Seine Erfolge sind beeindruckend. Seit über 16 Jahren spielt Nicklas Lidström in der NHL, viermal hat er bereits den Stanley Cup gewonnen und er gilt als der beste Verteidiger der Welt. Wir sprachen mit dem 38-jährigen Schweden über "seine" Detroit Red Wings. Von Dirk Sing

Von Dirk Sing
Seine bisherigen Karriere-Daten lesen sich - gelinde gesagt - überaus beeindruckend. Beispiele gefällig? Er absolviert seine nunmehr 17. NHL-Saison bei den Detroit Red Wings, gewann viermal den Stanley-Cup (1997, 1998, 2002, 2008), wurde in sechs der letzten sieben Spielzeiten als bester Verteidiger der Liga mit der "Norris Trophy" ausgezeichnet, führte sein Team als erster europäischer Kapitän zum Stanley-Cup und ist der punktbeste Verteidiger in der langjährigen Geschichte der Red Wings.
So ganz "nebenbei" wurde er bereits zehnmal für das NHL-All-Star-Game nominiert und hält auch noch den aktuellen "Plus-Minus"-Rekord innerhalb der NHL seit seiner Rookie-Saison 1991/1992.
Die Rede ist von Nicklas Lidström, 38 Jahre alt und seines Zeichens der beste Verteidiger der National Hockey-League beziehungsweise der Welt.
Unser Sportredakteur Dirk Sing traf den vierfachen Familenvater im Bank Atlanic Center in Florida und sprach mit Lidström, der sich dabei absolut sympathisch, offen und bestens gelaunt präsentierte, über "seine" Red Wings.
Nicklas, nach dem 3:2-Erfolg gegen die Florida Panthers ist das Punktekonto der Red Wings auf mittlerweile 25 (aus 16 Partien) angewachsen! Wie lautet Ihr erstes Resümee?
Lidström: Nun, das Wichtigste ist, dass wir schon wieder ziemlich viele Zähler einfahren konnten. Spielerisch müssen wir uns sicherlich noch deutlich steigern - gerade im Abwehrverhalten waren wir im bisherigen Saisonverlauf doch etwas zu nachlässig und haben dementsprechend zu viele Gegentreffer kassiert.
Genau darauf wollten wir bei unserer Florida-Tour gegen Tampa (4:3) und eben die Panthers (3:2) unser Hauptaugenmerk legen, was eigentlich ganz gut geklappt hat. Allerdings ist es auch gut zu wissen, dass du selbst dann Spiele gewinnen kannst, wenn du nicht dein bestes Eishockey spielst.
Die Detroit Red Wings sind als amtierender Stanley Cup-Champion in die Saison 2008/2009 gestartet. Wie schwer ist der Mannschaft die Vorbereitung beziehungsweise der Auftakt in die neue Spielzeit gefallen - gerade auch in Sachen Motivation?
Lidström: Wir sind eigentlich recht gut damit zurecht gekommen. Vor allem hatten wir diesmal - im Vergleich zu unserem letzten Erfolg 2002, als wir nur wenige Wochen entspannen sowie den Triumph verarbeiten und genießen konnten, doch etwas länger Zeit, um entsprechend zu regenerieren.
Als wir uns dann im Trainingscamp wieder gesehen haben, war bei allen die Freude auf's Wiedersehen riesig. Auf was du dich natürlich einstellen musst, ist die Tatsache, dass deine Gegner von Beginn an hochmotiviert gegen dich auf's Eis gehen - schließlich möchte jeder den amtierenden Champion besiegen. Doch bislang haben wir diese Aufgaben zumeist ganz gut gelöst.
Der Stanley Cup-Gewinn in der vergangenen Spielzeit war bereits Ihr vierter! Ist es möglich zu sagen, welchem Erfolg Sie den höchsten Stellenwert einräumen?
Lidström: Hmm, das ist schwer zu sagen! Ich denke mal, dass jeder Cup seinen eigenen Stellenwert hat! Ob es nun der erste ist, den man sicherlich besonders genießt oder auch der bislang letzte, den man noch in bester Erinnerung hat. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen, wenn wir am Saisonende nochmals etwas zu feiern hätten... (lacht)
Sie sind seit der Saison 2006/2007 Kapitän bei den Detroit Red Wings! Ist dieses Amt, gerade als Nicht-Nordamerikaner, etwas Besonderes für Sie?
Lidström: Oh ja, das kann man mit Sicherheit so sagen! Wenn du von deiner Organisation als Kapitän bestimmt wirst, ist das immer etwas Außergewöhnliches und eine besondere Auszeichnung. Dass mir diese Ehre nun ausgerechnet bei einem "Original Six"-Team wie den Detroit Red Wings zuteil geworden ist, macht mich wahnsinning stolz - natürlich auch die Tatsache, dass ich erster europäischer Kapitän eines Stanley Cup-Champions überhaupt bin!
Blicken wir noch kurz auf die diesjährige Spielzeit: Die Red Wings haben keine namhaften Abgänge zu verzeichnen, konnten vielmehr mit Marian Hossa einen weiteren Superstar für die Offensive gewinnen, Konkret gefragt: Steht der Stanley Cup-Champion 2008/2009 mit Detroit schon fest?
Lidström: (lacht) Schön wär's! Aber es ist sicherlich richtig, dass wir - gerade durch die Verpflichtung von Marian - noch stärker geworden sind! Dennoch dürfen wir nichts dem Zufall beziehungsweise uns ausschließlich auf unser vorhandenes Potenzial verlassen. Auch die übrigen Mannschaften werden immer stärker.
Unser Vorteil ist, dass wir genau wissen, was zu tun ist, um den Cup zu gewinnen - und das allein ist schon ein großer Vorteil. Wer sich in dieser Saison die Trophäe holen möchte, muss erst einmal uns aus dem Rennen werfen. Und das dürfte alles andere als einfach werden.
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