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16. Januar 2009 04:36 Uhr

Zweite City-Galerie am Gasometer?

Gersthofen Scharf und unmissverständlich ablehnend hat der Gersthofer Bauausschuss auf Pläne der Neusässer Junior Schmid GmbH zur Umnutzung des Gaswerks in Augsburg-Oberhausen in ein Kultur-, Erlebnis- und Einkaufszentrum reagiert. Vor allem eine Zahl rief bei den Stadträten ungläubiges Staunen und Verärgerung hervor: Auf dem Areal am Gaskessel soll auf 19 500 Quadratmetern Einzelhandel entstehen. Zum Vergleich: Die Augsburger City-Galerie am Vogeltor bietet Einzelhandel auf 23 000 Quadratmetern.

Zweite City-Galerie am Gasometer?
Foto: ALFA

Nachbar will erbitterten Widerstand leisten

Vertreter aller Parteien sehen den eigenen Einzelhandel immer mehr durch Großprojekte im Norden Augsburgs unter Druck gesetzt, sogar zum Teil in der Existenz gefährdet. "Erst das Portal Nord-West, dann das Coca-Cola-Gelände und jetzt noch das Gaswerk - alles in Oberhausen", sagte Bürgermeister Schantin (CSU) kopfschüttelnd.

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Im Fall Gaswerk sind die Gersthofer entschlossen, im von der Regierung von Schwaben eingeleiteten Raumordnungsverfahren erbitterten Widerstand zu leisten. So lag den Räten schon am Mittwochabend ein von der Kommune in Auftrag gegebenes Gutachten der Cima Beratung + Management (München) vor. Schantin und Stadtbaumeister Thomas Berger machten kein Hehl daraus, dass dieses Werk nicht zuletzt eine Replik auf ein von Junior Schmid beauftragtes Gutachten der Erlanger Markt und Standort Beratungsgesellschaft ist.

Die Cima lässt an dem Erlanger Gutachten, welches keine negativen Auswirkungen durch das Vorhaben für die Augsburger Innenstadt und den umliegenden Kommunen sieht, kein gutes Haar. Es sei weder handwerklich noch inhaltlich geeignet, auch nur Mindestanforderungen für ein Gutachten dieser Art zu erfüllen. Die Cima sieht als Kernpunkte: Die Auswirkungen auf den Einzelhandel durch Umsatzverlagerung werden vernachlässigt. Das Areal sei nicht ausreichend in die Wohnbebauung integriert und zudem dezentral - deswegen sei dort schon nach dem Augsburger Konzept kein Platz für Einzelhandel mit innenstadtrelevanten Sortimenten, wie Textilien, Schuhe oder Nahrungsmittel.

Was ist auf dem Gelände, das im Besitz der Stadtwerke Augsburg ist, geplant? Einmal sollen dort in einem Umfeld mit denkmalgeschützen Gebäuden anspruchsvolle Kultur- und Freizeiteinrichtungen entstehen - gleichzeitig großzügige Möglichkeiten zum Einkaufen: "Wir wollen dort qualitativ hochwertigen Einzelhandel mit zum Teil ökologischer Ausrichtung ansiedeln, und zwar nicht in geballter Form, wie in anderen Einkaufszentren. So etwas gibt es in der Region bisher noch nicht", sagt Robert Schmid, Geschäftsführer von Junior Schmid, gegenüber unserer Zeitung.

Bürgermeister wittert "Mogelpackung"

Durch dieses Konzept sei sichergestellt, dass sich der Konkurrenzdruck auf andere Einkaufshochburgen kaum bemerkbar machen werden würde. Schmid legt Wert auf die Feststellung, dass das Engagement in Oberhausen nichts mit seinen Ambitionen in einem zukünftigen Gewerbegebiet beim Neusässer Titania zu tun habe. Dort hatte die Regierung von Schwaben das Konzept abgelehnt, Schmid hält jedoch einen neuen Anlauf mit einer abgespeckten Variante für möglich.

In punkto Gaswerk bezog Bürgermeister Schantin klar Stellung: "Das Ganze ist für mich eine Mogelpackung. Nichts gegen Kultur und Ökologie, aber unter dieser Verpackung geht es ganz klar um kommerziellen und innenstadtrelevanten Einzelhandel."

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