Essen (dpa) - Er schwimmt und schwimmt - immer weiter zu neuen Rekorden: «Oldie» Thomas Rupprath hat bei deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Essen einen Europarekord über 50 Meter Rücken aufgestellt.

Der 32-Jährige verbesserte in 22,91 Sekunden die drei Wochen alte Bestmarke des Russen Stanislaw Donets um 3/100 Sekunden. Es war Ruppraths elfter Titel in Serie über diese Distanz und seine insgesamt 76. deutsche Meisterschaft. «Ich wollte, nach dem Tod meines Vaters im letzten Jahr, unbedingt noch einmal deutscher Meister werden und ihm den Titel widmen», sagte der Neu-Würzburger. «Ich sehe mich nicht als EM-Favorit», erklärte Rupprath mit Blick auf die kontinentalen Titelkämpfe vom 10. bis 13. Dezember in Istanbul.
Wie andere Athleten absolvierte auch Rupprath die Meisterschaft aus dem vollen Training. «Meine Trainingsform ist nicht die beste, aber scheinbar bin ich sehr effektiv», meinte er grinsend. Dabei werden im Essener Hauptbad Rekorde durch die baulichen Gegebenheiten erschwert: So fehlen die seit kurzem erlaubten, der Leichtathletik nachempfunden Startblöcke, mit denen sich die Schwimmer besser abdrücken können. Etwa 0,2 Sekunden macht das allein beim Start aus.
Im Dauer-Wettstreit um den nationalen Rekord setzte sich Caroline Ruhnau (Essen) über 100 Meter Brust in ihrer Heimatstadt in 1:04,78 Minuten durch und blieb damit 34/100 Sekunden unter der alten Bestmarke von Sarah Poewe. Die entthronte Rekordhalterin Poewe (Wuppertal) schlug nach 1:05,05 Minuten an und unterbot ebenso wie die drittplatzierte Kerstin Vogel (Essen/1:05,76) Minuten die EM-Norm. «Es ist nicht immer einfach mit drei starken Brustschwimmerinnen, aber wir Drei treiben uns Woche für Woche an», sagte Ruhnau. Das Männer-Rennen über diese Distanz gewann Hendrik Feldwehr (Essen) in 57,67 Sekunden vor Marco Koch (Darmstadt/57,81) und Johannes Neumann (Riesa/58,18).
Steffen Deibler ist Nachfolger von Paul Biedermann als Kurzbahn-Meister über 200 Meter Freistil. Der Hamburger schwamm unrasiert 1:43,38 Minuten und blieb damit als einziger unter der EM-Norm. Titelverteidiger und Weltrekordler Biedermann (Halle/Saale) hatte wegen eines fiebrigen Infektes seine Teilnahme abgesagt. Weil nur Deibler die EM-Norm schaffte, ist Biedermanns EM-Teilnahme wegen seines vor knapp zwei Wochen aufgestellten Weltrekords nun sicher. Über 50 Meter Schmetterling ließ es Deibler ruhiger angehen und siegte eine Woche nach seinem Weltrekord (21,80 Sekunden) in 22,06.
In Abwesenheit der pausierenden Weltmeisterin Britta Steffen knackten über 100 Meter Freistil gleich vier Schwimmerinnen die EM- Norm. Daniela Schreiber (Halle/Saale) gewann in 52,82 Sekunden vor Daniela Samulski (Essen/53,60), die auch über 50 Meter Schmetterling siegte. Weitere Meistertitel gingen an Isabelle Härle (Würzburg), die in 8:18,63 Minuten über 800 Meter Freistil ihre Bestzeit um zehn Sekunden verbesserte, und Jenny Mensing (München/200 Meter Rücken).
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