Sonntag, 26. Mai 2013

20. November 2011 15:50 Uhr

FC Bayern

Schweinsteiger fehlt, Götze trumpft auf

Der FC Bayern verliert gegen Borussia Dortmund 0:1. Schweinsteiger wurde schmerzlich vermisst. Götze dürfte seinen Marktwert einmal mehr gesteigert haben.

Es ging beachtlich schnell nach Abpfiff, bis man in der Münchner Arena nur noch schwarz-gelb sah. Ausgelassen tanzten und feierten die Dortmunder um ihrem Match-Winner Mario Götze - von Bayern Münchens Starensemble war da, keine Minute nach Abpfiff des bitteren 0:1 (0:0) im Prestige-Spiel gegen den Meister, schon lange nichts mehr zu sehen. «Die Niederlage schmerzt sehr», gab Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geknickt zu. Zumindest aber der Rest der Liga freute sich über Dortmunds Schnippchen: Die Meisterschaft bleibt spannend.

FC Bayern weiter auf Platz 1

«Wenn wir aus diesem Spiel etwas Positives ziehen können, dann nur, dass wir nach wie vor Tabellenführer sind», stellte Bayerns Kapitän Philipp Lahm treffend fest. Statt wie erhofft auf acht, schauen die Bayern nun nur auf zwei magere Pünktchen Vorsprung zu Dortmund.

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Neun Heimspiele in Serie hatten die Bayern nicht verloren, aber «das ist kein Grund zur Panik, wir müssen ganz ruhig bleiben», sagte Wiederkehrer Arjen Robben. Doch Dortmund hat der Liga bewiesen, dass die Heimfestung der Bayern keineswegs unantastbar ist.

Der von der Konkurrenz befürchtete Durchmarsch ist gestoppt - und der Meister aus Dortmund bringt sich ganz nebenbei zurück ins Titelrennen und das Bewusstsein der Bayern. «Respekt ja, Zittern nein», sagte Rummenigge, denn im Vergleich zum 1:3 im Vorjahr war «das eine unglückliche Niederlage, keine Lektion.» Die Bayern haben (noch) keine Angst, «weil wir alles in der eigenen Hand haben», sagte Lahm.

Schweinsteiger fehlte

Worte, die Jürgen Klopp wohl gut gefallen. Denn von Kampfansagen ist die sonst so freche Dortmunder Truppe auch nach dem dritten Sieg in Folge gegen die Bayern und trotz der fulminanten Aufholjagd der letzten Wochen (19 Punkte aus sieben Spielen) weiter entfernt denn je. «Wir bleiben bei unserem Weg. Wir sind mit Bescheidenheit gut gefahren», sagte Präsident Reinhard Rauball. Götze ergänzte: «Einen Titel verteidigen wollten schon viele Mannschaften vor uns.»

Für die Bayern war die Flucht in die Kabine war wohl der letzte Ausweg, den ausgelassen feiernden Dortmundern, die 90 Minuten couragiert gekämpft hatten, zu entkommen. Ganze zehn Kilometer mehr war die Klopp-Elf im keineswegs hochklassigen Gipfeltreffen gelaufen als der Gastgeber - der Schlüssel zum Erfolg gegen den Rekordmeister, der sich trotz 90-minütiger Überlegenheit nicht in Topform präsentierte. Das Fehlen von Regisseur Bastian Schweinsteiger machte sich deutlich bemerkbar, auch Arjen Robben konnte nach siebenwöchiger Pause nicht entscheidend eingreifen. «Ein typisches 0:0-Spiel», sagte Heynckes, Klopp fügte aber lachend hinzu: «Nein nein, ein typisches 0:1-Spiel.»

Götze gehört die Zukunft

Ausgerechnet Bayerns Wunschkandidat Götze traf in der 65. Minute mitten ins Bayern-Herz. «Ein kurioses Tor», sagte der Matchwinner selbst, immerhin hatte der 19-Jährige entscheidend von der Desorientierung von Jerome Boateng profitiert. Die Gegenseite hatte das Dortmunder Juwel aber beeindruckt: «Er hat das hervorragend gemacht», sagte Rummenigge. Für Spekulationen sei laut Sportdirektor Christian Nerlinger dennoch der «falsche Zeitpunkt». Götze konnte das nur recht sein, denn er genießt den Lauf mit der «geilen Truppe», wie Kollege Großkreutz in gewohnter Manier rausposaunte: «Wir ziehen unser Ding durch. Aber Bayern war Favorit und bleibt das auch.»

Den Rückschlag muss die Elf von Heynckes sowieso schnell ausblenden. «Schnauze abputzen und dann geht es weiter», forderte Rummenigge, denn gegen den FC Villarreal am Dienstag (20.45 Uhr) wolle man «die Champions League klar machen» (Nerlinger). Ein Sieg gegen den Underdog aus Spanien, und der Sieg in Gruppe A steht fest. Dortmund hingegen steht gegen Arsenal London am Mittwoch unter Zugzwang, tritt die Reise zum «Endspiel» aber nun mit viel Rückenwind an.

Dortmund in Lauerstellung

«Immerhin spielt Bayern um den Sieg in der Königsklasse. Also sollten wir gegen London genauso agieren», sagte Marcel Schmelzer. Die Woche der Wahrheit (Bayern, Arsenal, Schalke 04) kann weitergehen. Zumindest in Feierlaune ist Dortmund schon. dapd

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