Werder, Wolfsburg und der HSV verstehen sich als Dienstleister im deutschen Auftrag. Allein die Bremer deuten Katja Ebstein komplett verkehrt. Übertroffen wird das ganze nur von der alten Dame Juve.

Werder, Wolfsburg und der HSV verstehen sich als Dienstleister imdeutschen Auftrag. Allein die Bremer deuten Katja Ebstein komplettverkehrt.
Kaum geht dieser seltsame Europa-League-Wettbewerb ins Achtelfinale, kommt doch tatsächlich so etwas wie Europapokal-Stimmung auf. Was heißt eigentlich "so etwas wie"? Das war Unterhaltung auf Juhnke-Niveau. Spontan, witzig, kurzweilig und irgendwie auch tragisch.
Jerome Boateng wollte die Spannung bei seinem Hamburger SV auch nach der Halbzeit hochhalten. Ist ihm eindrucksvoll gelungen. Nach seinem Führungstor und dem postwendenden Ausgleich, senst er munter im eigenen Strafraum umher und kürzt dabei nicht nur zahlreiche Grashalme sondern erwischt auch noch einen Anderlechter Spieler. Elfmeter: 2:1 für die Belgier. Das Hinspiel endete 3:1 für den HSV. Nach der Pause sorgt sich Marcell Jansen kurzzeitig um die Nerven der mitgereisten Fans und beruhigt sie mit dem 2:2. Um aber nicht allzu viel Luft raus zu nehmen, lassen sich die Hanseaten schnell zwei einschenken. Das Stadion hebt beinahe ab, Anderlecht ist auf dem Weg einen Werder-Gedächtnisabend zu feiern, ehe Mladen Petric dann doch noch den HSV ins Viertelfinale schießt.
Auch die Wolfsburger machten sich verdient um hohe Pulsfrequenzen bei ihren Anhängern. Nach dem 1:1 bei Rubin Kasan, läuft der immer noch amtierende Deutsche Meister lange Zeit einem Rückstand hinterher. Martins egalisiert. Der Schiri pfeift den Wolfsburgern ein reguläres Tor in der Nachspielzeit ab. Christian Gentner merkt eine Minute vor Abschluss der Verlängerung, dass Elfmeterschießen dann doch wohl so eher Glückssache ist und macht das 2:1.
Was haben sich die Bremer nur dabei gedacht? "Wunder gibt es immer wieder", hat die gute Frau Ebstein gesungen. Ja klar, immer wieder aber eben nicht immer. Da haben die Werderaner wohl an inflationäre Wunder von der Weser geglaubt, sich geschwind zum 0:2 einlochen lassen, um den Zuschauern mal wieder eine richtige Show zu bieten. Abwehr ist was für Anfänger und war noch nie was für Bremen. 0:2, 1:2, 1:3, 2:3 3:3, 3:4, 4:4 - liest sich nett. War aber nach dem 1:1 in Valencia zu wenig, um weiter zu kommen. Drama, Drama, Drama.
Da wollte sich Juventus Turin nicht lumpen lassen. 3:1 hatte die alte Dame das Hinspiel gegen Fulham gewonnen. Als David Trezeguet im Rückspiel nach zwei Minuten das 1:0 für Juve macht, scheint die Messe gelesen. Von Gottesdiensten an sich scheint man bei Fulham aber nicht viel zu halten und zerlegt fortan die Italiener. Nach 49 Minuten steht es auf einmal 3:1 und Juventus hat einen Mann weniger auf dem Platz. Das entscheidende 4:1 fällt in der 87. Minute und Turin steht nun vor den Trümmern einer Saison.
Außerdem in der Runde der letzten acht sind: Atletico Madrid, FC Liverpool, Standard Lüttich und Benfica Lissabon.
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