Der öffentliche Widerstand gegen die geplante Müllverbrennung in der Ettringer Firma Lang Papier wächst: In seiner Sitzung hat der Hiltenfinger Gemeinderat einstimmig beschlossen, formell Widerspruch und Einwendung zu erheben.

Hiltenfingen (wifu) - Der öffentliche Widerstand gegen die geplante Müllverbrennung in der Ettringer Firma Lang Papier wächst: In seiner Sitzung hat der Hiltenfinger Gemeinderat einstimmig beschlossen, formell Widerspruch und Einwendung zu erheben, "da durch dieses geplante Vorhaben das Recht der Hiltenfinger Bürgerinnen und Bürger auf Leben, körperliche Unversehrtheit (Art. 2 II GG) und Eigentum verletzt wird". Die Sitzung fand wegen des großen Interesses der Bürger in der Mehrzweckturnhalle statt. Anwesend waren auch Vertreter der neu gegründeten Bürgerinitiative Schwabmünchen-Hiltenfingen, die in Zusammenarbeit mit den bereits bestehenden Initiativen in Gennach und Ettringen weitere Aktionen plant.
Bürgermeister Kornelius Griebl hat eingangs den aktuellen Stand zusammengefasst. Die Gemeinde Hiltenfingen sei demnach Anfang Januar durch das Landratsamt Unterallgäu über die Pläne der Papierfabrik informiert und als Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme gebeten worden. "Die Planunterlagen für das Heizkraftwerk liegen bis zum 12. Februar öffentlich aus und können im Rathaus eingesehen werden", sagte Griebl. Dabei können Bürger ihre Bedenken und Einwände einreichen. Einsprüche können auch noch bis 25. Februar im Landratsamt oder bei der Gemeinde vorgebracht werden. Wie Griebl weiter berichtete, habe sich die Gemeinde bei der Firmenleitung der Lang Papier bisher vergeblich um einen Termin für eine Informationsveranstaltung in Hiltenfingen bemüht. "Ich habe den Eindruck, dass seitens des Unternehmens keine weiteren Aufklärungsveranstaltungen gewünscht sind", so Griebl.
Gesundheitsgefährdung wird befürchtet
Der formelle Widerspruch der Gemeinde Hiltenfingen gegen das geplante Projekt wird unter anderem dadurch begründet, dass die zu erwartenden Beeinträchtigungen zu enormen Gesundheitsgefährdungen bei Mensch und Tier und auch zu erheblichen Wertminderungen bei den Immobilien führen würden. "Die Entwicklung und der Bestand der Gemeinde Hiltenfingen ist für die Zukunft nachhaltig gefährdet", heißt es dort wörtlich. "Die Gemeinde Hiltenfingen will deshalb die Verbrennung der im Genehmigungsantrag für die Restmüllverbrennungsanlage aufgeführten Stoffe wie Klärschlamm, Ersatzbrennstoffe und des von auswärtigen Myllykoski-Werken angefahrenen Abfalls verhindern. Es wird gefordert, dass der bestmögliche Stand der Technik für Filteranlagen an Müllverbrennungsanlagen als Basis im Genehmigungsbescheid anzusetzen ist. Eine weitere uneingeschränkte Forderung der Gemeinde Hiltenfingen ist es, dass der Betrieb der Anlage kontinuierlich zu überwachen, entsprechende Messungen regelmäßig durchzuführen und die festgesetzten Grenzwerte in Abhängigkeit mit der Menge des verbrannten Mülls permanent einzuhalten sind."
Wie berichtet, sollen in dem geplanten Heizkraftwerk der Firma Lang jährlich bis zu 440 000 Tonnen Abfall verbrannt werden. Das Werk wäre somit die zweitgrößte Müllverbrennungsanlage Bayerns. Vertreter der Bürgerinitiative Schwabmünchen-Hiltenfingen sprachen in der Gemeinderatssitzung von einer "ökologischen Katastrophe", sollte das Projekt verwirklicht werden. Dies will die Bürgerinitiative mit öffentlichem Druck verhindern: So finden am 8. Februar um 20 Uhr in der Hiltenfinger Mehrzweckturnhalle und am 13. Februar um 19.30 Uhr in der Schwabmünchner Stadthalle weitere Informationsveranstaltungen zu diesem Thema statt.
Nähere Informationen sind auch unter www.gesundes-wertachtal.de erhältlich.
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