Stuttgart (dpa) - Die deutschen Davis-Cup-Spieler haben beim Heim-Turnier in Stuttgart mit unterschiedlichem Erfolg ihre Frustbewältigung nach dem knappen Viertelfinal-Aus in Spanien begonnen.

Während Andreas Beck noch seiner Niederlage gegen Juan Carlos Ferrero im entscheidenden Einzel in Marbella Tribut zollte und sein Erstrunden-Match gegen Landsmann Simon Greul verlor, erreichte Nicolas Kiefer mit einem glatten 6:3, 6:3 gegen Mitfavorit Tomas Berdych das Achtelfinale. Auch Kiefers Davis-Cup- Kollegen Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber kamen mit souveränen Siegen weiter. Da Routinier Rainer Schüttler mit einem 2:6, 7:6 (7:2), 6:4 gegen den Tschechen Ivo Minar ebenfalls die erste Runde überstand, stehen mit dem am Vorabend erfolgreichen Stuttgarter Michael Berrer insgesamt sechs deutsche Tennisprofis in der Runde der besten 16 bei der mit 450 000 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung.
«Die Umstellung war nicht so einfach, wie es vielleicht ausgesehen hat. Hier ist der Platz viel schneller als in Marbella», sagte Kiefer nach seinem überraschend deutlichen Erfolg gegen den auf dem Weissenhof an Nummer drei gesetzten München-Sieger Berdych. In der nächsten Runde trifft der 32-Jährige aus Hannover in einem deutschen Duell auf Beck-Bezwinger Greul. Kohlschreiber musste beim 6:3, 6:2 gegen Diego Junqueira (Argentinien) noch nicht die Klasse wie bei seinen zwei Einzelsiegen gegen Spanien zeigen. «Ich bin zufrieden. Das war sicher noch nicht mein bestes Tennis, aber es geht erst einmal darum, hier im Turnier Fuß zu fassen», sagte der Augsburger.
Auch Kiefers bei dem gemeinsamen Auftritt in Marbella noch überforderter Davis-Cup-Doppelpartner Zverev meldete sich vor den eigenen Fans mit einer souveränen Vorstellung zurück und ließ dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez mit 6:2, 6:4 keine Chance. Im Achtelfinale bekommt es der 21 Jahre alte Hamburger mit dem topgesetzten Franzosen Gilles Simon zu tun, der Philipp Petzschner (Bayreuth) mit 6:3, 6:4 aus dem Turnier warf. «Ich hatte nach dem Davis Cup großes Selbstvertrauen», erklärte Zverev. «Ich habe da zwar nicht so gut gespielt, aber es ist einfach ein Erlebnis, für Deutschland zu spielen und das gibt einem einen zusätzlichen Schub.»
Mehr Last als Lust war die Erinnerung an den ersten Davis-Cup-Einsatz hingegen für Lokalmatador Beck. Der 23-Jährige wehrte sich gegen den stark aufspielenden Reutlinger Greul zwar nach Kräften, zog bei dem 6:7 (4:7), 6:7 (5:7) aber zweimal im Tiebreak den Kürzeren. «Man muss so etwas erst einmal ein bisschen verdauen. Das war die bitterste Niederlage meiner Karriere. Ich hatte das Erlebnis, dass ich Deutschland ins Halbfinale bringen konnte und habe das nicht geschafft», sagte der Weltranglisten-51. «Aber Simon hat auch sehr gutes Tennis gespielt und verdient gewonnen.» Trost bekam Beck von seinem Teamchef Patrik Kühnen zugesprochen. «Ich weiß aus meiner Zeit als Spieler, dass die Woche unmittelbar nach dem Davis Cup nicht einfach ist, weil der Davis Cup sehr intensiv ist», sagte Kühnen.
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