Freitag, 23. Juni 2017

21. April 2017 11:23 Uhr

Kreis Augsburg

Viele wollen ihm helfen: Elias’ Augen leuchten wieder

Der kleine Elias aus Langerringen ist schwer krank. Nach einem Bericht erreicht seine Familie eine Welle der Hilfsbereitschaft. Unterstützung kommt nicht nur aus dem Kreis Augsburg. Von Uwe Bolten

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Elias Rindle und seine Mutter Angelina (links) freuen sich über den ersten Arbeitstag von Iris Wolter.
Foto: Uwe Bolten

Für den kleinen Elias Rindle kam der Osterhase dieses Jahr direkt ins Haus. Den Weg in die Klinik konnte er sich sparen. Denn: Nach der Berichterstattung in unserer Redaktion über den Notstand in der häuslichen Pflege vor zwei Wochen hat sich bei der Familie aus Langerringen im Landkreis Augsburg vieles getan. „Eine Welle der Hilfsbereitschaft ist über uns geschwappt, die wir vielleicht erhofft, aber nicht für möglich gehalten hätten“, sagt Mutter Angelina.

Wie berichtet, bedarf der zweijährige Bub, der aufgrund eines Gendefektes noch für einige Zeit eine Kanüle in der Luftröhre zum Atmen benötigt (Tracheostoma), eine 24-Stunden-Betreuung. Insbesondere nachts ist die Überwachung sehr wichtig. Aus Personalgründen hatte allerdings der bisher beauftragte Pflegedienst mitgeteilt, ab Anfang April diese Maßnahmen nicht mehr wahrnehmen zu können. So wandte sich die Mutter mit einem Hilferuf an unsere Redaktion. Und die Resonanz aufgrund des Artikels und der Veröffentlichung in der Online-Ausgabe unserer Zeitung sowie auf Facebook war enorm. „Am Morgen der Veröffentlichung ging es schon um 8 Uhr mit Anrufen, Mails und anderen elektronischen Mitteilungen los“, erinnert sich Rindle.

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"Wir waren überwältigt"

Ungefähr 50 Kontakte seien zustande gekommen, worunter sich zwölf qualifizierte Pflegekräfte befunden haben. Viele Menschen hätten versucht, die Mutter mit Informationen und Tipps zu unterstützen. Sogar Nachfragen nach einem Spendenkonto seien dabei gewesen. Um zu verhindern, dass Elias in die Klinik muss, stellte sich sogar eine Pflegekraft aus den Wertachkliniken spontan zur Verfügung, um die Nachtwache zu übernehmen. „Wir waren überwältigt. Nun galt es, die Pflegekräfte mit dem von uns gefundenen Pflegedienst nahe Dresden zwecks Anstellung zusammenzubringen“, sagt Rindle. Dies gelang dann Stück für Stück.

Ein Anrufer benannte einen Pflegedienst aus München, der bereit sei, in Kooperation Elias Pflege und Überwachung zu übernehmen. „Und dies war der Durchbruch“, sagt Rindle. Bis dahin werde aus den gefundenen Kräften eine Zwischenlösung gebildet, sodass ab Mitte des Jahres der Münchener Dienst mit den neuen Kräften die Pflege komplett übernimmt. „In der letzten Woche waren einige Pflegekräfte hier bei uns, um sich das Arbeitsumfeld anzuschauen. Und eine davon ist jetzt schon hier“, sagt Rindle und zeigt auf Iris Wolter, die sich mit Elias auf dem Boden spielend beschäftigt.

Die gelernte Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Intensivpflege hatte ebenfalls den Bericht in unserer Zeitung gelesen und sich gemeldet. „Die Arbeitsbedingungen sind gut und es macht viel Freude, Elias zu betreuen“, stellt Wolter fest. Derzeit noch als geringfügig Beschäftigte wird sie ab Sommer in einer Festanstellung eine von Elias Dauerpflegekräften werden. Bis dahin gelte es, noch ein wenig zu improvisieren, sagt Rindle. Doch ihr Arbeitgeber sowie der Arbeitgeber ihres Lebensgefährten seien sehr nachsichtig und unterstützten die Familie, wo es möglich und vertretbar sei.

Elias schläft nun wieder ruhiger

Durch die sichergestellte Pflege hat sich in dem kleinen Haus stimmungsmäßig viel getan. „Die entspannte Situation ist bei allen deutlich spürbar. Elias ist viel ausgeglichener und er schläft nachts wieder ruhiger. Tagsüber ist er viel aufgeweckter und interessierter. Seine Augen leuchten wieder“, berichtet die Mutter. Sogar dem kleinen Hund der Familie sei die Veränderung anzumerken.

„Alle Angehörigen von Elias sind sehr glücklich und dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die wir von vielen Seiten erfahren haben. Die Versorgung von Elias ist nun durchgehend gesichert, er muss zur Überwachung nicht in die Klinik“, resümiert die Mutter und blickt zu Elias. Der sitzt gerade auf dem Boden, spielt – und lächelt glücklich vor sich hin.

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