Andrea Petkovic hat mit ihren Erfolgen Tennis mal wieder in den Fokus gerückt. Das Gedränge zwischen den Randsportarten bleibt groß. Von Franz Neuhäuser

Kurz ist sie in diesen Tagen wieder aufgeflammt – des Deutschen Liebe zum Tennissport. Andrea Petkovic hat das Feuer entzündet, hat erst die aktuelle Weltranglisten-Erste und anschließend auch noch eine frühere Nummer eins geschlagen. Allerdings, dann kam auch schon wieder der „Feuerlöscher“ namens Scharapowa. Petkovic schied aus – und der Tennissport wird wohl hierzulande noch etwas länger am Rande der Publikums-Wahrnehmung verharren.
Gehört Tennis damit zu den sogenannten Randsportarten? Die Freunde des „Weißen Sports“ werden schon bei der Fragestellung rot sehen. Randsportart, das Etikett mag keiner angeheftet bekommen, Randsportart – das ist, so scheint es, ein böses Wort, mit dem man Freunde einer bestimmten sportliche Betätigung so richtig tief ins Herz treffen kann.
Das ist zum Beispiel Thomas de Maizière gelungen. Kurz bevor er sich vor einigen Wochen vom Posten des (für Sport zuständigen) Innenministers verabschiedete, hatte er in einem Interview davon gesprochen, dass Golf in Deutschland eine Randsportart sei (und es unter anderem deshalb keine staatliche Förderung für die Ryder Cup-Bewerbung geben könne).
Der Aufschrei in der Golf-Gemeinde war groß. Beredt wiesen die Golf-Funktionäre darauf hin, dass ihr Verband mehr aktive Mitglieder besitze als Schwimmer und Skifahrer. Und das seien ja nun wohl keine Randsportarten. Allerdings, wenn die Golfer so argumentieren, dann müssen sie sich gefallen lassen, dass sie wiederum von Sportfischern und Bergsteigern an den Rand gedrängt werden. Denn deren Organisationen haben laut Statistik des Deutschen Olympischen Sportbundes mehr Mitglieder als der Golfverband.
Ja, es herrscht ziemliches Gedrängel auf dem weiten Feld der Randsportarten. Schön ist, wenn aber dennoch keiner über den Rand hinunterfällt, erfreulich ist, wenn im ohnehin schon übermächtigen Fußball-Einerlei wenigstens ein klein wenig Abwechslung erhalten bleibt.
Die Siege von Andrea Petkovic in dieser Woche haben dem Tennis in Deutschland gutgetan. Für die sportliche Vielfalt in der öffentlichen Darstellung noch wichtiger aber war, dass ARD und ZDF nach monatelangen Verhandlungen doch die Übertragungsrechte für die Leichtathletik-WM im Sommer in Südkorea erstanden haben. Damit sind die Leichtathleten (mehr Mitglieder in Deutschland als die Golfer) noch einmal etwas vom Rand weggerückt.
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