Dienstag, 21. Mai 2013

28. Juli 2012 10:38 Uhr

Eröffnung Olympia 2012

Die Queen, James Bond und Mr. Bean – London gibt sich die Ehre

Die Queen als Schauspielerin, Mr. Bean bei den Symphonikern, Muhammed Ali mit der Flamme und Sir Paul McCartney als Rauswerfer – die olympischen Spiele wurden spektakulär eröffnet.

Olympia lohnt besondere Anstrengungen. Oscargewinner Danny Boyle, bekannt durch Trainspotting und Slumdog Millionaire, hatte als Regisseur der Eröffnungsshow (Kosten rund 34 Millionen Euro) in der Nacht zum Samstag im Olympiastadion 15.000 Mitwirkende zusammengetrommelt, sogar die Queen ließ sich einspannen. Königin Elizabeth II. übernahm zum ersten Mal in ihrer 60-jährigen Regentschaft eine Filmrolle. Ihr Geheimagent James Bond (Daniel Craig) holte sie im Buckingham Palast ab und flog mit ihr im Hubschrauber zum Olympiastadion. Den Sprung aus den Wolken übernahmen aber Doppelgänger – die wahre Queen betrat mit Prinz Philip die Arena und eröffnete später höchst offiziell die Spiele.

Vier Milliarden Zuschauer vor den Fernsehern

Die königliche Familie und die zahlreich angereisten Staatsoberhäupter unter den Zuschauern sowie die geschätzten vier Milliarden Menschen vor den Fernsehschirmen bekamen zu sehen wie sich der Künstler Boyle die „Inseln der Wunder“ vorstellt.

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Großbritanniens Entwicklung im Zeitraffer – vom dörflichen Idyll mit Gänsen und Schafen über die Entwicklung zum Industriestaat bis hin zu den sozialen und kulturellen Errungenschaften seit den 60er Jahren. Die Show war mehr laut als leise, eher schrill als nachdenklich und stets gut für Überraschungsmomente. Es begann mit dem Auftritt von Bradley Wiggins im Gelben Trikot, das der britische Radprofi erst wenige Tage zuvor als Gewinner der Tour de France erhalten hatte.

Olympia: Den größten Applaus bekam Mr. Bean

Sport, Kino, Musik – die Gastgeber zeigen sich von ihrer besten Seite und schickten die heimischen Stars im Großaufgebot in die Arena. Bestseller-Autorin JK Rowling (Harry Potter), Schauspieler Kenneth Branagh, Web-Erfinder Tim Berners-Lee – Großbritanniens Elite marschierte auf, den größten Beifall bekam Komiker Rowan Atkinson für seinen herzerfrischenden Auftritt im Symphonieorchester von Sir Simon Rattle.

Erst um 23.20 Uhr deutscher Zeit (Ortszeit 22.20) konnte die griechische Delegation traditionsgemäß als erster Olympia-Gastgeber der Neuzeit den Einzug der 205 Mannschaften beginnen. Das dauert. Deutschland war die Nummer 73 in der langen Karawane des Sports. Die deutsche Fahnenträgerin, Hockeyspielerin Natascha Keller aus Berlin führte ihr Team kurz vor Mitternacht – deutscher Zeit – ins Rampenlicht. Der Belgier Jacques Rogge rief als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees alle Athleten zum Fairplay auf. „Lehnt Doping ab und achtet Eure Gegner. Wenn Ihr das tut, werdet Ihr eine ganze Generation inspirieren.“

Zuschauer nach Eröffnungs-Marathon platt

Das olympische Feuer erreichte nach einem 70-tägigen Fackellauf den Olympiapark. Fußballer David Beckham brachte es auf einem hell beleuchteten Schnellboot und übergab es an Sir Steven Redgrave. Die britische Ruderlegende lief ins Stadion und traf auf frühere Olympiastars, darunter der ehemalige Profiboxer Muhammed Ali aus den USA, der bei den Spielen 1996 in Atlanta das olympische Feuer entzündet hatte. Gezeichnet von seiner langen Parkinsonkrankheit machte Ali einen teilnahmslosen Eindruck. Sieben junge britische Sportler durften anschließend das Feuer entfachen, das nun bis zum 12. August im Stadion brennen wird.

Der lange Abend hatte bei vielen Besuchern allerdings Kondition gekostet. Daran konnten auch das eindrucksvolle Feuerwerk und der Auftritt von Ex-Beatle Sir Paul McCartney nichts ändern. Selbst als er sein „Hey, Jude“ anstimmte, wollte der Funke beim erschöpften Publikum nicht mehr so recht überspringen.

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Unsere Autoren von A bis Z
Peter Deininger

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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