Sonntag, 23. Juli 2017

21. April 2017 16:00 Uhr

Sonderausstellung

Von der Kaffeemühle zur Kaffeekapsel

Das Schwäbische Volkskundemuseum widmet sich bis September dem Thema „Sparen, Verschwenden, Wiederverwenden“. Es zeigt, dass Recycling früher sogar mehr gepflegt wurde als heute.

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Recycling ist ein relativ neues Wort. Dabei war es bis vor nicht allzu langer Zeit üblich, Dinge zu reparieren oder in anderer Funktion wiederzuverwenden. Die neue Sonderausstellung „Sparen, Verschwenden, Wiederverwenden. Vom Wert der Dinge“ im Schwäbischen Volkskundemuseum Oberschönenfeld widmet sich diesem Thema. Bis zum 10. September wird dort anschaulich gezeigt, wie sich die Lebensweise der Menschen von der jahrhundertelang gepflegten Sparsamkeit zur Wegwerfgesellschaft entwickelt hat.

Bei diesem umfassenden Themenkomplex hat sich Ausstellungsmacherin Dorothee Pesch mit ihren Kollegen vor allem auf die letzten Jahrzehnte konzentriert, in denen die Umwälzungen besonders gravierend waren.

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„Heute leben wir in einer Überflussgesellschaft, in der Haushalte in immer kürzeren Zeitabständen Hausrat und Kleidung verbrauchen und Lebensmittel oft achtlos entsorgen“, so Dorothee Pesch.

Küchensiebe aus umfunktionierten Armee-Stahlhelmen

Sie zeigt in der Ausstellung Beispiele, wie in früheren Zeiten Gegenstände wiederverwendet wurden. So landeten beim Abriss eines Hauses gerettete und gesäuberte Ziegel oftmals wieder in den Mauern von Neubauten. Vielen noch bekannt sind die Fleckerlteppiche, die aus Stoffresten gefertigt wurden. Ein Webstuhl mit begonnenem Teppich ist zentral aufgestellt. In Zeiten sparsam vorhandener Mittel war der Einfallsreichtum umso größer: Zu sehen sind etwa Küchensiebe, die erst bei ganz genauem Hinsehen verraten, dass es sich bei ihnen um umfunktionierte Stahlhelme aus Armeebeständen handelt.

Auch wenn das „Wirtschaftswunder“ begann, war bis weit in die 50er-Jahre hinein noch Sparsamkeit angesagt. Heute kaum noch zu sehen sind geflickte Kleidungsstücke – wenn, dann sind dies meist moderne Jeans, die aus Modegründen künstlich zerschlissen und geflickt werden. Nicht zuletzt durch die stetig wachsende Verbreitung von Kunststoffen in allen Lebensbereichen änderte sich das. Beispiele aus der Region sind etwa Kleidungsstücke der einstigen Firma Trevira sowie Blusen aus Nylon oder Perlon. Beliebtes Material für Telefonapparate oder Radios und Stromschalter war der Kunststoff Bakelit.

Ein Supermarkt hat inzwischen rund 20.000 Produkte zur Auswahl

Andererseits wird gut erhaltene Kleidung aus Altkleidercontainern weiterverkauft, der Rest wird zu Putzlumpen oder Dämmmaterial verarbeitet. Weil uns heutzutage Dinge aus einem riesigen Angebot scheinbar grenzenlos und auch grenzenlos günstig zur Verfügung stehen, hat die Wertschätzung abgenommen, die diesen Gebrauchsgütern oder Lebensmitteln entgegengebracht wird. So landen inzwischen viele Lebensmittel im Müll, die eigentlich gebrauchsfähig wären. Hatte ein Supermarkt um 1950 noch circa 1400 Produkte zur Auswahl, sind es heute je nach Marktgröße mehr als 20000.

Die Folge: Es entsteht immer mehr Müll, der entsorgt werden muss und der die Umwelt belastet. Anschaulich haben Studenten zusammengestellt, wie viel Müll eine durchschnittliche Familie produziert. Dem gegenüber gestellt wird die deutlich geringere Abfallmenge, die bei einem bewussten Verzicht auf aufwendig verpackte Waren zurückbleibt.

Anschaulich verdeutlicht wird das mithilfe der Kombination einer alten Kurbel-Kaffeemühle mit Kaffeekapseln moderner Automaten.

Öffnungszeiten bis zum 10. September jeweils Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 17 Uhr.

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Ein Artikel von
Gerald Lindner

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