Montag, 11. Dezember 2017

28. November 2017 15:35 Uhr

FC Augsburg

RB Leipzig kontert FCA-Präsident: "Einfälle kommen nachts auf Parkbänken"

Nach der Kritik von FCA-Präsident Klaus Hofmann an RB Leipzig antworten jetzt die Sachsen - und nehmen den Funktionär wegen dessen Whiskey-Episode aufs Korn. Von Florian Eisele und Robert Götz

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Der Augsburger Club-Präsident Klaus Hofmann wettert gegen RB Leipzig.
Foto: Stefan Puchner, dpa

Dass Klaus Hofmann, Präsident des FC Augsburg, kein Freund von RB Leipzig ist, ist hinlänglich bekannt. Bekannt ist von ihm die Aussage, auf jede Niederlage der Sachsen ein Bier zu trinken. Auf der Jahreshauptversammlung des FCA am Montagabend legte der 50-Jährige nach: RB Leipzig dürfe keine Lizenz erhalten, weil die Struktur des Klubs nicht konform mit den Auflagen der Deutsche Fußball Liga sei.

Die Leipziger antworten nun: Sie reagieren mit Unverständnis, werfen dem FCA-Boss fehlendes Fachwissen vor und nehmen ihn wegen seiner Whiskey-Episode aufs Korn.

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Doch der Reihenfolge nach: Auf der Jahreshauptversammlung des FCA hatte Hofmann am Montagabend gesagt: "Das Konstrukt Leipzig darf keine Lizenz haben." Er glaube, "dass Leipzig die faktischen Voraussetzungen und die Anforderungen eines Vereins im Rahmen der Spielordnung des DFB nicht erfüllt". Ein weiterer Dorn im Auge ist für Hofmann die Anzahl der Mitglieder. Er führte aus, dass RB nur 17 Mitglieder habe und keine weiteren aufnehme. Dies widerspreche den Anforderungen des Deutschen Fußball-Bundes.

Klaus Hofmann will sogar Mitglied bei RB Leipzig werden

Deswegen will Hofmann nun Mitglied bei den Sachsen werden: "Also werden wir das mal ausprobieren in den nächsten Monaten, ob das klappt. Ich bin bei anderen Vereinen Mitglied, warum soll es da nicht funktionieren, wenn Leipzig die faktischen Anforderungen erfüllt, die der DFB an einen Verein stellt." Dass RB einen tollen Fußball spiele, müsse man dennoch anerkennen: "Ganz viele Vereine geben viel Geld aus und machen es schlechter als Leipzig." Mit einem Seitenhieb auf den FCA-Heimsieg im September gegen Leipzig fügte Hofmann an: "Nur nebenbei: Trotzdem haben wir sie 1:0 geschlagen."

Der deutsche Vizemeister reagierte mit Unverständnis und warf Augsburgs Hofmann vor, die Abläufe im Lizenzierungsverfahren nicht zu kennen. Denn seine Aussagen seien schon vom Ansatz völlig falsch. Wie bei den Schwaben die FC Augsburg 1907 GmbH & Co. KG der Lizenznehmer der DFL ist, haben auch die Leipziger mit der RasenBallsport Leipzig GmbH eine Kapitalgesellschaft. Daher hätten der Verein und seine Mitglieder nichts damit zu tun. 

RB-Sprecher: "Vielleicht kommen Hofmann diese Einfälle nachts auf Augsburger Parkbänken"

"Wir nehmen die Bewertung des Lizenzierungsverfahrens der DFL von Herrn Hofmann amüsiert zur Kenntnis - vielleicht kommen ihm diese Einfälle nachts auf Augsburger Parkbänken, die Aussagen sprechen für sich und ihn", sagte ein RB-Sprecher am Dienstag. Hofmann hatte seinen Mitgliedern bei der Jahreshauptversammlung öffentlich erzählt, dass er nach dem Klassenerhalt am nächsten Morgen auf einer Parkbank in Augsburg entdeckt worden war und sich an nichts mehr erinnern hatte können.

Der FCA-Clubboss hatte sich schon in der Vergangenheit mit Leipzig angelegt und nach dem 1:0 zuletzt öffentlich gegen RB-Manager Oliver Mintzlaff geschimpft. "Ich bin mir sicher, dass Herr Mintzlaff jetzt wieder seine Kommunikationsabteilung auf mich hetzt. Aber wissen Sie: Ich mag ihn auch nicht", sagte er und kündigte an: "In Augsburg wird es auch künftig keine Begrüßung per Handschlag für ihn geben."

Neben Leipzig kritisierte Hofmann auch die Deutsche Fußball Liga, die unter anderem zugelassen habe, dass Darlehen von Geldgebern bei Vereinen zweckentfremdet würden. Als Beispiele nannte er Hannover und Kaiserslautern, die ihre Lizenzen verlieren hätten müssen. (mit dpa)

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