Montag, 11. Dezember 2017

30. November 2017 13:53 Uhr

Glosse

Was Vereinsbosse ihren Mitgliedern sagen sollten

In diesen Tagen gehen in Fußballclubs die allseits beliebten Mitgliederversammlungen über die Bühne. Hier ein paar Tipps, was Vereinsbosse ihren Mitgliedern sagen sollten.

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Bei Misserfolg den zerknirschten Gesichtsausdruck nicht vergessen: Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spricht zu den Mitgliedern des BVB
Foto: Bernd Thissen/dpa

Für Fußballfans beginnt die Vorweihnachtszeit schon vor dem ersten Advent. Ende November können sie ihren Helden näher sein, als sie dem Christkind jemals kommen werden. Dann bricht die Zeit der Jahreshauptversammlungen an. Welch ein sperriges Wort für Glück spendende Stunden. Präsidenten und Vorstände der Vereine präsentieren dann die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres. Deswegen kommt freilich kaum ein Mitglied in stickige Hallen. Es ist die rituelle Wiederkehr bekannter und beliebter Motive. Damit sich die Herren Hoeneß, Watzke, Hofmann und Co. im kommenden Jahr die Mühe sparen können, allzu lange an ihrer Rede zu feilen, stellen wir ihnen ein Manuskript zur Verfügung, das allseits für Applaus und Lacher sorgen sollte.

Liebe Mitgliederinnen und Mitglieder (in Zeiten überschaubaren Erfolgs ist auch Liebe FCB/BVB/FCA-Familie möglich, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl, wer pfeift schon ein Familienmitglied aus?),

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wir stehen am Ende eines erfolgreichen Jahres (bei drohendem Abstieg ... am Ende eines ereignisreichen Jahres). (Nun Auflistung der vergangenen Erfolge, dabei auf keinen Fall die Triumphe der Frauenmannschaft und der Ski-Abteilung vernachlässigen. Die halten auch zu einem, wenn es in der Bundesliga gerade nicht gut läuft.)

Spitze gegen den Lokalrivalen

Anders als beim (Einsetzen des Lokalrivalen und dann eine im Zweifelsfall zusammenhanglose Spitze verteilen, lang anhaltende Lacher und Applaus abwarten, immer mal wieder beschwichtigende Handbewegungen machen).

Lassen Sie mich bitte noch kurz einen Blick in die Zukunft werfen (Szenario entwerfen, in dem der Lokalrivale von Investoren in die Kreisliga getrieben wird, der eigene Verein aber die Mechanismen der globalisierten Fußballwelt außer Kraft setzt und größtmöglichen Erfolg einheimst).

Ein Wort noch zu RB Leipzig (Nun richtig abledern. Das Getränk verspotten, das Konstrukt an sich anprangern, die handelnden Personen diffamieren und über die Mitgliederzahl lustig machen – strenge Miene aufsetzen. Wenn möglich: Starke Gesichtsrötung hervorrufen).

Zu guter Letzt lade ich euch alle zu Freibier im Anschluss an die Jahreshauptversammlung ein (Immer auf eine Brauerei im Sponsorenpool achten).

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