Hoch her ging es auf der Jahreshauptversammlung des FC Augsburg. Der Vorsitzende Walther Seinsch zog in seiner Rede kräftig gegen die Kritiker vom Leder. Die User in Internet-Foren belegte er mit Kraftausdrücken. Von Robert Götz Von Robert Götz

Von Robert Götz
Zur Einstimmung gab es gestern bei der Jahreshauptversammlung des FC Augsburg das Vereinslied "Rot, Grün, Weiß". Und Vorstandsvorsitzender Walther Seinsch sang kräftig mit. In der ersten Zeile des Liedes heißt es: "Wir waren oben, wir waren unten ..." Und so war auch das Vereinsjahr des FC Augsburg.
Mit vielen, vielen Höhepunkten, aber auch mit einigen Nackenschlägen. Aufstieg, 100-Jahr-Feier, Platz sieben in der ersten Zweitliga-Saison, Spatenstich für die neue Arena, bis August lief fast alles optimal für den FCA, doch seit dem Anpfiff der neuen Saison bläst den FCA-Verantwortlichen erstmals Gegenwind ins Gesicht.
Derzeit steht der FCA sportlich auf einem Abstiegsplatz und die kritischen Stimmen werden immer mehr. Das gefällt Seinsch gar nicht, und dies machte er in einer markigen Rede vor über 300 Mitgliedern mehr als deutlich. "Welchen Fußball wollt ihr in Augsburg? Einen italienischen FCA, mit Kriminalität und Mord, einen englischen FCA, einen Chelsea-FCA, wo ein Großkopferter regiert? Ihr seid der FCA, ihr entscheidet, und wenn es euch nicht passt, was mir machen, dann wählt uns ab."
Besonders die Kritik an der zunehmenden Professionalisierung des Vereines geht ihm an die Nerven. "Etwas schwanger geht nicht, wenn ihr das nicht wollt, spielen wir in der Landes- oder Bezirksliga ohne Jugendarbeit." Die anonymen User in diversen Internet-Foren, die auch negativ über den FCA schreiben, bezeichnete er als "Arschlöcher". Da könne doch "jeder 60er-Fan oder jeder AEV-Fan miese Stimmung gegen uns machen".
Von den Vereinsmitgliedern forderte er Solidarität und Geschlossenheit: "Intern dürfen wir uns fetzen, nach draußen müssen wir aber wie eine Eins stehen, da dürfen wir keinen Keil zwischen uns treiben."
Finanziell läuft beim FCA hingegen alles rund. "Der Verein ist schuldenfrei", erklärte der Finanz-Vorstand Jakob Geyer. Rund zehn Millionen Euro betrug der Gesamtetat des Profibereichs in der Saison 2006/2007. Geplant waren ursprünglich 7,5 Millionen Euro. Mit ähnlichen Zahlen rechnet der Finanz-Vorstand auch in dieser Saison.
"Du bist Glanz und Gloria, unser FCA", heißt es am Ende im Vereinslied. Und Glanz und Gloria in Zukunft versprach Walther Seinsch den Mitgliedern auch im Falle eines Abstiegs. Das Stadion werde gebaut, der FCA stehe auf einem wirtschaftlich soliden Fundament.
"Ich bin überzeugt davon, dass wir nicht absteigen. Aber wenn es doch so kommen sollte, greifen wir wieder an. Der FCA ist noch lange nicht am Ende seiner Wünsche angelangt."
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