Wenn sich Victoria Asarenka und Maria Scharapowa auf dem Tennis-Court gegenüber stehen, wird es laut. Nun hofft die WTA, dass Stöhnen künftig als Behinderung gewertet wird. Von Andreas Kornes

Wenn sich Victoria Asarenka und Maria Scharapowa auf dem Tennis-Court gegenüber stehen, wird es laut. Die Nummer eins und zwei der Weltrangliste sind bekannt dafür, bei jedem Schlag laut aufzustöhnen. Diese Stöhnlaute erreichen einen Schalldruck von bis zu 100 Dezibel. Gegnerinnen und Zuschauer gleichermaßen nervt dieses Dauergestöhne schon seit Langem. Jetzt soll es den Schreihälsen an den Kragen gehen.
Die WTA, die Vereinigung der professionellen Tennisspielerinnen, hat sich an den Tennisweltverband gewandt und will den lauten Ladies Einhalt gebieten. Hilfe glauben die Funktionäre im Regelwerk gefunden zu haben. In den "Rules of Tennis" findet sich die Regel 26, in der es um das Thema "Behinderung" geht. Dort steht, dass "ein Spieler den Punkt bekommt, falls er von seinem Gegner absichtlich gestört wurde. Bei einer unabsichtlichen Störung soll der Punkt wiederholt werden."
Zwar sind darunter fünf Fallbeispiele aufgelistet, lautes Stöhnen kommt dabei aber nicht vor. Trotzdem hofft die WTA darauf, dass der Weltverband das Stöhnen künftig als Behinderung wertet. "Die Fans haben sich zunehmend beschwert, die Medien damit Seiten gefüllt. Wir müssen was tun", zitiert das Schweizer Blatt Blick den WTA-Pressesprecher Andrew Walker. Der setzt darauf, die verschärfte Regelung im Jugendbereich einzuführen. Wenn die Nachwuchspieler mit einem Punktabzug für lautes Stöhnen bestraft würden, "wird es ihnen egal sein, was ihre Vorbilder tun".
Die Asarenkas und Scharapowas allerdings dürften davon nicht mehr betroffen sein. "Es wäre nicht fair, sie dazu zu zwingen, weil es für sie bereits Gewohnheit ist", sagt Walker. Zumindest kurzfristig wird also weiter gestöhnt.
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