Samstag, 2. August 2014

09. Mai 2013 09:11 Uhr

Bundesliga

Was die Bayern und den FCA verbindet

Früher wechselten immer wieder Augsburger Spieler und Funktionäre nach München. Stefan Reuter, Markus Weinzierl und Andreas Ottl gingen den anderen Weg

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Der FC Bayern war eine wichtige Etappe in seiner sportlichen Karriere. Von 1988 bis 1991 stand Stefan Reuter, heute Manager beim FC Augsburg, beim Rekordmeister von der Isar unter Vertrag. Zwei Mal feierte Stefan Reuter in diesen drei Jahren mit den Bayern die deutsche Meisterschaft, zwei Mal zog er mit dem Team im Europacup ins Halbfinale ein. „Diese Zeit hat mich sportlich schon geprägt“, sagte der heute 46-jährige geborene Dinkelsbühler.

Reuter: "Das Ziel war immer die Meisterschaft"

Schon damals hatten die Münchner an sich selbst hohe Ansprüche, „das Ziel war immer die Meisterschaft“, erzählt Reuter. An der Säbener Straße sorgten sie dafür, dass Reuter auch in Italien zu einem Star reifte. 1991, ein Jahr nach der Weltmeisterschaft im Süden Europas, verpflichtete ihn Juventus Turin. Nach nur einem Jahr kehrte er der Industriestadt im Norden Italiens allerdings wieder den Rücken. Zum FC Bayern pflegt Reuter noch immer gute Kontakte. Zu Raimond Aumann, einem ehemaligen Augsburger, oder Hansi Pflügler und Michael Tarnat.

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Auch in seiner Zeit als Geschäftsführer bei den Münchner „Löwen“ hatte er viel mit dem großen Nachbarn zu tun.

Mitte der 1960er trennten sich die Wege der beiden Klubs

Am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Allianz-Arena) wird Reuter wohl die guten Kontakte für einige Zeit ruhen lassen, denn für seinen Arbeitgeber steht beim künftigen Meister viel auf dem Spiel. „Die Bayern spielen eine überragende Saison, wir sind Außenseiter, werden uns aber trotzdem konzentriert auf diese Partie vorbereiten.“ Und wer weiß, vielleicht ist ja der Fußballgott an diesem Nachmittag ein Augsburger.

Irgendwann Mitte der 1960er Jahre trennten sich die Wege der beiden Klubs. Der FC Bayern stieg 1965 in die Bundesliga auf, der BC Augsburg spielte damals in der Bayern- oder Regionalliga. Trotzdem, es gab und gibt immer wieder Berührungspunkte zwischen dem „roten Riesen“ und dem kleinen FCA.

Weinzierl trainierte unter Hitzfeld und Trapattoni

So hat auch Markus Weinzierl eine Bayern-Vergangenheit. Der Augsburger Fußball-Lehrer stand dort vier Jahre unter Vertrag, „doch ich war nur eine kleine Nummer“, schränkt er selbst ein. Er hatte zwar einen Profivertrag unterschrieben und durfte zusammen mit den Stars wie Effenberg oder Scholl trainieren, doch in Punktspielen kam der Niederbayer nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz. Immerhin, er trainierte unter Kapazitäten wie Ottmar Hitzfeld und Giovanni Trapattoni.

Von 1991 bis 1996 bestand zwischen den beiden Vereinen ein Kooperationsvertrag. Peter Bircks, damals FCA-Präsident und heute Geschäftsführer bei den Augsburgern, hatte die Idee. „Wir hatten unter Heiner Schuhmann eine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit, ich hab dann Uli Hoeneß am Rande eines Jugendspiels gefragt, ob bei den Bayern an einer Zusammenarbeit Interesse bestünde.“ Hoeneß, damals Manager bei den Bayern, war davon sichtlich angetan. So konnte er verhindern, dass Kicker aus der Augsburger Talentschmiede wie vorher Bernd Schuster, Roland Grahammer, Armin Veh, Christian Hochstätter oder Karl-Heinz Riedle bei anderen Klubs unterschrieben.

Uli Hoeneß ist Vereinsmitglied beim FC Augsburg

In den folgenden Jahren wechselten Augsburger Nachwuchsspieler wie Dieter Frey, Andreas Mayer, Wolfgang Gerstmeier oder Frank Gerster zum FC Bayern, der sich dafür erkenntlich zeigte und wesentlich höhere Ablösesummen als üblich zahlte. Zudem kamen die Oberbayern regelmäßig zu Freundschaftsspielen in die Rosenau und füllten dadurch auch die meist klamme FCA-Kasse. Übrigens, Uli Hoeneß ist seither Vereinsmitglied beim FC Augsburg.

Gerade in Sachen Talentförderung konnten die Bayern damals vom FCA einiges lernen. So holten sie 1995 kurzerhand Heiner Schuhmann als Chef der Nachwuchsabteilung an die Säbener Straße. Der ehemalige FCA-Spieler, Trainer und Funktionär leistete dort ganze Arbeit, ehe es den heutigen Scout von Borussia Dortmund wieder nach Augsburg zurückzog.

Aus aktuellem Kader haben zwei Spieler eine Münchner Vergangenheit

Mit Fritz Scherer leitete ein waschechter Augsburger viele Jahre die Geschicke beim FC Bayern. Der geborene Oberhauser, beruflich als Professor an der Augsburger Uni tätig, gehörte von 1979 der Bayern-Vereinsführung als Schatzmeister an und leitete von 1985 bis 1994 als Präsident die Geschicke des Renommierklubs. Aus dem aktuellen Kader des FC Augsburg haben auch zwei Spieler eine Münchner Vergangenheit. Sebastian Langkamp kickte bei den Bayern-Junioren, Andreas Ottl, 28, ist sogar ein waschechter Bayer. Von 1996 bis 2011 spielte er für diesen Klub.

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Unsere Autoren von A bis Z
Herbert Schmoll

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport



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