Freitag, 24. Mai 2013

08. Mai 2012 14:18 Uhr

FC Augsburg

Was sind die wahren Gründe für Luhukays Abgang?

Auch Tage nach dem spektakulären Abgang von Trainer Jos Luhukay sind auf der Suche nach den wahren Gründen viele Fragen noch unbeantwortet.

Jos Luhukay hört als Trainer des FC Augsburg auf. Foto: Stefan Puchner dpa

Vielleicht haben sie beim FC Augsburg gedacht, dass nach der letzten Pressekonferenz am Saisonende schnell Gras über die Personalie Jos Luhukay, 48, wachsen würde. Doch die Scheidung vom so erfolgreichen und beliebten Trainer warf mehr Fragen auf als Antworten.

Ein Nachhaken der Medien während der Abschluss-Pressekonferenz war nicht erlaubt gewesen, das Unbehagen von Präsident Walther Seinsch, Jos Luhukay und auch Andreas Rettig war auch auf große Distanz zu spüren. Nur eines war nach diesem seltsamen Schauspiel sicher: Luhukay selbst hatte den Schlussstrich gezogen. Er war am Ende der Handelnde gewesen. Die Fragen nach dem Warum aber blieben unbeantwortet.

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Heftige Spekulationen um FCA

Und so blühten schon am nächsten Tag die Spekulationen. So heftig, dass sich der FCA genötigt sah, in die Offensive zu gehen. Am Montagabend stand noch einmal der scheidende Manager Andreas Rettig bei der Sendung Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen Rede und Antwort. Einen Tag später ging der FCA-Aufsichtsratsvorsitzende und zukünftige kaufmännische Leiter, Peter Bircks, vor die Fernsehkameras.

Letzterer ist von einer Darmoperation noch schwer gezeichnet und kam gestern Vormittag direkt von einer Behandlung im Krankenhaus zum Regionalsender Augsburg TV. Dieser hatte mit einer Meldung für Aufsehen gesorgt, dass der designierte Luhukay-Nachfolger Markus Weinzierl schon im Januar einen Vertrag beim FCA unterschrieben habe. Was Bircks in der Sendung dementierte: „Für was hätten wir ihn im Januar verpflichten sollen? Die zweite Mannschaft macht er bei uns sicher nicht.“

Kontakt zu Weinzierl

Bircks bestätigte aber, dass er im Januar schon Kontakt zu Weinzierl aufgenommen habe. Aber nur zur Kontaktpflege, wie er sagte. Er habe Weinzierl angerufen, „weil es meine Aufgabe ist, ein Netzwerk aufzubauen“. Darum habe er auch schon mit Bernd Schuster drei Schoppen Wein getrunken und Stefan Reuter kontaktiert. Bircks räumte ein, dass Weinzierl ein interessanter Mann sei, „den man auch auf dem Schirm hat“. Aber man habe in „keinster Weise die Idee gehabt, ihn gegen Luhukay auszutauschen“.

Diese Kontaktaufnahme muss an Andreas Rettig vorbeigegangen sein. Denn er sagte am Montag, dass man sich erst Ende März, als Luhukay die FCA-Führung über seine Abschiedsgedanken informierte, Gedanken über einen neuen Trainer gemacht habe. Darum habe man auch die Gespräche mit den Co-Trainern auf Eis gelegt.

Nichtsdestotrotz habe sich „der Verein bis zuletzt um den Trainer bemüht“. Rettig: „Wir haben gehofft, dass er in der Klassenerhalts-Euphorie umdenkt.“ Luhukay aber traf erst am Freitag seine endgültige Entscheidung.

Der Trainer hatte sich aber wohl schon früher entschlossen, den Verein zu verlassen. Bereits Ende März soll er nach Informationen unserer Zeitung seine Wohnung in Göggingen gekündigt haben. Offenbar hielt sich der 48-jährige Niederländer bis zuletzt alle Optionen offen. Zu den Gründen für die Trennung sagt Bircks: „Es gibt viele Mosaiksteinchen, die wohl dazu geführt haben, dass er sagt: Ich höre auf. Wir haben ihn ja nicht vom Hof gejagt.“ Er spekulierte, dass Luhukay vielleicht wieder näher an seinem holländischen Heimatort Venlo arbeiten wolle. Dass der Rettig-Weggang eine Rolle gespielt haben könnte und Luhukay auch mit der Ernennung Manfred Paulas zum Manager möglicherweise nicht einverstanden gewesen war. Darüber hinaus hat es auch Knatsch mit Seinsch gegeben. Im Endeffekt müsse man Luhukay fragen, was die Gründe seien: „Er hat seinen Vertrag zurückgegeben. Er muss es begründen.“

Rettig vermutete, dass Luhukay auch keine großen Zukunftsperspektiven mehr beim FCA sah: „Wir durften unseren Weg gehen. Der Weg ist zwar nicht zu Ende, aber wir sind nahe am Optimum. Viel mehr kann man nicht mehr machen.“

Der Trainer selbst wollte sich dazu gestern nicht äußern. Er teilte per SMS mit, dass er ein paar Tage mit seiner Frau Urlaub mache. Was bleibt, sind viele Fragen.

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