Sonntag, 21. Januar 2018

03. August 2010 09:56 Uhr

Trainingslager

Larry Mitchell nimmt die Panther ran

Die Profis der Augsburger Panther trainieren für die neue Eishockey-Saison, und Trainer Larry Mitchell lässt es nicht ruhig angehen. Von Milan Sako

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Larry Mitchell, Trainer der Augsburger Panther.
Foto: dpa

Die Panther legen los: passen, Scheibe führen, beschleunigen, dann bremsen und alles von vorne. Die Augsburger Eishockey-Profis trainieren wieder für die am 3. September beginnende Eishockey-Saison und Larry Mitchell lässt es nicht ruhig angehen. "Das werden zwei richtig harte Wochen, in denen wir die Grundlage für die Saison legen wollen. Wie im vergangenen Jahr", sagt der Trainer der Augsburger nach der Einheit am Montagmorgen im Füssener Eisstadion.

Ins Allgäu müssen die AEV-Profis ausweichen, da im Curt-Frenzel-Stadion die Umbauarbeiten in vollem Gange sind. Aber den zahlreichen Zugängen in der Mannschaft dürfte es ziemlich egal sein, auf welcher Eisfläche sie ihrer Arbeit nachgehen. Viel Unbekanntes stürmt auf die Spieler ein. "Für mich ist alles neu. Die Straßen sind viel enger hier in Europa und ich muss mich erst daran gewöhnen, ein Auto mit Gangschaltung zu fahren", berichtet Sean Bentivoglio, der von den Bridgeport Sound Tigers aus der American Hockey League nach Deutschland gekommen ist. Bentivoglio ist ein schneller Schlittschuhläufer und passt damit ins Konzept von Mitchell, der wieder auf drei Eigenschaften Wert legt. Schnell, jung und erfolgshungrig sollen sie sein.

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Kandidat namens Szwez?

Dem neuen Verteidiger Jonathan Paiement von den Albany River Rats (AHL) fällt auf: "Wir sind sehr jung in der Abwehr und wir haben eine ziemlich große Mannschaft." Dazu trägt auch ein Gastspieler bei, dessen Namen die Verantwortlichen zunächst nicht preisgeben wollten. Inzwischen bestätigten die Panther, dass es sich dabei, wie von uns berichtet, um den Kanadier Jeffrey Szwez (29) handelt, der 182 Spiele in der American Hockey League bestritt und zuletzt bei den Belfast Giants in Nordirland tätig war. Die Bilanz des 1,84 m langen Stürmers in der aber höchstens zweitklassigen Liga: 64 Scorerpunkte (39 Tore, 25 Vorlagen) in 46 Partien.

Eine Ausländerstelle im Kader ist noch frei und zudem wird ein Deutscher gesucht. Für diese Position ist weiterhin der Deutsch-Kanadier Sean O'Connor ein heißer Kandidat, dessen Verpflichtung aber erst bekannt gegeben werden soll, wenn die Einbürgerung perfekt ist. "Er würde uns auf jeden Fall weiterhelfen", ist der AEV-Coach von den Fähigkeiten des Angreifers überzeugt. Nach der Panne mit dem Bad Tölzer Yanick Dubé vor einigen Jahren geht der sportliche Leiter Lothar Sigl auf Nummer sicher.

Noch ohne Vertrag ist auch Stürmer Florian Schnitzer. "Ich will den Trainer überzeugen und hoffe, dass es klappt. Augsburg als Vizemeister ist eine gute Adresse", sagt der Ex-Straubinger. Spätestens am kommenden Wochenende muss sich Trainer Mitchell entscheiden, ob der 29-jährige Defensivstürmer einen Vertrag erhält. Auch deshalb dürfte das erste Testspiel der Panther am Freitag beim DEL-Aufsteiger EHC München aufschlussreich sein. Dann soll der Kaufbeurer Förderlizenzspieler Michael Fröhlich ebenfalls im Angriff zum Einsatz kommen.

Moeser wählt Pension in Pfronten

In den beiden Eishallen in Füssen herrscht im Sommer Hochbetrieb. Während die Panther trainieren, sieht ein in Eishockey-Kreisen weltbekannter Mann zu: Der Tscheche Jaromir Jagr, der jahrelang zu den Topverdienern in der NHL zählte, steht inzwischen bei Avangard Omsk unter Vertrag. Der russische Spitzenklub absolviert ebenso seine Saisonvorbereitung unter dem Tegelberg und ging am Montagmorgen gleich mit den AEV-Profis aufs Eis.

Als Unterkunft hat Duanne Moeser die Pension Vilstal in Pfronten gewählt. Dort waren bereits drei Jahre lang die Hamburg Freezers oder auch die Nürnberg Ice Tigers zu Gast. Zwar muss die Mannschaft zwischen Halle und Pension rund eine Viertelstunde mit dem Bus pendeln, doch bietet das Haus einige Vorteile: "Wir haben die ganze Pension nur für uns, und die Gastgeber wissen genau, was wir als Eishockey-Profis brauchen", zählt Duanne Moeser die Vorzüge des Familienbetriebs auf. Als Ausgleichsprogramm sind ein Grillabend sowie eine Radtour in die Allgäuer Berge geplant. Ansonsten geben Larry Mitchell und sein Assistent Duanne Moeser den Takt vor: "Trainieren, essen, schlafen, trainieren." Milan Sako

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