Sonntag, 17. Dezember 2017

11. August 2017 11:23 Uhr

TV-Rechte

Einigung mit Discovery: ARD und ZDF dürfen über Olympia berichten

Gute Nachrichten für Sportfans: Die Olympischen Spiele sind weiterhin bei den öffentlich-rechtlichen Sendern zu sehen. Die erste Verhandlungsrunde war noch gescheitert.

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ARD und ZDF können über die Olympischen Spiele bis 2024 mit Livebildern berichten.
Foto: Sebastian Kahnert (dpa)

Deutschlands TV-Zuschauer müssen bei Olympia zumindest bis 2024 nun doch nicht zwingend umschalten. Livebilder von den kommenden vier Spielen sind weiterhin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. Das teilten ARD und ZDF sowie Rechteinhaber Discovery am Freitag mit. "Das Ringen um die Liverechte hat sich gelohnt. Unser Publikum kann sich jetzt wieder darauf verlassen, die Spiele in der gewohnten Qualität von ZDF und ARD präsentiert zu bekommen", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut.

Beide Sender dürfen von den Winterspielen 2018 in Pyeongchang, 2022 in Peking sowie den Sommerspielen 2020 in Tokio und 2024 wohl in Paris grundsätzlich über alles berichten. Lediglich im kommenden Februar sind die Wintersportarten Snowboard, Shorttrack, Eiskunstlauf und Eishockey live exklusiv beim Discovery-Sender Eurosport zu sehen. ARD und ZDF kündigten "umfangreiche Highlights" aus dem Eiskunstlauf, Short Track und Snowboard an. Die Sender begründeten die Einschränkungen mit dem fehlenden zeitlichen Vorlauf zu den Winterspielen in Südkorea. ARD und ZDF dürfen vom Eishockey-Wettbewerb aber die deutschen Spiele sowie das Finale zeigen. 

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Überraschend kommt der Deal nicht. Seit Wochen befanden sich alle Parteien wieder in Gesprächen, nachdem eine erste Verhandlungsrunde Ende 2016 gescheitert war. Nach dpa-Informationen sollen ARD und ZDF damals rund 200 Millionen Euro für die Sublizenzen bis 2024 geboten haben. Geschätzte 100 Millionen Euro lag man damals auseinander. Discovery hatte daraufhin angekündigt, Live-Übertragungen exklusiv nur auf Eurosport und anderen hauseigenen Sendern zu zeigen.

Das US-Unternehmen hatte die Olympia-Rechte vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) für 1,3 Milliarden Euro erworben. Ohne eine Einigung mit ARD und ZDF hätte viel Geld aus dem deutschen Markt zur Refinanzierung gefehlt. Discovery/Eurosport hatten auch geschätzte 70 Millionen Euro für die Übertragungsrechte von 45 Fußballspielen in Deutschland in der kommenden Saison bezahlt.

"Unser Anspruch für die Olympischen Spiele ist es, das weltweit größte Sportereignis mehr Menschen auf mehr Bildschirmen denn je zu präsentieren. Durch Free-TV-Partnerschaften mit den führenden nationalen Sendern in ganz Europa, wie zum Beispiel ARD und ZDF, ist es uns möglich, dies in die Tat umzusetzen", sagte Eurosport-Chef Peter Hutton.

Der Deal muss noch von den zuständigen Gremien der ARD und ZDF abgesegnet werden. Dies gilt indes als Formsache, da das Übereinkommen auch für die Öffentlich-Rechtlichen ein Erfolg auf dem zuletzt immer schwieriger und teurer gewordenen Rechtemarkt ist. "Wir haben immer betont, welch hohes programmliches Gut die Olympischen Spiele für die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland sind. Umso mehr schätzen wir uns glücklich, dass die langen und intensiven Gespräche mit Eurosport/Discovery jetzt zu einem positiven Ende geführt werden konnten. Das ist eine gute Nachricht für den Sport und für unsere Zuschauer", sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres.

Beiden Sendern waren vor dem Olympia-Deal vom großen Sport die Fußball-Welt- und Europameisterschaften geblieben. Die Qualifikationsspiele sind Sache des Privatsenders RTL. ARD und ZDF zeigen neben den großen Events noch die Testspiele des deutschen Nationalteams.

Die ARD hat den DFB-Pokal, das ZDF darf ab kommender Bundesligasaison drei Live-Spiele zeigen. Verloren haben die Mainzer nach zähem Ringen jedoch den Kampf um die Champions-League-Rechte ab 2018 - nur das Endspiel dürfte bei deutscher Beteiligung im Free-TV stattfinden.

Dennoch bleiben den Öffentlich-Rechtlichen viele andere sportliche Wettbewerbe mit unterschiedlicher Resonanz beim Publikum. Dazu gehören die gerade laufende Leichtathletik-WM, die am Donnerstag immerhin knapp 4,5 Millionen Zuschauer verfolgten, und der Wintersport mit zum Teil hohen Quoten. .

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