Der ehemalige Ingolstädter Felix Schütz kommt in der AmericanHockey-League immer besser in Fahrt. Nach einigen "Anlaufproblemchen"hat sich der 21-jährige Center bei seinen Portland Pirates (Farmteamder Buffalo Sabres) mittlerweile zum Leistungsträger aufgeschwungen. Unser Redakteur DirkSing unterhielt sich mit der deutschen Nachwuchs-Hoffnung. Von Dirk Sing

Der ehemalige Ingolstädter Felix Schütz kommt in der American Hockey-League immer besser in Fahrt. Nach einigen "Anlaufproblemchen" hat sich der 21-jährige Center bei seinen Portland Pirates (Farmteam der Buffalo Sabres) mittlerweile zum absoluten Leistungsträger und zuverlässigen Punktelieferanten aufgeschwungen. Unser Redakteur Dirk Sing unterhielt sich mit der deutschen Nachwuchs-Hoffnung.
Das erste Viertel ihres Rookie-Jahres in der AHL bei den Portland Pirates ist absolviert. Wie fällt Ihr bisheriges Fazit aus?
Schütz: Naja, in den ersten Wochen war es für mich schon etwas schwer. Zum einen war und bin ich einer der der Jüngsten im Team, zum anderen hat unser Coach in dieser Phase auf andere Akteure gebaut, so dass ich zunächst nur in der dritten oder vierten Reihe ran durfte. Doch ich habe den Kopf nicht hängen gelassen, sondern mich mit viel Einsatz und harter Arbeit, sowohl im Training als auch im Spiel, in diese Aufgabe reingebissen.
Und das mit Erfolg, wie die letzten Partien gezeigt haben.
Mittlerweile darf ich Über- und Unterzahl spielen, im ersten oder zweiten Block ran und hatte sogar in den letzten Partien die meiste Eiszeit vom gesamten Team. Das hat sich dann natürlich auch auf meine Punktausbeute positiv ausgewirkt (in bislang 23 Partien brachte es Schütz auf sechs Tore und sieben Assists, Anm. d. Red.).
In der vergangenen Saison haben Sie noch für den ERC Ingolstadt in der DEL gespielt. Wie groß sind die Unterschiede zwischen der Deutschen Eishockey-Liga und der American Hockey-League?
Schütz: Ich denke, dass man beides eigentlich gar nicht miteinander vergleichen kann. Es wird ganz einfach ein völlig anderes Eishockey gespielt. Der größte Unterschied ist sicherlich die kleinere Eisfläche in Nordamerika. Dadurch musst du viel schneller reagieren und auch mit deutlich mehr Körpereinsatz spielen. Hinzu kommt, dass gerade in den Ecken unglaublich hart garbeitet wird, da die Scheibe nahezu ausschließlich tief gespielt wird. Eine neutrale Zone gibt's es hier fast nicht.
Ihr Teamkollegen Mark Mancari (Topscorer bei den Portland Pirates) und Nathan Gerbe wurden kürzlich ins NHL-Team der Buffalo Sabres berufen, da es dort einige Verletzungssorgen zu beklagen gab. Sind diese "Beförderungen" auch für Sie eine Art Vorbild beziehungsweise Motivation, ebenfalls den Sprung zu schaffen?
Schütz: Natürlich motiviert mich das zusätzlich, klar! Und ich würde mich auch riesig darüber freuen, wenn ich mal für das ein oder andere NHL-Match nach oben geholt werden würde. Auf der anderen Seite muss man aber auch realistisch bleiben. Ich konzentriere mich derzeit voll und ganz auf meine Aufgabe bei den Portland Pirates und versuche dort erst einmal, konstant gute Leistungen abzuliefern. Was dann möglicherweise kommen könnte, darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf.
Der deutsche Nationalstürmer Jochen Hecht von den Sabres sprach davon, dass man als junger Spieler gerade in Buffalo sehr viel Geduld beweisen müsse, da in der Organisation sehr viel Wert darauf gelegt werde, dass die Youngsters im AHL-Team sehr intensiv ausgebildet werden. Können Sie das bestätigen?
Schütz: Absolut! Letztlich hat jede NHL-Organisation ihren Plan - und der der Sabres beeinhaltet genau das, was Jochen bereits angesprochen hat. Man muss doch nur einmal einen Blick aud den aktuellen Kader des NHL-Teams werfen. Ein Jason Pominville hat beispielsweise vier Jahre in der AHL verbracht, selbst Thomas Vanek war dort fast eine Spielzeit aktiv. Daher setze ich mich auch nicht unter Druck, den Sprung nach oben in ein oder zwei Jahren zu schaffen.
Wie bereits gesagt, ich werde weiterhin hart an mir arbeiten und irgendwann darauf hoffen, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Denn ein gewisses Quäntchen Glück brauchst du schon auch, um dir einen der ganz wenigen offenen Plätze im NHL-Kader zu sichern.
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