Samstag, 25. Mai 2013

29. April 2012 19:39 Uhr

Königsbrunn

Ware gegen Ware

Einkaufen ohne Geld. Großer Ansturm auf die Börse. Besucher warteten bereits am Vormittag mit Klappstühlen auf die Eröffnung Von Andrea Collisi

Einen großen Erfolg verbuchten die Organisatoren des vierten Warentauschtag in Königsbrunn. Bei Sommerwetter blieben ihnen die Warenbelieferer oder Käufer keineswegs aus, im Gegenteil. Morgens bei der Warenabgabe war der Andrang enorm groß. Viele richteten sich gleich mit Klappstühlen hinter der Absperrung auf dem Schulhof der Fritz-Felsenstein-Schule ein, um ja rechtzeitig hinein zu kommen, wenn am Mittag geöffnet würde. Schwer war es da dem Betteln und Drängen nicht nachzugeben. Ulrich Galas und Jürgen Müller vom Organisationsteam betonten aber, dass sie aus der letztjährigen Erfahrung heraus dem Ansturm nicht nachgegeben hätten und ganz pünktlich um 13 Uhr erst öffneten. Die letzten zehn Sekunden zählte Jürgen Müller mit den Wartenden im Chor runter. Da stürmten an beiden Eingängen an die hundert Leute drauf los. „Solche Bilder sieht man sonst nur bei Apple, Ikea oder Mediamarkt“, kommentierte Müller diesen Andrang. Über den Nachmittag verteilt waren wohl mehr als 500 Menschen da.

Menschen die nur schnell ihr Schnäppchen machen wollten, aber einige auch, die gemütlich durchschlendern, mal hier etwas interessant fanden, mal dort etwas mitnahmen. 120 Biertische waren voll gefüllt mit Allerlei. „ Es ist immer wieder faszinierend, dass immer noch soviel abgeben wird“, staunte Galas. Doch es kommen ja auch immer wieder neue Menschen – auch aus der weiteren Umgebung. Im Großraum Augsburg ist das, was das siebzig Mitglieder umfassende Team um Jürgen Müller leistet, einzigartig. Doch es macht inzwischen Schule. Beim Bundestauschringtreffen 2011 hatten die Königsbrunner einen Workshop zur Organisation eines Warentauschtag abgehalten. Mit vielen Tauschringen steht Jürgen Müller seither in Verbindung. Aus Fürth kamen Tatjana Roos und Ingrid Wantscha vom dortigen Tauschring „Nimm und Gib“. Sie wollen im nächsten Jahr ebenfalls einen Warentauschtag anbieten und informierten sich nun, worauf man achten sollte. Sehr angetan waren sie von der klaren Struktur mit den verschiedenen Kategorien, in die die Waren eingeteilt werden: Elektro, Haushalt, Bücher, Spielzeug und Krimskrams. „Und die vielen Helfer, die sich da so engagiert einbringen, das überrascht und begeistert uns doch total“, äußerten sie sich.

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In dieser klaren Ordnung sieht Müller auch das Erfolgskonzept des Warentauschtages. Um seine vielen Helfer ist er sehr froh. Alle würden dafür einen zehn Stunden Tag opfern, denn vor und nach dem offiziellen Teil würde ja noch das Herrichten und Abräumen der Biertische oder das Entsorgen des Mülls auf sie warten. Was an Waren übrig bleibe, müsse neu verpackt werden. Dies werde dann beim Markt der Vereine am Stand der Zeitbörse neu angeboten. Nur etwa fünf Prozent sei das dieses Mal, schätzt Müller, genauso wie bereits 80 Prozent der Waren in der ersten Stunde weg gewesen seien. Eine schöne Bestätigung für das Prinzip „Tauschen ohne Geld“.

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