Montag, 20. November 2017

13. April 2011 00:04 Uhr

Lesung

Wie man reich wird

Der Autor und Journalist Nikolaus Nützel erklärt Schülern in Bobingen verschiedene Wirtschaftsmodelle

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Zusammen mit Schülern zeigte Nikolaus Nützel, wie aus den zehn Hauri-Muscheln im Schatzkästchen finanztechnisch 13 werden.
Foto: Ingeborg Anderson

Bobingen Wenn aus zehn Kauri-Muscheln 13 werden, wird Geld durch Verleihen erfunden und die Mechanismen des Finanzmarktes beginnen zu greifen. Wie das funktioniert, demonstrierte Nikolaus Nützel den Schülern der achten Klassen der Bobinger Realschule auf anschauliche Weise.

Der Münchner Autor und Wirtschaftsjournalist las in Bobingen aus seinem Buch „7 Wege reich zu werden – 7 Wege arm zu werden“, in welchem er die Mechanismen der Wirtschaft anschaulich dargestellt hat. In seinen Modellen kommen unter anderem Stars wie Michael Ballack, ein Ölscheich und Hartz IV vor.

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Ebenso wie sein Buch war seine Lesung in der Realschule weniger eine Anleitung als vielmehr eine kurzweilige nachvollziehbare Darstellung. „Wirtschaftsgesetze sind keine Naturgesetze, sie beruhen auf Übereinkünften“, stellte Nützel seinen Ausführungen voran. Wenn er bei den Schülern versuchte, Monopoly-Geld gegen Euro zu tauschen, wurde ihnen schnell klar, dass – obwohl beides nur ein Stück Papier – der Euro doch als allgemein anerkannte Währung vertrauenswürdiger ist. Ebenso wurde eine Goldmünze sofort als wertvoll erkannt; die Wertschätzung dieses Metalls beruht auf einer allgemein akzeptierten Abmachung. Wie spekuliert wird, welche Möglichkeiten und Risiken sich hier auftun, erläuterte Nikolaus Nützel anschaulich anhand der „Tulpomania“, der Spekulation mit Tulpenzwiebeln im 17. Jahrhundert in den Niederlanden.

Mit großem Interesse folgten die Schüler Nützels Ausführungen und Beispielen, wenn er zeigte, wie Produktivität und die Verteilung des Reichtums sich auf den Einzelnen auswirken und ganze Regionen beeinflussen. „Wie wurde das Papiergeld erfunden?“, war eine der von ihnen gestellten Fragen. Außerdem fragten die Schüler nach der Arbeit und den bereits erschienenen Büchern des Autors.

Über ihren eigenen „Weg zum Reichtum“ hatte nur eine Schülerin eine Vorstellung: „Einen Ölscheich heiraten.“ Der Rat, den der Autor den Schülern mit auf den Weg gab, war anders: „Neugierig sein und manchmal auch etwas lesen.“ (inge)

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