Dienstag, 24. Oktober 2017

19. Juni 2017 19:00 Uhr

Königsbrunn

Wie aus Lkw-Planen Taschen werden

Ein Familienunternehmen in Königsbrunn fertigt Taschen aus den unterschiedlichsten Materialien. Was „Upcycling“ bedeutet und welche Rolle ein Kaffeesack bei den Produkten spielt.

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NähTascha, Cutterina und Constanze stehen bereit und warten auf ihren Einsatz. Sobald ein neuer Auftrag eingeht, sind sie gefragt. Dann müssen sie nähen, cutten und stanzen.

Die drei kleinen Helferinnen sind Nähmaschinen und gehören Isolde und Daniel Jansen. Die beiden sind Mutter und Sohn und haben zusammen eine Taschenmanufaktur in Königsbrunn. Mit ihrer Marke Schmuggler verkaufen sie seit 2011 Taschen aus Upcycling-Materialien wie Lkw-Planen, Kaffeesäcken, Feuerwehr- und Fahrradschläuchen. „Upcycling heißt, dass wir gebrauchte Materialien in Verbindung mit neuen Materialien wie Verschlüssen aufwerten“, erklärt Daniel Jansen.

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Die Idee für die Taschen kam von seiner Mutter. In der Firma, in der sie zuvor gearbeitet hat, wurden Lkw-Planen weggeworfen. Sie habe sich dann überlegt, wie man diese weiter benutzen könne, erzählt Isolde Jansen. Zusammen mit ihrem Sohn habe sie dann „herumgetüftelt“. Mit einer haushaltsüblichen Nähmaschine stießen die beiden schnell an ihre Grenzen. Daniel Jansen baute deshalb eine Industrienähmaschine um, damit er auch Lkw-Planen verarbeiten konnte. Zunächst dienten Wohnzimmer und Garten als Fabrik, vor knapp vier Jahren ist das Familien-Unternehmen dann in das Industriegebiet im Königsbrunner Norden umgezogen.

Die Feuerwehr Königsbrunn kam mit Blaulicht

Das nötige Wissen für ihre Taschenmanufaktur haben sie sich selbst erarbeitet. Isolde Jansen hat früher hobbymäßig genäht, ihr Sohn hatte als gelernter Heizungsbauer keinerlei Vorkenntnisse. „Er hat das Nähen aber innerhalb kürzester Zeit gelernt. Inzwischen ist er besser als ich, weil er die Maschinen auch gleich einstellen und präparieren kann“, sagt seine Mutter. Jedes Gerät wird in der Manufaktur so umgebaut, dass es perfekt für die Taschenherstellung geeignet ist. Die Geräte haben – je nach Funktion – ihren eigenen Namen erhalten.

Alle Taschen fertigen die beiden in Handarbeit an. Dabei beginnen sie bei jeder einzelnen Bestellung nicht von vorne. Viele Teile schneiden die beiden zum Beispiel vor. Je nach Tasche benötigen sie ein bis drei Stunden zur Fertigstellung. Die Materialen bekommen sie zum Teil aus der Region. Die Feuerwehrschläuche sind zum Beispiel von der Feuerwehr Königsbrunn. „Die sind damals mit Lastwagen und Blaulicht angefahren“, erinnert sich Daniel Jansen.

Kunden möchten etwas Besonderes

Ihre Upcycling-Taschen sind für die beiden inzwischen zum Hauptberuf geworden. „Er ist der Tüftler und ich führe aus“, erklärt Isolde Jansen die Arbeitsaufteilung. Wenn viel los ist, muss neben Mutter und Sohn auch die Schwester aushelfen. Das sei vor allem in der Weihnachtszeit der Fall. Der Verkauf für ihre Produkte läuft online: Die Taschen haben die beiden zuerst auf DaWanda angeboten, einem Online-Marktplatz für selbst gemachte Produkte. Seit vier Jahren haben sie auch eine eigene Website.

Auf den Firmennamen Schmuggler ist der Sohn bei „viel Pizza und Wein“ mit zwei Freunden gekommen. Der Name sollte etwas Witziges sein, erzählt er. Man habe sich dann überlegt, dass man in Taschen viel hineinpacken – also schmuggeln – kann. Im Laufe der Jahre haben die Beiden das Sortiment erweitert. Zu Beginn haben sie ihre Taschen, die es ab knapp 100 Euro gibt, nur aus Lkw-Planen angefertigt. Inzwischen sind 95 Prozent ihrer verkauften Taschen aus gemischten Materialien: Der Taschendeckel besteht zum Beispiel aus einem Kaffeesack, der Korpus weiterhin aus Lkw-Planen. „Die Menschen möchten etwas Besonderes“, erklärt Isolde Jansen. Deshalb fertigt die Taschenmanufaktur auch Sonderwünsche an. Manche Kunden würden zum Beispiel eigene Schläuche schicken, aus denen eine Tasche entstehen soll, sagt Daniel Jansen.

Spezielle Taschen für Rollstuhlfahrer

Die Beiden haben auch schon Sondermodelle für Rollstuhlfahrer gefertigt. Die Taschen haben dann spezielle Verschlüsse. Auch der Deckel wird anders gefertigt, damit die Rollstuhlfahrer gleich in die Tasche greifen können, wenn sie sich umdrehen.

Neben Taschen für Privatkunden wollen Mutter und Sohn auch verstärkt Werbetaschen anfertigen. Viele Unternehmen würden Taschen aus eigenen Lkw-Planen an Mitarbeiter und Kunden verschenken, erklären die Beiden. Momentan fertigen sie 1250 Taschen für eine Spedition an. Viel Arbeit also für NähTascha, Cutterina und Constanze.

Verlosung: Auf der Facebook-Seite der Schwabmünchner Allgemeine verlosen wir drei Taschen der Firma Schmuggler.

Verkauf: Die Taschen gibt es online unter: www.schmuggler-shop.de. Wer eine Sonderanfertigung möchte, kann nach Terminabsprache auch in die Taschenmanufaktur (Wikingerstraße 16 in Königsbrunn) kommen.

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Ein Artikel von
Anja Ringel

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