Dienstag, 17. Oktober 2017

19. Mai 2017 21:12 Uhr

TSV 1860

Ein bisschen Pathos bei 1860 München vor dem Endspiel

Löwen-Trainer Vitor Pereira glaubt vor dem Saisonfinale gegen den VfL Bochum an den Klassenerhalt in der zweiten Liga – und vor allem an sich selber.

i

1860-Trainer Vitor Pereira will mit seinem Team in der 2. Liga bleiben.
Foto: Angelika Warmuth (dpa)

Das Löwen-Motto dieser Tage steht auf einem Flipchart: #zamhoidn. Mit einem Herzchen als i-Punkt. So, als ob es sich um einen Wellness-Ausflug der Profifußballer des TSV 1860 München handelte und nicht um ein Kurztrainingslager, mit dem der Klub den Abstieg aus der zweiten Bundesliga verhindern will.

Pünktlich zur Pressekonferenz im Steigenberger Hotel „Der Sonnenhof“ erscheint Löwen-Trainer Vitor Pereira samt Übersetzer Alex Allegro. Er hatte sich nach der 1:2-Heimniederlage vergangenen Sonntag gegen den VfL Bochum, durch die die Münchner auf den Relegationsrang abgerutscht sind, zu diesem Trainingslager entschlossen. „Um den Spielern bewusst zu machen, welche Verantwortung sie gegenüber dem Verein und den Fans haben“, sagt er. Nun, die Fans wie auch Journalisten hatte der Verein während des kompletten Trainingslagers ausgesperrt. Sogar ein privater Sicherheitsdienst bezog vor dem Stadion des FC Bad Wörishofen zwischenzeitlich Stellung. Manch einer zog grummelnd von dannen, andere sahen diese Maßnahmen in Anbetracht der Situation als gerechtfertigt an. Es steht viel auf dem Spiel. Das weiß auch der Trainer.

ANZEIGE

1860 München: Trainer Pereira hat schon viel erlebt

Pereira zeigt sich aufgeräumt. Er beantwortet jede Frage ausführlich auf Portugiesisch, sein Übersetzer macht aus den oft minutenlangen Antworten kernige Sätze. Konkret wird es im Hinblick auf das Endspiel am Sonntag in Heidenheim aber nicht wirklich. Welche Spieler zur Verfügung stehen? „Die, die dabei sind, müssen alles geben.“ Ob Pereira das Spiel ähnlich angehen wird, wie beim vielleicht besten Auftritt in der jüngsten Vergangenheit gegen Dresden? „Es ist ein anderer Gegner, es wird ein anderer Fußball gespielt.“ Warum sich der TSV 1860 München am Sonntag retten wird? „Weil wir an unsere Arbeit glauben.“ Pereira, der 48-jährige Portugiese, hat in seinem Trainerleben schon viel erlebt: Meister in Portugal und Griechenland, Champions-League-Teilnehmer – und nun Abstiegskampf in der Zweiten Bundesliga. „Ich habe die Herausforderung angenommen. Und ich werde sie meistern“, sagt er.

Als dann doch die Sprache auf die jüngsten Aussagen des Löwen-Investors Hassan Ismaik kommt, in der dieser von seinem Trainer eine Reaktion angesichts der sportlichen Entwicklung erwartet, wird Pereira kurz pathetisch. Er tippt sich an die Brust und sagt: „Ich bin natürlich verantwortlich für die Situation. Ein wahrer Leader muss Entscheidungen treffen. Wir müssen unser Leben für diesen Verein geben.“ Ganz so dramatisch wird es wohl nicht. Außerdem würde sich #zamfaregga schräg anhören.

Lesen Sie auch:

Wörishofer Luft soll Löwen beflügeln

Erst kein Glück und dann Pech

i

Ein Artikel von
Axel Schmidt

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Sport