Die Fahnder haben Unparteiische im Visier, die ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert haben sollen, im Visier. Auch Michael Kempter soll dazugehören. Von Herbert Schmoll

Steht der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor dem nächsten Schiedsrichterskandal? Wie unsere Zeitung erfuhr, fanden am Montag in den Wohnungen einiger prominenter Unparteiischer Durchsuchungen der Steuerfahndung statt. Darunter offenbar auch in Sauldorf (Baden-Württemberg), dem Wohnort der Brüder Michael (28) und Robert Kempter (23). Michael Kempter wird allerdings nach seiner Sex-Affäre mit dem ehemaligen Augsburger Schiedsrichter-Funktionär Manfred Amerell schon seit Längerem nicht mehr eingesetzt, sein jüngerer Bruder Robert leitet Spiele in der zweiten Liga und ist als Schiedsrichter-Assistent in der Bundesliga tätig.
Zuletzt stand er am vergangenen Freitag in der Partie zwischen dem FC Augsburg und dem SV Werder Bremen an der Außenlinie. Auch der DFB war Ziel der Steuerfahnder. Beamte haben dort am gestrigen Montag die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufgesucht, um Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich zu nehmen.
Dies bestätigte der Verband gestern in einer Pressemitteilung. Hintergrund der überraschenden Maßnahme ist nach Angaben der Steuerbeamten der Verdacht, dass in der Vergangenheit einige Schiedsrichter ihre Einnahmen möglicherweise nicht ordnungsgemäß versteuert haben.
Wolfgang Niersbach, der DFB-Generalsekretär, sagt dazu: „Es gibt keinerlei Vorwürfe gegen den DFB. Wir werden die Steuerbeamten bei den Ermittlungen selbstverständlich mit all unseren Möglichkeiten unterstützen. Die korrekte Versteuerung der Einnahmen obliegt jedem Schiedsrichter selbst.“
Bereits im Jahre 2009 geriet der ehemalige FIFA-Referee Michael Kempter ins Visier der Fahnder und wurde damals wegen Steuerhinterziehung zu einer Strafe von 190 Tagessätzen à 125 Euro (insgesamt: 23750 Euro) verurteilt und gilt damit als vorbestraft. „Da rollt wieder eine Lawine auf den Fußball zu“, ist sich ein Insider des Schiedsrichterwesens, der nicht namentlich genannt werden wollte, sicher.
Schiedsrichter im Profibereich ist mittlerweile ein gut bezahlter Job. Für einen Einsatz in der Bundesliga gibt es 3800 Euro, dazu kommen noch 515 Euro von der Dekra (Fahrzeugprüfungen, Gutachten), dem Schiedsrichter-Sponsor. Den Linienrichtern in Liga eins werden 2176 Euro (inklusive 176 Euro Sponsorenprämie) auf das Konto überwiesen.
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