Deutschland gewinnt dank Miroslav Klose mit 1:0 in Belgien. Das Team von Joachim Löw feiert damit einen gelungenen Start in die EM-Qualifikation. Der Sieg war knapper als es die Zahlen ausdrücken können. Von Anton Schwankhart

Gelungener Start in die EM-Qualifikation: Der 1:0 (0:0)-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Belgien am Freitagbend in Brüssel war ein erster erfolgreicher Schritt in Richtung Polen und Ukraine, wo 2012 die Europameisterschaft stattfindet. Der nächste soll am Dienstag (20.45 Uhr) in Köln folgen, wenn die DFB-Auswahl auf Aserbaidschan trifft.
Die Sorgen vor von Joachim Löw vor dem Spiel gegen Belgien, die deutsche Elf könnte wegen des späteren Sasionstarts noch körperliche und spielerische Defizite aufweisen, war umsonst. Der WM-Dritte bot gegen bärenstarke Belgier einen engagierten Auftritt und gewann knapp, aber nicht unverdient.
Löw hatte im wesentlichen sein erfolgreiches Südafrika-Team aufgeboten. Die verletzten Boateng und Friedrich ersetzte der Bundestrainer durch den Hamburger Marcell Jansen und Bayern Münchens Holger Badstuber. Damit hatte Badstuber den Vorzug vor dem eigentlich erwarteten Heiko Westermann erhalten.
Ansonsten aber begann jene Elf, die bei der Weltmeisterschaft so begeistert hatte. Aber die WM war Vergangenheit. Ein Umstand den Joachim Löw in den vergangenen Tagen vielfach gepredigt hatte, auf dass er auch in den Köpfen seiner Spieler ankomme. Die Spieler schienen den Bundestrainer vernommen zu haben. Seine Truppe begann konzentriert und entschlossen.
Das bizarre Dutzend roter Teufel, das in Anlehnung an den Rufnamen der belgischen Auswahl beim Einlaufen beider Teams mit brennenden Fackeln Spalier gestanden war, schien die Gäste nicht erschreckt zu haben. Es war ein erfreulich temporeicher Auftakt, den sich der WM-Dritte und der Weltranglisten-48. im Stade Roi Baudoin geliefert haben.
Genau nach dem Geschmack der 47.000, die sich schon beim Abspielen der Hymnen nichts geschenkt hatten. Die aufgeheizte Atmosphäre mit knapp 10.000 deutschen Fans auf den Rängen, übertrug sich auch auf den Rasen, wo keiner den anderen schonte. Die Gäste hatten optische Vorteile, ihr Spiel war besser strukturiert, die Mannschaft von Trainer Georges Leekens dagegen wirkte frischer und beweglicher.
Der Respekt der jungen Belgier vor dem WM-Dritten war dennoch nicht zu übersehen. Leekens hatte im erst 17-jährigen Romelu Lukaku nur eine Spitze aufgeboten. Am Kraftpaket des RSC Anderlecht arbeitete sich Holger Badstuber mit unterschiedlichem Erfolg ab.
Hatten die Gastgeber einen Angriff abgeschlossen, folgte der sofortige und versammelte Rückzug weit in die eigene Spielhälfte. Trotzdem konnten die roten Teufel ein halbes Dutzend deutscher Chancen nicht verhindern. Schweinsteiger, Özil, Khedira und Müller hatten die besten.
Auf der anderen Seite scheiterten Fellaini, Dembele, Lukaku und Hazard entweder am zuverlässigen Manuel Neuer oder an ihren Nerven. Die größte Chance der Belgier hatte Schweinsteiger mit einem Ballverlust eingeleitet, der fatal an jenen vom Spiel um Platz drei gegen Uruguay erinnerte und damals mit einem Treffer bestraft worden war. Am Freitag bügelte Neuer den Fehler aus. Weil Jansen mit einer Sehnenreizung im Knie aufhören musste, kam Westermann doch zu seinem Einsatz.
Für den Hamburger aber gab es zunächst nicht viel zu verteidigen. Die Deutschen hatten den Druck erhöht, worauf Belgiens Defensive sichtbar die Orientierung verlor. Eine Kopflosigkeit des Bayern-Legionärs Daniel van Buyten mündete in einer Ballstafette über Schweinsteiger und Müller zu Miroslav Klose, der zum 1:0 einschoss.
Die Belgier wehrten sich gegen die heraufziehende Heim-Niederlage mit phasenweise spektakulärem Angriffsfußball. Was ihnen aber fehlt ist ein Torjäger. Daniel van Buyten ist mit sieben Treffern der erfolgreichste belgische Torschütze, aber auch er hat diesmal nicht getroffen.
So blieb es beim deutschen Erfolg, der knapper war, als ihn der eine Treffer Unterschied auszudrücken vermag. Von Anton Schwankhart
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