Schwabmünchen/Ettringen (tia) - Bei den Plänen für ihr neues Heizkraftwerk kommt die Ettringer Firma Lang Papier ihren Kritikern zwar ein deutliches Stück entgegen. Die Nachbesserungen lösen für die Mitglieder der Bürgerinitiative Schwabmünchen/Hiltenfingen allerdings nicht die Grundproblematik der Anlage.


Vermehrte Schadstoffe, gesundheitliche Belastungen, vermehrter Verkehr, die Entwertung von Immobilien durch die Nähe einer Müllverbrennung und unter anderem auch Störfälle mit ungeahnten Folgen werden von den Bürgern befürchtet. Rund 450 waren in die Stadthalle gekommen, darunter Bürgermeister, Landratskandidaten und Bürgermeisterkandidaten. Auch Vertreter der Stadt Schwabmünchen waren zum Beispiel da. Sie sind unter anderem stark daran interessiert, wie sich ihr Wasserschutzgebiet mit dem Firmenvorhaben verträgt. Am Dienstag will sich der Stadtrat damit befassen. "Uns interessiert als Bürger nur, was aus dem Kamin rauskommt", so 2. Bürgermeister Heinz Schwarzenbacher.
Besser als das, was man heute hat ...
Die Nachbesserungen, von denen dann Werkleiter Dr. Thomas Krauthauf sprach (wir berichteten) werden nach Ansicht der Firma dafür sorgen, dass die Anlage am Schluss besser sein werde "als das, was man heute hat". Krauthauf: "Den ursprünglichen Antrag haben wir so gestellt, wie wir ihn gebraucht hätten." Genehmigungsfähig sei er auch. Die jetzt abgespeckte Version sei eine freiwillige Selbstverpflichtung und für das Unternehmen an der Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren.
Wobei die Bürgerinitiative Schwabmünchen/Hiltenfingen - im näheren Umkreis bildeten sich jüngst mehrere Initiativen - laut ihres Mitglieds Dr. Joachim Herbold nicht gegen das Unternehmen in Ettringen sei. "Aber wir wollen eine umweltgerechte Energieversorgung und zu der jetzigen Anlage gibt es Alternativen." Eine Kraft-Wärme-Koppelung mit Erdgas wäre nach Ansicht der Initiative eine Möglichkeit, mit der wirtschaftlich gearbeitet werden könne. Das Problem seien aber laut Krauthauf Reststoffe, die man langfristig thermisch verwerten müsse. Die Meinungen der Anlagegegner und des Unternehmens driften weit auseinander. Fest steht, die Bürger wollen zwar Energie für die Firma, aber ohne Müll- und Klärschlammverbrennung in Ettringen.
Bei der Veranstaltung in der Stadthalle wurden etliche Aussagen der Werksleitung von Zuhörern in Zweifel gezogen. So die Aussage zum Verkehrsaufkommen, zur Schadstoffkonzentration oder etwa den Grenzwerten. Von "Verharmlosung der Anlage" und "Schönrederei" war bei Bürgern die Rede. Viele Fragen, so Mitglieder der Initiative, seien noch offen. Sie blieben es auch am Mittwoch. Der Werkleiter konnte etliche Fragen nicht konkret beantworten und berief sich dabei auf Fachleute der Firma, die bei der Veranstaltung allerdings nicht dabei waren. Als das dann letztlich zum Vorwurf gemacht wurde, verließ Krauthauf die Veranstaltung.
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