Sonntag, 19. Mai 2013

25. April 2012 11:40 Uhr

Fußball

Michael Ballack beklagt Mangel an Hierarchie

Am Ende seiner großen Karriere zieht Michael Ballack Fazit und beschreibt eine Entwicklung im deutschen Fußball.

Michael Ballack

Die große Karriere des Michael Ballack neigt sich ihrem Ende entgegen. In einem Interview mit dem Zeit-Magazin hat der inzwischen 35-jährige ehemalige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ein positives Fazit seines sportlichen Lebenswerkes gezogen. "Ich hatte während meiner Karriere oft das große Glück, dass ich Angebote von den besten Mannschaften Europas hatte. Ich konnte bei all meinen Vereinswechseln unter einigen Angeboten von europäischen Topklubs wählen. Das wird jetzt mit 35 Jahren anders sein", sagte er. 

Kritische Worte findet Ballack für die grundsätzlichen Entwicklungen im Fußball. Seiner Meinung nach fehle dem Lieblingssport der Deutschen klare Hierarchien. Diese habe es früher wie selbstverständlich auf dem Platz, aber auch im Alltag gegeben. Heutzutage gelte das als nicht mehr zeitgemäß.

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Wenn es bei seinem ehemaligen Arbeitgeber Bayern München in der ersten Spielhälfte nicht richtig gelaufen sei, "schlug die Stunde von Oliver Kahn. Da ist der ein oder andere schon mal 30 Sekunden später in die Kabine gekommen, weil er wusste, der schlimmste Teil von Kahns Wutausbruch ist schon vorbei."

Heute gäbe es das nicht mehr. Ganz im Gegenteil. Einmal sei sogar ein Trainer zu ihm gekommen und hätte ihn gebeten, einen Gang zurück zu schalten. Begründung des Trainers: "Dein Mitspieler verträgt das nicht." Stattdessen werde inzwischen alles ausdiskutiert.

Fast wirkt Ballack wie ein Fossil aus einer anderen Zeit, wenn er diese Dinge erzählt. Seine Zeit auf dem Fußballplatz geht zu Ende. Und mit ihm die Ära der Alpha-Tiere. (ako)

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