Königsbrunn So langsam sind sie alte Hasen bei Spitzenveranstaltungen Die beiden Squasher Andre Ergenz und Simon Vaclahovsky haben schon viel von der Welt durch ihren Sport gesehen. Von Reinhold Radloff

Und auch heuer stehen wieder absolute Topereignisse bei den beiden Spielern des Squash Clubs Königsbrunn auf dem Programm. Andre Ergenz reist zur Europameisterschaft nach Prag, und Simon Vaclahovsky darf sogar zur Weltmeisterschaft nach Ecuador.
Nominiert wurden die beiden von Bundestrainer Oliver Pettke. Er kennt die Jungs seit Jahren und weiß sowohl um ihren täglichen Trainingsfleiß, ihre große Konstanz als auch ihre absolute Nervenstärke bei Turnieren. Bei allem Glück, Ergenz hatte sogar noch Pech. Der 14-Jährige muss in der U 17 starten, weil er während des Turniers (5.-9. Mai) seinen 15. Geburtstag hat. "Sonst wären unsere Chancen noch besser gewesen", glaubt der Schüler der Reischel'schen Wirtschaftschule und tippt jetzt darauf, dass er mit dem Team Deutschland (2 Jungs und ein Mädchen) sich wohl bis ins Viertelfinale vorkämpfen kann. Ganz vorne werden seiner Meinung nach England und Frankreich landen, zwei Nationen, die traditionell stark im Squash sind.
Um mit der Nationalmannschaft ja nicht zu patzen, trainiert er derzeit besonders fleißig. Neben der harten Arbeit im Court geht er aber auch noch zum Schwimmen und Joggen sowie ins Fitnessstudio. Wie gut er drauf ist, das wird sich bei der deutschen Meisterschaft zeigen.
Wesentlich weiter in die Welt hinaus geht es für Simon Vaclahovsky. Er reist zur Weltmeisterschaft nach Ecuador, und das gleich für vier Wochen. "Weil wir dort auf über 2600 Meter spielen, absolvieren wir vor den Wettkämpfen ein Höhentraining", erzählt der 17-Jährige begeistert.
Er hofft, dafür vom Rudolf-Diesel-Gymnasium eine Befreiung zu bekommen. "Bis jetzt hat es immer geklappt. Ich muss dann eben den Stoff nachlernen", erklärt der G-8ler, der auch weiß: "Wir müssen uns spielerisch dort umstellen, weil der Ball wegen der dünnen Luft ganz anders fliegt." Ihm widerfuhr ein ähnliches Schicksal wie seinem Vereinskollegen.
Er ist gerade erst 17 Jahre alt geworden und muss deswegen schon bei der U 19 spielen. Aus diesem Grund rechnet er sich im Einzel auch keine großen Chancen aus. "Die Ägypter und Pakistani werden wohl ganz weit vorne landen. In ihren Ländern ist Squash Nationalsportart und sehr elitär. Die sind teilweise sogar Profis." Mit der Mannschaft rechnet sich Vaclahovsky bessere Chancen aus. Die vier Buben wollen unter die ersten zehn kommen.
Natürlich ist ein vierwöchiger Aufenthalt sehr teuer, zu teuer für den kleinen deutschen Squash-Verband. Finanziell ermöglicht wird das ganze Unterfangen durch eine Einladung des mexikanischen Verbands, der wiederum eine Versicherung als Sponsor hat. Vaclahovsky muss sich für Ecuador zwar nicht mehr bewähren, aber er möchte trotzdem gut bei den deutschen Meisterschaften in einer Woche abschneiden.
"Wenn's gut läuft, werde ich Dritter. Mein Hauptkonkurrent ist Rudi Rohrmüller aus Taufkirchen. Er spielt absolute Weltspitze und wurde schon in die Herren-Nationalmannschaft berufen." Die großen Gegner werden dann bei der WM vom 9. Juli bis 10. August zu Partnern.
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