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05. Februar 2010 19:51 Uhr

Vertragsverlängerung

Löw, Bierhoff - DFB: Miese Stimmung

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes fühlt sich von der Führung der Nationalmannschaft überrumpelt. Joachim Löw spricht von "Unwahrheiten".

Der Bundestrainer teilt kräftig aus, der Präsident bleibt betont gelassen. "Von unserer Seite wurde ein verhandelbarer Vorschlag vorgelegt, uns dagegen wurde ein nicht verhandelbares Angebot zugestellt, über das ich innerhalb von 48 Stunden entscheiden sollte", erklärte der Bundestrainer einen Tag nach den gescheiterten Vertragsverhandlungen mit dem DFB.

Die sportliche Leitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft habe sich in den vergangenen Wochen "ganz bewusst" nicht konkret zur Vertragssituation geäußert, betonte Löw und kritisierte den DFB: "Umso verwunderter sind wir über die plötzlich in der Öffentlichkeit diskutierten angeblichen Vertragsdetails. Dadurch sind viele Unwahrheiten in Umlauf gekommen."

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Zum Beispiel habe es den von DFB-Chef Theo Zwanziger im Dezember des Vorjahres schon verkündeten "Handschlag-Vertrag" zur Vertragsverlängerung "nicht gegeben".

Zwanziger wollte die Vorwürfe nicht kommentieren: "Ich habe die Stellungnahme des Bundestrainers zur Kenntnis genommen." Zwar werden sich der DFB-Boss und Löw am Wochenende in Warschau wieder in gemeinsamer Sache - am Sonntag wird in der polnischen Hauptstadt die Qualifikation zur EM 2012 ausgelost - treffen.

Nach den großen Diskrepanzen rund um das Nationalteam scheint eine schnelle Annäherung allerdings fast ausgeschlossen. "Aktuell ist sicher die Atmosphäre ein Stück belastet", räumte selbst DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Freitag ein und forderte alle Beteiligten zu Professionalität und Loyalität auf: "Es sind alle aufgerufen, mit der Situation jetzt souverän umzugehen."

Die DFB-Spitze weiß natürlich um die Gefahr, die das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Trainer- und Funktionärs-Lager in sich birgt. So betonte Zwanziger am Freitag auch die gemeinsame Linie mit dem Bundestrainer auf dem Weg nach Südafrika: "Ich freue mich, dass er das genauso sieht, dass unsere ganze Konzentration jetzt der WM gilt."

Der Poker um die neuen Verträge für den 50-jährigen Chefcoach, dessen Assistenten Hansi Flick und Andreas Köpke sowie Teammanager Oliver Bierhoff hat eine Menge verbrannte Erde hinterlassen.

Als Gewinner darf sich niemand sehen - im Gegenteil. Die gescheiterten internen Verhandlungen offenbaren ein gestörtes Innenleben. Das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) fühlte sich von Verhandlungsführer Bierhoff überrumpelt.

Die sportliche Leitung ist vier Monate vor dem ersten WM-Spiel beschädigt worden, auch weil Verhandlungsinhalte in die Öffentlichkeit gelangten. Und Löw muss das ohnehin äußerst schwierige Unternehmen "Titelgewinn 2010" in Südafrika ohne Garantie auf Weiterbeschäftigung angehen.

"Wir werden das für uns jetzt in der Arbeit ausblenden", versprach Bierhoff dennoch. "Unsere ganze Konzentration gilt seit sechs Jahren dem Erfolg der Nationalmannschaft - auch im Sinne der Entwicklung und Reputation des deutschen Fußballs.

Dabei stehen Teamwork, Loyalität und Respekt an erster Stelle für mich", sagte der Bundestrainer und versicherte ebenfalls: "In diesem Sinne werden wir uns in den nächsten Wochen intensiv auf die WM in Südafrika vorbereiten." (dpa)

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