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08. Februar 2010 19:28 Uhr

Interview mit Kölns Präsidenten

Wolfgang Overath: "Im Pokal gibt es keine Favoriten"

Der FC Augsburg trifft im DFB-Pokal Viertelfinale auf den 1. FC Köln. Dessen Präsident Wolfgang Overath spricht im Interview über Lukas Podolski, den Erfolg des FCA und den möglichen Aufstieg der Fugger-Städter.

Köln-Präsident Wolfgang Overath.
Foto: Ulrich Wagner

Erstmals in seiner Vereinsgeschichte gelang dem FC Augsburg im DFB-Pokal der Einzug ins Viertelfinale. Am Mittwoch (19 Uhr, Liveticker bei augsburger-allgemeine.de) empfängt der Klub in der Impuls-Arena den 1. FC Köln. Dabei wird der neue Augsburger Fußballtempel mit 30.660 Besuchern ausverkauft sein. Der Präsident des 1. FC Köln, Wolfgang Overath, stand uns vor diesem Pokalknüller Rede und Antwort.

Nach einer durchwachsenen Vorrunde läuft es jetzt beim 1. FC Köln so richtig rund. Da muss es doch ganz einfach Spaß machen, Präsident dieses Traditionsklubs zu sein. Oder?

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Overath: Wissen Sie, das ist wie im Leben, es geht rauf und mal runter. Wenn man gewinnt, sind alle zufrieden, Niederlagen tun immer weh.

Ihre Mannschaft hat nach der Winterpause schon sieben Punkte geholt, damit müssen Sie doch zufrieden sein?

Overath: Wir müssen schön auf dem Teppich bleiben. Es ist bei uns schon so oft scheinbar gut gelaufen, doch dann kam das nächste Spiel und wir mussten einen Rückschlag hinnehmen. Aber ich bin positiv gestimmt, wir haben zwar keine gute Hinrunde gespielt, doch mittlerweile hat sich die Mannschaft gefestigt. Und gesteigert. Moral, Einstellung, Teamgeist stimmen. Die Erfolgserlebnisse zuletzt waren für uns ganz wichtig, darauf wollen wir weiter aufbauen.

Ihr Verein genießt den Ruf eines Kultklubs. Was ist das besondere am 1. FC Köln?

Overath: Der FC berührt und bewegt viele Menschen. Wir waren 1964 erster Bundesligameister, wir waren so wie heute Bayern München, der Konkurrenz meilenweit voraus. Leider hat der Verein viel zu wenig daraus gemacht. Doch auch der Fan, der heute ins Stadion geht, denkt immer noch an diese Zeit. Daher rührt wohl auch diese Emotionalität und Verbundenheit gegenüber dem 1. FC Köln. Wenn ich mich in unsere Anhänger hineinversetze, wie sie allein in den vergangenen zehn Jahren leiden mussten, dann ist es wirklich sensationell wie sie den Verein lieben und unterstützen.

Auch wenn es mal gut läuft, ruhig ist es bei ihrem Klub kaum einmal. Warum?

Overath: Wir leben hier in einer Millionen- und Medienstadt. Zwei Boulevardblätter, fünf Tageszeitungen, Fernseh- und Rundfunkstationen kämpfen um die besten Meldungen. Es gibt schon einen gewaltigen Druck. Die Menschen leben hier mit ihrem FC, auch wenn sie sich mal ärgern, sie lassen den Verein nie im Stich.

Am Mittwoch tritt Ihr Team beim FC Augsburg als Favorit an. Wie wichtig ist diese Partie für Sie?

Overath: Für uns als Verein natürlich sehr wichtig, denn im Falle eines Sieges kämen wir dem internationalen Geschäft wieder einen Schritt näher. Aber im Pokal gibt es keinen Favoriten. Durch das K.o.-System fällt in einem Spiel die Entscheidung. Aber wir haben eine gute Mannschaft und wollen ins Halbfinale.

Wird Lukas Podolski in Augsburg nach seiner Verletzung dabei sein?

Overath: Das kann ich nicht sagen, er trainiert aber seit Sonntag wieder.

Als Podolski nach Köln zurückgekehrt ist, wurde er wie ein Messias empfangen. Haben Sie gedacht, dass es für ihn so schwer wird, wieder Tritt zu fassen?

Overath: Die ganze Region hat sich nach ihm gesehnt und gedacht, jetzt kommt der Podolski zurück und dann gewinnen wir alle Spiele. Der Druck für ihn war immens. Er ist einer der Besten in diesem Land. Wir sind überzeugt von ihm. Er arbeitet daran, den Erwartungen gerecht zu werden. Ich bin mir sicher, dass ihm das gelingen wird.

Zum FC Augsburg. Mit Benschneider, Szabics, Sinkala, Ndjeng und Hegeler stehen fünf ehemalige Kölner Spieler im Aufgebot. Andreas Rettig war bei ihnen Manager, Jos Luhukay Co-Trainer. Auch Pressesprecher Schmitz ist ein Kölner. Wie intensiv verfolgen Sie die Entwicklung Ihrer "Filiale"?

Overath: Man muss schon sagen, was die Jungs dort bieten ist schon enorm. Vor allen Dingen Andreas Rettig und auch Jos Luhukay sind ja in verantwortlichen Positionen und leisten hervorragende Arbeit. Es sieht ja ganz danach aus, als könnte der FCA schon diese Saison den Aufstieg schaffen. Da sollen sie sich drauf konzentrieren und uns im Pokal weiter kommen lassen (lacht).

Sie werden erstmals die neue Augsburger Arena besuchen. Vor dem Stadion gibt es den Helmut-Haller-Platz. Ist nach Ihnen in Köln auch eine Straße oder ein Platz benannt worden?

Overath: Nein, das muss auch nicht sein, aber der Helmut hat dies verdient. Er war ein genialer Spieler, ein Supertechniker und ein feiner Kerl. Ich würde mich freuen, wenn ich ihn am Mittwoch wiedersehen könnte.

Interview: Herbert Schmoll

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