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07. April 2008 20:10 Uhr

Tennishalle wurde zum Tempel

Nur langsam löst sich das Wat Phra Dhammakaya Bavaria von seiner Vergangenheit als Via-Claudia-Tenniszentrum. Im Herbst vergangenen Jahres sind einige thailändische buddhistische Mönche und Laien-Helfer von Göggingen in das "Kloster der Mönche des Dhammakaya-Ordens in Bayern" eingezogen.

Von Hermann Schmid
Königsbrunn - Nur langsam löst sich das Wat Phra Dhammakaya Bavaria von seiner Vergangenheit als Via-Claudia-Tenniszentrum. Im Herbst letzten Jahres sind eine Handvoll thailändischer buddhistischer Mönche und einige Laien-Helfer von Augsburg-Göggingen in das "Kloster der Mönche des Dhammakaya-Ordens in Bayern" eingezogen.

Der deutsche Besucher fühlt sich im Eingangsbereich verloren. Die Hinweisschilder sind fast durchgängig in thailändischer Schnörkelschrift verfasst. Vor allem Thailänderinnen besuchen die religiösen Zeremonien, manchmal auch ihre Kinder oder deutschen Ehepartner. Auf einer Tafel mit Bildern in Blüten-Ornamenten fällt ein deutscher Satz ins Auge: "Wir sind geboren worden um Gutes zu tun".

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Die Mönche und ihre Mitbewohner sind noch immer dabei, sich einzurichten. Seit geraumer Zeit ist der Hinweis auf die Bar Infinity über dem Eingang abmontiert, die Möbel aus dem Lokal sind entsorgt. Dort sitzen nun morgens und mittags die vier Mönche bei ihren Mahlzeiten auf kleinen Kissen um den runden Tisch. Abends fasten sie.

Ein schlanker goldener Buddha ist Blickfang im Meditationsraum

In den Umkleideräumen im Untergeschoss wurden Schlafräume für die Helfer und Besucher eingerichtet. Die kleinere der beiden Tennishallen haben die Mönche bereits als Teil ihres Tempels geweiht. Das bedeutet für alle, die den Raum betreten: Schuhe ausziehen.

Zwei Squash-Courts nahe der früheren Rezeption wurden zu einem größeren Meditationsraum zusammengelegt. Blickfang ist ein schlanker goldener Buddha, typisch für den thailändischen Buddhismus. Hier informierte am Freitag Christian Ehrlich Achtklässler der Bertold-Brecht-Realschule Augsburg von der Öffentlichkeitsarbeit des Tempels über Buddhismus, den Orden und die Wirkung von Meditation.

Zentral sei die Lehre vom Karma, der unvermeidlichen Wirkung von guten und schlechten Taten für dieses oder die kommenden Leben. Deshalb lohne es sich, Gutes zu tun. Aber wie kann man wissen, was gut ist? Ehrlich hat ein einfaches Rezept: "Mal die Seiten wechseln und prüfen: Würde mir gefallen, wie ich gerade mit dem anderen umgehe?"

"Ich bin kein Gott", habe der Buddha seinen Schülern gesagt, so Ehrlich. Seine Erkenntnisse stammen aus der Meditation, jeder könne sie auf diesem Weg erlangen.

Phra Padet Jongsakulsiri betreut von Königsbrunn aus die 15 Dhammakaya-Zentren in Mitteleuropa. Seit 2003 ist er in Augsburg aktiv. Er pflegte dort freundschaftliche Kontakte mit Vertretern anderer Religionen. Das soll auch in Königsbrunn so bleiben. Zudem wollen die Mönche alle Interessierten in ihre Art der Meditation einweisen - ab 3. Mai an jedem ersten Samstag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr.

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