Es ging beachtlich schnell nach Abpfiff, bis man in der Münchner Arena nur noch schwarz-gelb sah. Ausgelassen tanzten und feierten die Dortmunder um ihrem Match-Winner Mario Götze - von Bayern Münchens Starensemble war da, keine Minute nach Abpfiff des bitteren 0:1 (0:0) im Prestige-Spiel gegen den Meister, schon lange nichts mehr zu sehen. «Die Niederlage schmerzt sehr», gab Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge geknickt zu. Zumindest aber der Rest der Liga freute sich über Dortmunds Schnippchen: Die Meisterschaft bleibt spannend.
FC Bayern weiter auf Platz 1
«Wenn wir aus diesem Spiel etwas Positives ziehen können, dann nur, dass wir nach wie vor Tabellenführer sind», stellte Bayerns Kapitän Philipp Lahm treffend fest. Statt wie erhofft auf acht, schauen die Bayern nun nur auf zwei magere Pünktchen Vorsprung zu Dortmund.
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Stadion: Münchner Arena (71.000 Plätze)
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Trainer: Jupp Heynckes
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Bisher teuerster Spieler des FC Bayern ist Javier Martinez. Für ihn wurden 40 Millionen Euro berappt.
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Liga-Platzierung der vorigen Saison: Zweiter Platz
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Aktuelle Position in der UEFA Klubrangliste: 4
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Nationale Erfolge: 23 Mal Deutscher Meister (1932, 1969, 1972 bis 1974, 1980, 1981, 1985 bis 1987, 1989, 1990, 1994, 1997, 1999 bis 2001, 2003, 2005, 2006, 2008 und 2010), 15 Mal Pokalsieger (1957, 1966, 1967, 1969, 1971, 1982, 1984, 1986, 1998, 2000, 2003, 2005, 2006, 2008, 2010 und 2013).
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Internationale Erfolge: Dreimal Europapokalsieger der Landesmeister (1974 bis 1976), Champions-League-Sieger 2001, UEFA-Pokalsieger 1996, zweimal Weltpokalsieger (1976 und 2001).
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Die letzten elf Jahre in der Champions League: 2001/02: Viertelfinale, 2002/03: erste Gruppenphase, 2003/04: Achtelfinale, 2004/05: Viertelfinale, 2005/06: Achtelfinale, 2006/07: Viertelfinale, 2007/08: nicht teilgenommen, 2008/09: Viertelfinale, 2009/10: Finale, 2010/11: Achtelfinale. 2011/2012: Finale.
Neun Heimspiele in Serie hatten die Bayern nicht verloren, aber «das ist kein Grund zur Panik, wir müssen ganz ruhig bleiben», sagte Wiederkehrer Arjen Robben. Doch Dortmund hat der Liga bewiesen, dass die Heimfestung der Bayern keineswegs unantastbar ist.

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Der Kader des FC Bayern München für die Saison 2011/12. Auf dem Bild fehlt noch Jerome Boateng. Der letzte Transfer der Münchner kam wenigstens für dieses Foto zu spät.

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Dann kam er aber doch noch. Jerome Boateng dürfte der zweitprominenteste Neuzugang der Bayern für die Saison 2011/12 sein. Nach langem Tauziehen eisten ihn die Münchner von Manchester City los. Der Nationalspieler soll Innenverteidiger spielen.

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Der Star unter den Neuzugängen des FCB: Manuel Neuer kam nach ebenfalls langem Tauziehen vom FC Schalke 04 und kostete Hoeneß, Rummenigge und Co. rund 22 Millionen Euro Ablösesumme. Neuer ist Torwart der Deutschen Nationalmannschaft.
Der von der Konkurrenz befürchtete Durchmarsch ist gestoppt - und der Meister aus Dortmund bringt sich ganz nebenbei zurück ins Titelrennen und das Bewusstsein der Bayern. «Respekt ja, Zittern nein», sagte Rummenigge, denn im Vergleich zum 1:3 im Vorjahr war «das eine unglückliche Niederlage, keine Lektion.» Die Bayern haben (noch) keine Angst, «weil wir alles in der eigenen Hand haben», sagte Lahm.
Schweinsteiger fehlte
Worte, die Jürgen Klopp wohl gut gefallen. Denn von Kampfansagen ist die sonst so freche Dortmunder Truppe auch nach dem dritten Sieg in Folge gegen die Bayern und trotz der fulminanten Aufholjagd der letzten Wochen (19 Punkte aus sieben Spielen) weiter entfernt denn je. «Wir bleiben bei unserem Weg. Wir sind mit Bescheidenheit gut gefahren», sagte Präsident Reinhard Rauball. Götze ergänzte: «Einen Titel verteidigen wollten schon viele Mannschaften vor uns.»
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Der vollständige Name von Borussia Dortmund lautet Ballspielverein Borussia 09 e.V. Dortmund. Gegründet wurde der Verein am 19. Dezember 1909.
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Heimspielstätte der Borussen ist der Signal-Iduna-Park. Die Arena trug früher den Namen Westfalenstadion und fasst heute bis zu 80.720 Zuschauer.
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Borussia Dortmund wurde acht Mal Deutscher Meister. Die Titel gewann der BVB in den Jahren 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011 und 2012.
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Der Verein gewann außerdem die Champions League (1997) und den DFB-Pokal (1965, 1989 und 2012).
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Der höchste Heimsieg gelang am 6. November 1982 gegen Arminia Bielefeld (11:1). Die höchste Heimniederlagen kassierten die Borussen gegen den SV Werder Bremen (1971/1972) und gegen den FC Bayern München (2009/2010) mit je 1:5.
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Borussia Dortmund war in der Saison 1991/1992 19 Spiele in Folge ungeschlagen. Die Serie hielt vom 12. bis 30. Spieltag.
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Zu den bekanntesten Ex-Spielern Dortmunds zählt Andreas Möller. Er spielte insgesamt sechs Jahre in Dortmund und war berüchtigt für seine "Schutzschwalbe".
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Neben Andy Möller zählt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer zu den bekanntesten ehemaligen Dortmundern.
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Es gab und gibt Fan-Freundschaften zu anderen Fußballvereinen. Dortmund ist mit Celtic Glasgow, Glasgow Rangers, Hamburger SV, SC Freiburg, Karlsruher SC, Saarbrücken und 1860 München verbandelt.
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Wo Freunde sind, gibt es auch Feinde: Die Fans von Dortmund und Bayern München sind einander hochgradig abgeneigt.
Für die Bayern war die Flucht in die Kabine war wohl der letzte Ausweg, den ausgelassen feiernden Dortmundern, die 90 Minuten couragiert gekämpft hatten, zu entkommen. Ganze zehn Kilometer mehr war die Klopp-Elf im keineswegs hochklassigen Gipfeltreffen gelaufen als der Gastgeber - der Schlüssel zum Erfolg gegen den Rekordmeister, der sich trotz 90-minütiger Überlegenheit nicht in Topform präsentierte. Das Fehlen von Regisseur Bastian Schweinsteiger machte sich deutlich bemerkbar, auch Arjen Robben konnte nach siebenwöchiger Pause nicht entscheidend eingreifen. «Ein typisches 0:0-Spiel», sagte Heynckes, Klopp fügte aber lachend hinzu: «Nein nein, ein typisches 0:1-Spiel.»
Götze gehört die Zukunft
Ausgerechnet Bayerns Wunschkandidat Götze traf in der 65. Minute mitten ins Bayern-Herz. «Ein kurioses Tor», sagte der Matchwinner selbst, immerhin hatte der 19-Jährige entscheidend von der Desorientierung von Jerome Boateng profitiert. Die Gegenseite hatte das Dortmunder Juwel aber beeindruckt: «Er hat das hervorragend gemacht», sagte Rummenigge. Für Spekulationen sei laut Sportdirektor Christian Nerlinger dennoch der «falsche Zeitpunkt». Götze konnte das nur recht sein, denn er genießt den Lauf mit der «geilen Truppe», wie Kollege Großkreutz in gewohnter Manier rausposaunte: «Wir ziehen unser Ding durch. Aber Bayern war Favorit und bleibt das auch.»
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Geboren am 25. September 1955 in Lippstadt
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Karriere als Spieler: Borussia Lippstadt (1963 bis 1974), Bayern München (1974 bis 1984), Inter Mailand (1984 bis 1987), Servette Genf (1987 bis 1989)
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Erfolge: Zweimal Europapokalsieger der Landesmeister, zweimal deutscher Meister, zweimal DFB-Pokalsieger. Europameister 1980, Vizeweltmeister 1982 und 1986
Nationalmannschaft 95 Länderspiele, 1 B-Länderspiel
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Funktionär: Von 1991 bis 2002 Vizepräsident des FC Bayern. Seit Anfang 2002 Vorstandsvorsitzender der FC Bayern München AG.
Privates Verheiratet mit Martina, fünf Kinder.
Den Rückschlag muss die Elf von Heynckes sowieso schnell ausblenden. «Schnauze abputzen und dann geht es weiter», forderte Rummenigge, denn gegen den FC Villarreal am Dienstag (20.45 Uhr) wolle man «die Champions League klar machen» (Nerlinger). Ein Sieg gegen den Underdog aus Spanien, und der Sieg in Gruppe A steht fest. Dortmund hingegen steht gegen Arsenal London am Mittwoch unter Zugzwang, tritt die Reise zum «Endspiel» aber nun mit viel Rückenwind an.
Dortmund in Lauerstellung
«Immerhin spielt Bayern um den Sieg in der Königsklasse. Also sollten wir gegen London genauso agieren», sagte Marcel Schmelzer. Die Woche der Wahrheit (Bayern, Arsenal, Schalke 04) kann weitergehen. Zumindest in Feierlaune ist Dortmund schon. dapd

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Mario Götze (19) muss in dieser Reihe natürlich den Anfang machen. Der Edeltechniker von Borussia Dortmund hat alles, was einen Fußballer ausmacht - und das in seinem Alter. Kein Wunder, dass er bei sämtlichen Topklubs ganz oben auf dem Einkaufszettel steht.
Foto: dpa

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Begehrt ist aufgrund seiner Fähigkeiten wohl auch der Österreicher David Alaba (19). Der junge Mann mit den großartigen Anlagen und dem Wiener Schmäh wird aber wohl beim FC Bayern bleiben: Dort schätzt man sein Talent mittlerweile richtig.
Foto: dpa

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Steiler Aufstieg: Ex-Stuttgarter und Noch-Leverkusener Bernd Leno (19) startete direkt von der dritten Liga in die Champions League durch und machte sich dort mit einigen Weltklasseparaden gleich einen Namen. Der ein oder andere Patzer ist seinem zarten Alter geschuldet.
Foto: dpa
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