bereich der Gesellschaft, den sie sonst nie zu sehen bekämen. Einige entscheiden sich danach für einen sozialen Beruf." Manfred Rupprecht (BRK) pflichtet ihm bei. Die meisten seiner hauptamtlichen Mitarbeiter seien als Zivis gekommen.

Sigrid Gleich, Zivi-Betreuerin der Caritas in der Diözese Augsburg, glaubt, dass etwa zehn Prozent der Betriebe wegen der Kürzungen gar keine jungen Männer mehr als Zivildienstleistende einstellen. Gerade bei Senioren, Behinderten oder Kindern müssten die Zivis ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Das sei in der kurzen Zeit kaum möglich.(adi)

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