Donnerstag, 21. September 2017

14. September 2017 00:04 Uhr

Olympia

Beachvolleyball am Eiffelturm

Erstmals seit fast 100 Jahren werden Sommerspiele wieder gleichzeitig an zwei Städte vergeben. Warum die Vergabe nach Paris und Los Angeles wenig überraschend ist

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Erstmals seit fast 100 Jahren hat das Internationale Olympische Komitee zwei Sommerspiele wieder gleichzeitig vergeben: 2024 ist Paris Gastgeber – 2028 Los Angeles. Die Vollversammlung des IOC, die Session, billigte am Mittwoch in Lima einstimmig das entsprechende Abkommen mit beiden Städten. Das IOC-Treffen, das noch bis Samstag andauert, ist durch Korruptionsvorwürfe um gekaufte Stimmen bei der Vergabe der Spiele in Rio de Janeiro 2016 und Tokio 2020 belastet.

Die Entscheidung, die per Handzeichen der IOC-Mitglieder getroffen wurde, ist ein erster Versuch, die Vergabepraxis zu reformieren und Bestechungsversuchen künftig vorzubeugen. Das IOC hat zudem Planungssicherheit bei dem Milliardengeschäft mit den Sommerspielen für elf Jahre. Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, sprach von einer „goldenen Gelegenheit“. „Zwei großartige Städte aus zwei großartigen Ländern mit einer großartigen olympischen Geschichte. Das ist eine Win-win-Situation.“

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Paris und Los Angeles haben bürgernahe Konzepte auch für die Paralympischen Spiele vorgelegt und werben mit vergleichsweise geringeren Kosten, da die meisten Sportstätten bereits bestehen. Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, zeigte sich in Lima tief berührt und sprach von einem historischen Abkommen.

Die französische Hauptstadt, die mit dem Motto „Made to share“ antritt (Gemacht, um zu teilen), will beispielsweise das Stade de France als Olympiastadion nutzen. Mehr als 90 Prozent der Wettkampfanlagen stehen schon beziehungsweise werden nur zeitweise aufgebaut wie beispielsweise das Beachvolleyballstadion am Eiffelturm. Die Wege für Besucher und Athleten sollen im historischen Zentrum kurz sein. Paris kalkuliert mit Kosten in Höhe von 6,2 Milliarden Euro. Paris war mit Bewerbungen für 2008 und 2012 gescheitert. 1900 und 1924 war die Stadt schon zwei Mal Gastgeber. Nun kommt die Metropole symbolträchtig nach 100 Jahren wieder zum Zuge.

Los-Angeles-Bürgermeister Eric Garcetti versprach große Spiele nach dem Motto „Follow the sun“ (Folge der Sonne): „Die Menschen in LA nehmen die Spiele nicht als etwas wahr, was in elf Jahren stattfindet, sondern die Spiele beginnen heute.“ Los Angeles war auch schon zwei Mal Ausrichter. Wie 1932 und 1984 will man das Los Angeles Memorial Coliseum als Olympiastadion nutzen. Mit 5,3 Milliarden Dollar will die Stadt auskommen (knapp 4,5 Milliarden Euro). Das IOC schießt 1,8 Milliarden Dollar zu. Auf einer außerordentlichen Vollversammlung hatte das IOC am 11. Juli den Weg für die erst zweite Doppelvergabe freigemacht: Im Juni 1921 waren die Spiele 1924 an Paris und 1928 an Amsterdam vergeben worden. Der IOC-Präsident hatte die Idee der Doppelvergabe seit vergangenem Dezember vorangetrieben. (dpa) »Randbemerkung

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