Im Internet tobt ein heftiger Streit. Es geht um einen Artikel aus der taz, der sich reichlich ironisch mit Augsburg und dem FCA beschäftigt.

Das mit der Ironie ist so eine Sache. Wer sie als solche versteht, kann sich königlich darüber amüsieren. Wem der Transfer misslingt, ärgert sich. Zugegeben: So manches, was ironisch gemeint ist, ist doch nur plump. Die Grenze zwischen Ironie und plumpem Witz ist dementsprechend schmal. Was der eine noch als Ironie versteht, stößt dem anderen schon als Beleidigung bitter auf.
Nur eines ist sicher: Ironie polarisiert. Zu beobachten ist das seit Beginn der Woche rund um einen Artikel aus der taz. Unter dem Titel "Die Kicker aus der Antistadt" beschäftigte sich der taz-Kolumnist Andreas Rüttenauer mit dem FC Augsburg. Und auf den ersten Blick ist es kein besonders freundliches Bild, das er von dem Bundesligaaufsteiger zeichnet.
Die Kolumne beginnt wie folgt: "Das hat der deutsche Fußball nicht verdient. Als dieser merkwürdige FC aus dieser merkwürdigen Stadt Augsburg vor einem Jahr den Einzug in die deutsche Eliteliga feierte, war das Entsetzen groß. Was wollen die da oben? Was ist das für ein Klub? Was ist Augsburg überhaupt für eine Stadt? Kaum einer wusste etwas über das Fußballprojekt aus Bayerns drittgrößter Stadt. Niemand interessierte sich wirklich dafür."
Es entspinnt sich eine verklausulierte Liebeserklärung an Augsburg und dessen Fußball-Erstligisten. "Und warum nur hat der FCA die ihm von den Fußballfreunden dieses Landes zugedachte Rolle als Punktelieferant einfach nicht angenommen? Die kämpfen, als stünde es ihnen tatsächlich zu, in der ersten Liga zu spielen. Rackern, laufen, grätschen! Geht’s noch?"
Vielen FCA-Fans war das zu viel der Ironie. Im Internet machen sie seit Tagen ihrem Ärger Luft - ein regelrechter Shitstorm geht über den taz-Autoren nieder. Auf seiner Facebook-Seite wird Rüttenauer als "erbärmlicher Schmierfink" und "lächerlicher Kaspar" (gemeint ist vermutlich der Kasper - die Zitate aus den Foren sind im Original belassen und nur im Falle der völligen Unverständlichkeit verändert worden, Anm. d. Red.) beschimpft. "Welchen dämlichen Planeten nennen Sie Ihr zuhause?" fragt zum Beispiel Ray der Große im taz-Forum den Autor Rüttenauer und belehrt ihn über Bert Brecht und die Fugger.
Manfred Prähofer hat ebenfalls eine Frage an die taz: "Ist bei Ihnen in der Redaktion eigentlich Alkohol wärend der Arbeitszeit erlaubt?"
Löwe entschlüsselt Rüttenauers Kolumne wie folgt: "Ein guter irnoscher und witziger Text ist es nicht, nur ein gut gemeinter." FCA-Horst schlägt vor, den taz-Redakteur als Volontär zur Augsburger Allgemeinen zu schicken. In eigener Sache: Leider hat Herr Rüttenauer die Altersgrenze für Volontäre schon deutlich überschritten.
Sauer ist Ann-Kathrin Schmitt: "Der FCA kämpft mit Herzen und diesem Verein geht es nicht nur ums Geld sondern noch um Fußball", meint sie. Und weiter: "Entweder ist dieser jemand der das geschrieben hat neidisch oder einfach nur bescheuert. Ich könnte jetzt noch Ausdrücke nennen aber da ich gut erzogen bin lasse ich das mal."
Es gibt aber auch andere Stimmen, die beim Lesen den Ironie-Modus aktiviert hatten. Wolfgang Wichmann zum Beispiel: "Ihre Ironie ist für viele wohl nicht deutlich genug geworden - ich jedenfalls lese viel Bewunderung aus Ihren Zeilen. Ich selbst finde es auch klasse, dass die Schwaben aus Bayern so erfolgreich oben mitmischen."
Ellaya findet: "Schade, dass so viele Augsburger hier ihrem Ruf gerecht werden und etwas "hölzern" wirken..... Ich liebe den Artikel :-)". Und Augsburgerin fügt an: "Dass sich die Augsurger nur schwerlich von einem Augenzwinkern abholen lassen - dem schwerfälligen Muhackl das Offensichtliche schwer zu fallen scheint, naja so sind sie halt, die Augschburger!" (ako)
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