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21. Januar 2009 18:13 Uhr

Panther-Gegner Köln

Ein Krösus gerät ins Wanken

Die Panther gegen die Kölner Haie - jahrelang eine klare Sache für die Rheinländer. Die Vorzeichen haben sich geändert. Augsburg-Manager Max Fedra weiß, woran es bei den Kölnern krankt - und hat es Milan Sako erzählt.

AEV_Haie
Foto: AZ-Montage

Von Milan Sako

Augsburg - Sportlich droht den Kölner eine Katastrophe. Erstmals seit Einführung der Deutschen Eishockey-Liga im Jahr 1994 werden die Play-Offs wohl ohne den Traditionsklub vom Rhein stattfinden.

16 Zähler beträgt der Rückstand nun schon auf Platz zehn (Iserlohn). Das ist in den zehn ausstehenden Vorrundenspielen kaum noch aufzuholen. "Für die Haie ist es der Super-Gau, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt", sagt Augsburgs Manager Max Fedra. Die Panther empfangen am Freitag die Haie im Curt-Frenzel-Stadion. Ganz im Gegensatz zu den Kölnern läuft es in Augsburg glänzend. Nach dem überraschenden 5:1 in Mannheim will die Mannschaft von Trainer Larry Mitchell jetzt nachlegen. Zumal insgesamt nur noch fünf Heimspiele im schweren AEV-Restprogramm stehen.

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Während die Augsburger offensichtlich eine gute Personalpolitik betrieben und auf junge Spieler setzten, lief bei den Rheinländern in dieser Saison so ziemlich alles schief. Mit der ungewohnten Situation kann der Klub nur schwer umgehen. Im Vorjahr noch Final-Teilnehmer gegen den späteren Meister Berlin, ist jetzt nur Duisburg noch schlechter. Das ist ungefähr ist so, wie wenn der Fußball-Rekordmeister Bayern München es nicht einmal in den UEFA-Cup schaffen würde. Die Gründe für die sportliche Pleite.


Die Trainer Nach einer Niederlageserie zum Saisonstart begann der Schlamassel am Rhein. Chefcoach Doug Mason musste seinen Platz hinter der Bande räumen und wurde durch seinen Assistenten Clayton Beddoes ersetzt. "Das kann ich nicht nachvollziehen. Der Co-Trainer steht mit in der Verantwortung. Warum hat er nicht zuvor alles für den Erfolg des Klubs geamacht?", wirft Max Fedra ein. Inzwischen führt, wohl weil der Klub auch der finanziellen Not gehorchen musste, der ehemalige Kölner Nachwuchs-Trainer Rupert Meister die Mannschaft. Der Ex-Torhüter spielte kurze Zeit auch einmal beim Augsburger EV.

Die Mannschaft "Gewiss hat die schwere Erkrankung von Robert Müller das Team beeinflusst", sagt Fedra. Der Nationaltorwart musste wegen eines Gehirn-Tumors mehrmals operiert werden und erlitt vor kurzem einen schweren Rückschlag. Zudem dürfte für die Altstars um den 41-jährigen Dave McLlwain die Zeit abgelaufen sein. Das gestand selbst Haie-Geschäftsführer Thomas Eichin ein: "Einige haben ihren Zenit überschritten." Künftig will man auf jüngere und dynamische Spieler setzten. "Das haben uns andere vorgemacht", merkt Eichin an und dürfte damit auf die Augsburger schielen, die sowohl bei den Deutschen als auch bei den Ausländern auf die Jugend setzen.


Die Fans Das erfolgsverwöhnte Publikum zeigte den Haien die kalte Schulter und blieb lieber zuhause, als in die 18500 Zuschauer fassende Lanxess-Arena zu kommen. 13097 betrug der Zuschauer-Durchschnitt in der Vorsaison. Bisher kamen rund 2000 Besucher pro Spiel weniger. Auf 26 Heimspiele hochgerechnet fehlen die Einnahmen von rund 52000 Besuchern.


Die Konsequenzen Heinz Hermann Göttsch, Alleingesellschafter des achtmaligen deutschen Eishockey-Meisters, kündigte in dieser Woche bereits an, dass er nicht mehr wie in der Vergangenheit das entstandene Finanzloch alleine stopfen will. "Ich werde den KEC weiter begleiten, allerdings nicht alleine. Wir brauchen neue Investoren, weitere Geldgeber», sagte der 58 Jahre alte Diplom-Kaufmann dem Kölner Stadtanzeiger. "Wenn wir eine schlechte Saison haben, dann müssen wir auch unseren Etat für das nächste Jahr anpassen."

Probleme, die zumindest für die Panther nichts Neues sind. "Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit", kommentiert Max Fedra die missliche Situation der Rheinländer . Schadenfreude kommt bei Augsburgs Manager deswegen allerdings nicht auf: "Für die DEL ist es nicht erfreulich, wenn ein Liga-Krösus in Schieflage gerät."


Die Situation Auch wenn die Haie kaum noch Chancen auf eine Play-Off-Teilnahme haben, glaubt Fedra nicht an ein leichtes Spiel für die Panther: "Die Kölner haben nichts mehr zu verlieren und das macht die Sache für uns so gefährlich." der Manager hofft auf eine große Kulisse am Freitag gegen den Rivalen vom Rhein: "Wir haben glänzende Chancen auf die Play-Offs. Wir spielen tolles Eishockey. Wenn die Leute nicht jetzt kommen, wann dann?"

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