Der DFB und die sportliche Leitung der Nationalmannschaft haben ihren Streit beigelegt. Zumindest bis zur WM.

Plötzlich haben sich alle wieder lieb, denn das Projekt Weltmeisterschaft 2010 steht über allem. Es steht sogar über den persönlichen Eitelkeiten der führenden Köpfe des Konflikts beim Deutschen Fußball-Bund (DFB).
Um die WM nicht zu gefährden, vertragen sich Bundestrainer Joachim Löw, Manager Oliver Bierhoff, DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach ab sofort wieder. Vorerst zumindest.
Dieser "Burgfrieden von Frankfurt" ist das Ergebnis der heutigen Unterredungen der DFB-Spitze mit der sportlichen Leitung der Nationalmannschaft.
Die Diskussion um die Vertragsverlängerung für Löw wird bis nach der WM in Südafrika vertagt. Team-Manager Bierhoff hatte mit seinen Forderungen nach einem Vetorecht bei der Bundestrainer-Wahl und nach einer "Signing Fee" bei der Vertragsunterzeichnung für Wirbel gesorgt.
"Diese Dinge dürfen und werden uns nicht zur WM begleiten", sagte Löw bei einer Pressekonferenz in Frankfurt. Man habe eine "unglaubliche Verantwortung" und richte die volle Konzentration auf die WM, so Löw. "Wir haben eine gemeinsame Linie gefunden bis zur WM", sagte der 50-Jährige.
Auch Team-Manager Oliver Bierhoff gab sich einsichtig: "Wir bedauern es sehr, dass es zu Missverständnissen gekommen ist, insbesondere ich", sagte der 41-Jährige. Dass es zu der Situation gekommen sei, "ist nicht gut für uns alle, nicht gut für mich und nicht gut für das Projekt", meinte Bierhoff und zog sich damit das Büßerhemd an.
Auch Zwanziger betonte die Wichtigkeit der WM: "Dahinter müssen Meinungsverschiedenheiten, auch gravierende, zurückstehen."
Ob die Meinungsverschiedenheiten bis zur WM dann vom Tisch sind, bleibt fraglich. Es kursieren bereits Gerüchte über einen Rücktritt des Bundestrainers nach der WM. Die bislang von Löw immer an den Tag gelegte Geradlinigkeit füttert diese Vermutungen. AZ
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