Donnerstag, 17. August 2017

07. Juni 2017 19:50 Uhr

FC Augsburg

Ein Khedira für den FC Augsburg

Rani Khedira, der jüngere Bruder von Juve-Star Sami Khedira, kommt ablösefrei von RB Leipzig. Der 23-Jährige soll den gleichaltrigen Dominik Kohr im defensiven Mittelfeld ersetzen.

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Rani Khedira wechselt von RB Leipzig zum FC Augsburg
Foto:  Jan Woitas (dpa)

Bei seinem letzten Besuch in der WWK-Arena hatte Rani Khedira, 23, nur eine Nebenrolle gespielt. Der sieben Jahre jüngere Bruder von Weltmeister Sami Khedira, 30, saß am 3. März beim 2:2 des FC Augsburg gegen RB Leipzig 90 Minuten auf der Bank des Bundesliga-Aufsteigers. Diese für ihn unbefriedigende Rolle war auch der Grund, warum Khedira seinen am 30. Juni auslaufenden Vertrag beim Tabellenzweiten nicht verlängerte und er nun fast genau drei Monate später die Hauptrolle im VIP-Bereich des Stadions spielte.

In einer Loge unterschrieb Khedira gestern seinen neuen Vier-Jahres-Vertrag beim Augsburger Bundesligisten. „Der FCA hat mit einem spannenden Endspurt den Klassenerhalt festgemacht. Nun will ich dabei helfen, den FCA weiter in der Bundesliga zu etablieren und die nächsten Schritte in meiner Karriere gehen“, erklärte der ehemalige Jugend-Nationalspieler.

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Die war zuletzt ins Stocken geraten. Im Juli 2014 war Khedira vom VfB Stuttgart zum damaligen Zweitliga-Aufsteiger gewechselt. Doch je weiter es nach oben ging, desto weniger spielte Khedira. Und in dieser Saison waren dann im defensiven Mittelfeld von RB Naby Keita und Diego Demme gesetzt. In zehn Partien spielte Khedira gerade mal 155 Minuten.

Das wird sich in Augsburg aller Voraussicht nach ändern. Denn nach dem Wechsel von Dominik Kohr, 23, zu Bayer Leverkusen, war im defensiven Mittelfeld neben Routinier Daniel Baier plötzlich Platz. Youngster Kevin Danso, der auf der Sechser- oder Achter-Position in der Jugend spielte, wird eher in der Innenverteidigung gesehen. Jan Moravek und Moritz Leitner waren zuletzt keine Alternativen.

Die Lücke soll nun Khedira nicht nur schließen, er soll die Qualität in der Zentrale vor der Abwehr erhöhen. Galt Kohr zwar als giftiger Wadlbeißer, aber mit technischen Schwächen, wird Khedira neben gutem Zweikampfverhalten auch ein gutes Auge in der Spieleröffnung nachgesagt.

FCA mit guten Kontakten zur Familie Khedira

Dass der FCA die durchaus vorhandenen Konkurrenten, schließlich war der Deutsch-Tunesier ablösefrei zu haben, aus dem Rennen warf, liegt auch an den guten Kontakten von Stephan Schwarz zur Familie Khedira. Der technische Direktor des FCA entdeckte und förderte nämlich während seiner Zeit beim VfB Ende der 90er Jahre den jungen Sami Khedira. Seitdem ist der Kontakt nie abgerissen. Wie sein großer Bruder durchlief auch Rani Khedira die VfB-Talentschmiede.

Beim FCA ist man sich sicher, den Weggang von Kohr mehr als kompensiert zu haben. „Mit Rani Khedira bot sich uns die Möglichkeit, ein junges Talent mit großem Entwicklungspotenzial zu verpflichten. Wir sind uns sicher, dass er dem Team mit seiner Qualität in den nächsten Jahren weiterhelfen kann“, sagt Geschäftsführer Sport, Stefan Reuter, zum ersten Transfer für die neue Saison. Khedira ist das erste Puzzleteil beim behutsamen Umbau des Kaders.

Zu anderen Transferspekulationen gibt Reuter grundsätzlich keine Stellungnahme ab. Dabei halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der FCA weiter Interesse an Torhüter Fabian Giefer (27/Schalke 04) und am Löwen-Trio Stefan Aigner (29/Außenbahn), Felix Uduokhai (19/Innenverteidigung) und Florian Neuhaus (20/Mittelfeld) haben soll.

Rani Khedira macht jetzt Urlaub in den USA, kehrt am 25. Juni nach Deutschland zurück, um dann am 3. Juli beim Trainingsauftakt fit das neue Kapitel FCA aufzuschlagen.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport