Der FC Bayern München bezwingt Manchester City verdient mit 2:0, führt die Gruppe A mit sechs Punkten souverän an und ist auf bestem Wege ins Achtelfinale. Von Anton Schwankhart

Die Frage darf man inzwischen stellen: Wer soll eigentlich den FC Bayern in seiner gegenwärtigen Form noch bezwingen? Missgünstige, die den Münchnern die Schweinepest und den Steuerprüfer an den Hals wünschen, hatten auf Manchester City gehofft, das mit Öl-Millionen aufgeblasene englische Top-Team. Die Hoffnung war vergebens. Auch ManCity konnte die Bayern nicht stoppen. Gestern Abend feierten die Münchner im zweiten Gruppenspiel der Champions League einen 2:0 (2:0)-Sieg gegen die Engländer.
Der FC Bayern hat mit dem Triumph über seinen wohl stärksten Gruppengegner einen großen Schritt Richtung Achtelfinale getan. Er führt die Tabelle nun mit sechs Punkten an. ManCity steht nach dem 1:1 gegen Neapel im ersten Spiel und nur einem Punkt auf dem Konto schon mit dem Rücken zur Wand.
Jupp Heynckes hatte seine Startformation aus dem 3:0 vom Samstag gegen Leverkusen auf zwei Positionen geändert. Für den erkälteten Badstuber spielte Boateng, für Tymoshchuk rückte Gustavo in die Anfangself.
Die ersten Minuten gehörten den Gästen. Heynckes hatte es sich noch nicht richtig auf der Bank bequem gemacht, da trieb es ihn schon wieder mit rudernden Armen an die Seitenlinie. Der ehemalige Wolfsburger Dzeko hatte Neuer zum Eingreifen gezwungen. In den letzten Bundesliga-Partien hätte der Bayern-Torhüter auch mit einem Buch zum Dienst zwischen den Pfosten antreten können, so wenig hatte er zu tun. Der gestrige Abend hatte dagegen Schwerstarbeit versprochen.
Manchester Citys Trainer Roberto Mancini im feinen, dunkelblauen Herbstmäntelchen angetreten, winkte derweil huldvoll in die Kurve der City-Fans, die ihn hochleben ließen. Das freilich war zu viel des Guten. Der Tabellenzweite der Premiere League trat zwar selbstbewusst auf – schön anzuschauen war der anfangs vorgetragene Kraftfußball der Hellblauen allerdings nicht.
Weil auch die Münchner ihr Kombinationsspiel zunächst nicht entwickeln konnten, wirkte die Partie lange wie das Duell zweier klammernder Schwergewichtler. Befreiten sich die Bayern, dann über Ribéry. Die größte Chance zur Führung aber hatte Schweinsteiger. Einen Querpass des ansonsten oft zögerlichen Müller schaufelte er aus fünf Metern über den Querbalken (36.). Immerhin: ManCity wackelte. Zwei Minuten später ließ City-Keeper Hart einen Ribéry-Schuss nur abprallen. Den ersten Nachschuss von Müller konnte er noch abwehren, den zweiten Versuch von Gomez nicht mehr – 1:0.
Manchester war angeschlagen. Der FC Bayern nutzte das noch vor der Pause zum 2:0 (45.). Einen Van-Buyten-Kopfball konnte Hart nur unkontrolliert parieren. Der Ball fiel zum zweiten Mal Gomez vor die Füße, der zum Halbzeitstand traf.
Und ManCity, der Klub von Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, der allein diesen Sommer für die Offensivkräfte Agüero (Atlético Madrid) und Nasri (FC Arsenal) 86 Millionen Euro bezahlt hat? ManCity fiel nichts mehr ein. Der FC Bayern war dem dritten Tor näher, als die Engländer dem ersten. Neuer hätte inzwischen gerne etwas zum Lesen gehabt. Immerhin bekam er ein flüssig vorgetragenes Kombinationsspiel seiner Vorderleute geboten. Die Bayern-Fans unter den 66000 im Stadion hatten inzwischen auch am spielerischen Niveau ihrer Mannschaft Gefallen gefunden, die Manchester-Kurve schwieg. Es blieb beim 2:0, dem zehnten Pflichtspielsieg der Bayern in Serie ohne Gegentor. Am Samstag darf sich Hoffenheim an den Münchnern versuchen.
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren