Freitag, 24. November 2017

Augsburger Panther

25. August 2017 08:13 Uhr

Augsburger Panther

Der neue Mann am Mikrofon: Das ist der AEV-Stadionsprecher

Ab Freitag ist Ingo Weighardt als Stadionsprecher der Panther im Einsatz. Er hat eine lange Fan-Vergangenheit. Was er bis zum Saisonende noch lernen möchte.

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Seit seiner Kindheit geht Ingo Weighardt zu den Spielen der Augsburger Panther. Die haben ihn jetzt als Stadionsprecher engagiert.
Foto: Siegfried Kerpf

Als sich Ingo Weighardt verliebte, war er noch nicht einmal in der Schule. Während des Familienurlaubs im Allgäu besuchte er mit seinem Vater ein Vorbereitungsspiel des EV Füssen. Als ein Puck über die Bande flog, reagierte der Vater am schnellsten, hob ihn auf und schenkte ihn seinem Sohn. „Das war die Initialzündung, seitdem ist Eishockey meine große Liebe“, sagt Weighardt heute. Zurück aus dem Urlaub zog es ihn als Augsburger fast zwangsläufig zum AEV. Heute, rund 40 Jahre später, sind aus dem AEV längst die Augsburger Panther geworden, aus der Oberliga die Deutsche Eishockey Liga. Hunderte Spieler kamen und gingen. Nur Weighardts Liebe zum schnellen Sport auf Kufen ist immer noch die gleiche. Und das soll man auch merken, wenn er am Freitag seinen ersten Einsatz als neuer Stadionsprecher der Panther hat.

Vorgänger Sascha Strunck hat sich aus beruflichen Gründen zurückgezogen. Weighardt, in der vergangenen Saison schon Ersatzmann, übernimmt den Job am Mikrofon. Am Freitagabend, im Testspiel gegen Linz (19.30 Uhr), hat er seinen ersten Einsatz. Erstmals seit den frühen 1990ern wird er in der kommenden Saison keine Dauerkarte mehr kaufen. Der Platz des 48-Jährigen ist dann unten direkt am Eis bei der Zeitnahme.

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Augsburger Panther: Ingo Weighardt hat drei Lieblingsspieler

Von dort, das hat er in der vergangenen Saison schon festgestellt, als er seinen Vorgänger in vier Spielen vertreten musste, ist der Blick auf das Geschehen ein komplett anderer als von den höher gelegenen Zuschauerrängen. An der Faszination Eishockey ändert das aber nichts. „Es ist die schnellste Mannschaftssportart. Im Vergleich zum Fußball fallen einfach mehr Tore. Und wenn ein Spieler gefoult wird, macht er keinen auf Diva, wie ein Ronaldo. Ein Eishockeyspieler schüttelt sich und fährt den nächsten Check. Das ist eine ehrliche Sache.“

Drei Spieler sind Weighardt im Laufe der vergangenen Jahre besonders in Erinnerung geblieben. Pierre Rioux, der in den 1990ern vier Saisons für Augsburg auf Torejagd ging. „Das war ein Gentleman-Spieler. Er hat es geschafft, kaum Strafzeiten zu kassieren.“ Der zweite ist der heutige Sport-Manager Duanne Moeser. „Bei ihm hat der Einsatz immer gestimmt, egal wie der Spielstand war.“ Der dritte ist ein aktueller Spieler: Abwehrhüne Brady Lamb. „Das ist ein grundehrlicher Kerl, zeigt tollen Einsatz und hat einen Hammer-Schlagschuss.“

Der neue Stadionsprecher des AEV kennt die Mannschaft aus dem Effeff

Sein über die Jahrzehnte angehäuftes Eishockey-Wissen kommt Weighardt nun zu Gute. Die Panther-Mannschaft kennt er aus dem Effeff. Die Handzeichen der Schiedsrichter, wenn sie dem Schiedsgericht Strafen durchgeben, entschlüsselt er mühelos. Vor allem aber kennt er die Rituale der Augsburger Fans. Nur hier werden beispielsweise die Kölner Haie regelmäßig mit einem Schmähgesang gewürdigt, auch wenn der Gegner ein ganz anderer ist. „Ich hoffe einfach, dass ich die in mich gesetzten Erwartungen erfüllen und meinen Teil zu einem gelungenen Heimspielerlebnis beisteuern kann.“

Sportlich setzt Weighardt auf eine erneut erfolgreiche Saison, „ich will natürlich möglichst viele Panther-Tore ansagen. Das Team ist eingespielt und ich hoffe auf eine ähnliche Platzierung wie in der vergangenen Saison.“ Nur in einem Bereich gibt es noch großen Nachholbedarf: Weighardts schlittschuhläuferische Fähigkeiten. „Das muss ich unbedingt ändern. Bis zum Ende der Saison will ich das gelernt haben.“

AEV-Stadionsprecher Ingo Weighardt: Von der Pfarrgemeinde ins Stadion

Die Sonntagvormittage kann er aber nicht zum Training nutzen. Der Englisch- und Religionslehrer am Augsburger Gymnasium bei St. Stephan ist Lektor in seiner Pfarrgemeinde. „Es kann also passieren, dass ich am Vormittag in der Kirche aus der Bibel lese und am Abend als Stadionsprecher im Curt-Frenzel-Stadion im Einsatz bin.“

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