Samstag, 18. November 2017

31. März 2011 00:13 Uhr

12.000 Kilometer

Zwei Bobinger radeln von Augsburg nach Tibet

Christian Rottenegger und Annette Kniffler aus Bobingen bereiten sich auf 12.000 Kilometer mit dem Rad vor. Von Augsburg nach Tibet. Gleich im Anschluss geht es auf einen Achttausender.

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Auf bereits gepackten Fahrrädern sitzen Christian Rottenegger (l) und Anette Kniffler starten am 1. April von Augsburg aus auf ihren Rädern in Richtung Tibet. Dort angekommen will Rottenegger den 8013 Meter hohen Shisha Pangma besteigen.
Foto: dpa

Drangvolle Enge herrscht in dem Kellerraum ihres Hauses. Überall an den Wänden hängen Kletterutensilien, Sportgeräte und Bergsteigermaterial. Auf dem Fußboden liegen technisches Equipment, Kleidung, Schlafsäcke, Zeltzubehör, blaue Tonnen und, und, und. „Packen ist richtig Stress“, sagt Christian Rottenegger, Weltenbummler, Fotograf, Abenteurer, Extrembergsteiger und, und, und. Er blickt etwas ratlos auf all die Dinge, die in die anscheinend viel zu kleinen Radtaschen sollen. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Annette Kniffler räumt er hin und her. Am 1. April müssen sie damit fertig sein, denn dann geht es auf die Ultratour 2: Über 12000 gefährliche Kilometer auf dem Rad liegen vor ihnen, bevor sie dann zusammen mit Freunden den 8027 Meter hohen Shisha Pangma besteigen wollen.

Unglaublich, was alles mit auf den Drahtesel muss, nachdem über 100 Kilogramm zusätzliche Bergausrüstung eingeflogen werden: 20 Kilogramm Kamerausrüstung, Klamotten für Hitze und Kälte, Zelt, Matratzen, Schlafsack, Kocher, Wasseraufbereiter, Solaranlage, Netbook, Handy, Satellitentelefon, Spezialapotheke und, und, und. Und Formulare, Visa, Ausweise, Permits – die Liste will nicht enden.

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Auch wenn an alles gedacht ist, es bleiben jede Menge Unwägbarkeiten: „Werden wir unterwegs von Hunden angefallen, von Lkw überfahren, von Krankeit und Stürzen heimgesucht, überfallen, ausgeraubt?“ Die beiden wollen sich gar nicht ausmalen, was noch alles passieren kann, denn sie freuen sich unglaublich auf das nächste halbe Jahr, auch wenn es sicherlich eine gigantische Tortur wird.

Da warten Eiseskälte auf über 5000 Meter hohen Bergpässen, glühende Hitze und wenig Wasser in der größten Sandwüste der Welt, der Taklamakan, oder in der kasachischen Steppe Sand- und Schneestürme.

Der Willkür der Behörden ausgeliefert

Doch viel schlimmer als all das zusammen schätzen die beiden die Grenzproblematiken ein: „Wir haben alle Formalitäten erfüllt und sind offenbar gerüstet, aber ob wir zum Beispiel nach China einreisen dürfen, das steht trotzdem in den Sternen“, erzählt Rottenegger. „Wir sind der Willkür der Behörden ausgeliefert.“ Fest steht, dass sie nicht allein durch das riesige Land radeln dürfen: „4000 Euro zahlen wir allein dafür, dass uns 30 Tage lang ein Militärjeep begleitet und die Soldaten uns auf Schritt und Tritt beobachten.“ Und weil Tibet für Touristen derzeit völlig gesperrt ist, fahren die Abenteurer anschließend mit noch bangerem Herzen auf diese Grenze zu.

Und trotzdem: „Wir denken in Etappen. So werden wir alle Probleme meistern.“ Ob das so kommt, das steht Mitte September fest, wenn sie am ersten Ziel, dem Fahrerlager des Shisha Pangma, angekommen sind. Was dann kommt, davon schwärmt Kniffler schon jetzt: Die Abfahrt von 5500 Meter auf unter 1000 Meter nach Katmandu, wo ihre Bergsportfreunde eintreffen.

Dann ruft der Berg. Sechs Freunde, ein Koch, ein Küchenjunge, drei Höhenlager, ein schneller Gipfeltag und wieder runter, teilweise auf Skiern. Alles ohne Sauerstoff. Eine gigantische Herausforderung.

Um all das durchzustehen, trainierten Rottenegger und Kniffler hart, nachts nach der Arbeit in den Bergen auf der Straße, auf dem Hometrainer. Und trotzdem: „Die wirkliche Kondition, auch die für den Berg, holen wir uns erst auf der Tour“, ist sich der Bobinger sicher. Hart gearbeitet haben die beiden auch an ihrem Übergewicht. Sechs bis acht Kilogramm haben sie sich „angefressen“, um bis Ende Oktober wieder bis zu 15 Kilogramm durch die Anstrengung verlieren zu können.

Drei Jahre von der Idee über die Planung bis zur Realisierung. Das große Abenteuer steht bevor. „Wir können’s kaum erwarten“, sind sie sich einig und packen weiter.

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Augsburg | Bobingen | China

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Ein Artikel von
Reinhold Radloff

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